B2B-Beschaffung: Grüner Strom

Die TREND-REPORT-Redaktion im Gespräch mit Clemens Graf von Wedel über nachhaltige Trends im Energieeinkauf

Herr von Wedel, welchen Paradigmenwechsel erleben Sie gerade im Kontext des Energieeinkaufs?
Im gewerblichen Bereich steigt die Nachfrage nach elektrischer Energie aus regenerativen Energiequellen. Das hängt u. a. damit zusammen, dass Unternehmen die positive Außenwirkung erkennen, die der Bezug von nachhaltiger Energie mit sich bringt und diesen aktiv in ihrem Marketing einsetzen. Einige Unternehmen können durch den Bezug von nachhaltiger Energie ihre CO2-Bilanz verbessern und nutzen dies ebenfalls für ihre Außendarstellung. Darüber hinaus sehen wir einen star­ken Anstieg der Terminmarktpreise für die kommenden Jahre. Der Preisanstieg ist dem Ausstieg aus der Atomkraft und dem sich abzeichnenden Ende des Einsatzes von Kohle geschuldet.

Wie sind Sie darauf vorbereitet, auf Lieferanten und Abnehmerseite?
Die enPortal-Plattform steht grundsätzlich allen Lieferanten offen. Neue Anbieter, insbesondere aus dem regenerativen Bereich, sind herzlich willkommen. Die Plattform bietet für sie eine große Chance, einfach und mit geringem Aufwand, sich 2 500 potenziellen gewerblichen Abnehmern zu präsentieren und einige davon als Kunden zu gewinnen. Unsere Kunden können schon jetzt aus einer Vielzahl von regenerativen Stromanbietern aus­wählen. Im Ausschreibungsprozess haben wir für unsere Kunden die gängigen Zertifikate für Ökostrom gelistet, auf die in einer Ausschreibung zurückgegriffen werden kann.

Welche Beweggrün­de haben die Abnehmer für grüne Energie?
In der Außendarstellung spielt die Her­kunft der verwendeten Energie eine zunehmend größere Rolle. Das gilt gleichermaßen für Dienstleister wie für produzierende Unternehmen. Bei öffentlich-rechtlichen Einrichtungen, insbesondere bei den Kommunen, gibt es entsprechende Beschlüsse der kom­munalen Parlamente für eine Öko­strom­versorgung von Gemeinden und öffentlichen Einrichtungen. In der Industrie spielt die Reduktion von CO2-Emissionen ebenfalls eine immer stärkere Rolle. Sollte sich der Preis für Öko­strom, z. B. aus Anlagen, die keine EEG-Förderung mehr erhalten und zu Marktpreisen anbieten müssen, weiter in Richtung Preisgleichheit mit konventionellem Strom bewegen, wird das die Nachfrage nach grünem Strom weiter beflügeln.

Wie wird sich der Energieeinkauf in naher Zukunft verändern?
Der Energieeinkauf wird sich zukünftig noch stärker an der Preisentwicklung der Energiebörsen orientieren. In Abhän­gigkeit von der weiteren Entwicklung und vom Einsatz von Smart-Metern stehen dem Einkäufer von elektrischer Energie komplexere Beschaffungsmöglichkeiten zur Verfügung. Hier bie­ten wir schon heute alle verfügbaren Möglichkeiten unseren Kunden an und sehen uns führend in der weiteren Entwicklung. Durch die zunehmende Vernetzung über digitale Plattformen wird die Geschwindigkeit der Preisbildung rasant zunehmen. Wir gehen davon aus, dass in wenigen Jahren ein Real Pricing, also die ständige Aktualisierung von Preisen zahlreicher Anbieter für Kunden, Realität wird.

Weitere Informationen unter:
www.enportal.de

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