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Sustainable Development 2018

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Juni 25, 2018 veröffentlicht von

Aus dem Zusammenspiel von Digitalisierung und Nachhaltigkeit erwachsen smarte, grüne Lösungen.

Längst reichen schöne Worte und Lippenbekenntnisse nicht mehr aus – viele Bürger und Verbraucher wollen Taten sehen. Die Unternehmen geraten damit unter Zugzwang, denn sie sollen nicht nur nachhaltig handeln, sondern nachhaltiges Handeln auch belegen.
Die gute Nachricht für die Unternehmen lautet: Verbraucher sind bereit, tiefer ins Portemonnaie zu greifen, um nachhaltige Produkte zu kaufen. Die schlechte Nachricht lautet: Immer mehr Verbraucher sind geneigt, Unternehmen für ihr Verhalten abzustrafen.

Zugleich wächst die Erwartungshaltung, dass Unternehmen sich verantwortungsvoll zeigen und Nachhaltigkeit fördern. Laut einer Studie des Meinungsforschungsinstituts Nielsen aus dem Jahr 2015, in der über 30 000 Verbraucher in 60 Ländern befragt wurden, gaben zwei Drittel der Befragten an, bereit zu sein, mehr Geld für nachhaltige Produkte auszugeben.
Kaufentscheidungen seien davon beeinflusst, ob ein Unternehmen für gesellschaftliche Werte in seinem Handeln stehe und Umweltaspekte berücksichtige. Fast zeitgleich belegte eine Untersuchung von Cone-Communications, dass 91 Prozent der Verbraucher in den wichtigsten Industriestaaten von den Unternehmen verlangten, soziale und ökologische Probleme anzugehen. Welche Folgen die vermeintliche oder reale Missachtung sozialer und ökologischer Aspekte für die Unternehmen haben kann, zeigte eine Untersuchung von Globe Scan und BBMG, bei der rund 16 000 Personen in 16 Ländern in sowohl städtischen als auch ländlichen Gebieten befragt wurden: 26 Prozent der Befragten gaben an, sie hätten Unternehmen in der Vergangenheit für ihr Verhalten belohnt, allerdings sagten 28 Prozent, sie hätten die Firmen für ihr Verhalten abgestraft. Dem entsprach ein niedriges Vertrauen vor allem zu internationalen Konzernen, das weitaus geringer als etwa zu Forschungs- und Bildungseinrichtungen, zu Landsleuten, Wohlfahrtsorganisationen, NGOs oder der UNO war und welches nur knapp über dem Vertrauen in die Presse oder die nationale Regierung lag. Die Unternehmen sind also gefordert, etwas zu tun, wenn sie nicht Absatzmärkte verlieren möchten und an Umsatz und Rendite einbüßen wollen. Doch nicht nur die Erwartung der Verbraucher spielt bei den Betrachtungen eine Rolle: Auch die Politiker haben das Thema „Nachhaltigkeit“ entdeckt und auf nationaler wie auf europäischer Ebene Aktionspläne verabschiedet. So beauftragte die EU-Kommission 2016 ein Expertengremium, Ideen für eine nach­haltige Finanzstrategie zu formulieren.

In dem im März dieses Jahres vorgestellten Aktionsplan, der auf den Anregungen der Experten basierte, wird eine „EU-Nachhaltigkeits-Taxonomie“ gefordert, die einheitliche Definitionen für nachhaltige Investitionen liefern sowie Leitlinien für Aktivitäten formulieren soll, die als klimaschützend und umwelt- bzw. sozialverträglich gelten. Konkret verlangt werden die Ausrichtung von Kapitalströmen „in nachhaltigere Investitionen“, die Berücksichtigung finanzieller Risiken aufgrund von Klimawandel, Umweltzerstörung und sozialen Ungerechtigkeiten im Risikomanagement und „mehr Transparenz und langfristiges Handeln“ von Finanzmärkten und Unternehmen.

Lieferketten mit der Blockchain-Technologie abbilden

Hier kommt die Digitalisierung ins Spiel, denn digitale Lösungen sorgen für eben jene Transparenz, die von Finanzmärkten und Unternehmen erwartet wird. Beispiel die Blockchain-Technologie: Es handelt sich hierbei um verteilte, fälschungssichere Datenstrukturen, mit deren Hilfe sich Transaktionen abbilden lassen – chrono­logisch korrekt, nachvollziehbar und unveränderlich. Die Blockchain-Technologie kann eingesetzt werden, um Eigentumsverhältnisse sauber zu dokumentieren, aber auch um Lieferketten entlang bestimmter Produkte abzubilden. Davon betroffen können Produkte sein, deren Nachhaltigkeit besonders betont werden soll, etwa das in Wolfsburg oder Stuttgart produzierte Auto, bei dem der Nachweis erbracht werden soll, dass alle Komponenten recyclebar sind und in den Produktionskreislauf einfließen. Oder aber Produkte wie Diamanten, bei denen der Nachweis der sauberen und sozial verträglichen Schür­fung wichtig ist – Stichwort Blutdiamanten.

Cloudbasierte Plattform für Nachhaltigkeit

Jörg Walden, CEO und Gründer der iPoint-systems GmbH, sieht mit seiner Lösung, dem iPoint SustainHub, den Zugang zur Lieferkette für „schwarze Schafe“ zunehmend erschwert. Bei dem iPoint SustainHub handelt es sich um eine universell nutzbare cloudbasierte Plattform, die einen Zugang zu unterschiedlichen Applikationen im Bereich Nachhaltigkeit und Compliance erlaubt. „Um diesen Ansatz hochgradig automa­tisiert durchzuführen und gleichzeitig Nachhaltigkeitspotenziale neuer Ge­schäfts­modelle über den gesamten Lebenszyklus zu erschließen, sind mög­lichst durchgängig digitale Modelle not­wendig“, erläutert Walden. Angesichts der hoch individualisierten Produkte und der „Heterogenität von Zulieferern und Fertigungsteilen“ benötige man die Digitalisierung der Prozesse.

„Komplexen Energie­markt darstellen“

Ähnlich sieht es der Firmenchef des Online-Energiebeschaffungsportals enPortal Clemens Graf von Wedel, der aber auch den pekuniären Nutzen für die Unternehmen betont: „Die Digitalisierung vereinfacht Prozesse, indem handelnde Partner vernetzt werden sowie Austausch und Verarbeitung von Daten automatisiert erfolgen. Das führt zu erheblichen Einsparungen bei den eingesetzten Material- und Personalressourcen bei gleichzeitig erhöhter Qualität und Prozessgeschwindigkeit.“ Ziel des Portals, in dem über zehn Jahre Entwicklungsarbeit stecken, war es nach Worten von Wedels, „den komplexen Energiemarkt in einem cloudbasierten Handelsmarktplatz darzustellen und maximalen, fairen Wettbewerb unter den zahlreichen Lieferanten zu ermöglichen“. Die Plattform entwickle sich inzwischen auf der Grundlage von Kunden- und Lieferantenanforderungen weiter. 

von Dr. Ralf Magagnoli

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