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Smart Services

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März 26, 2018 veröffentlicht von

Big Data und Digitale Ökosysteme verbessern die Kundenbindung und Wettbewerbsfähigkeit

Schon heute werden intelligente Produkte zunehmend durch internetbasierte, digitale und physische Dienstleistungen erweitert. Physische und digitale Dienstleistungen werden kombiniert sowie verknüpft und uns Kunden als Service bedarfsgerecht und flexibel zur Verfügung gestellt. Wir bezeichnen diese Verknüpfung bzw. Verschmelzung von physischen und digitalen Services dann als Smart Service. Big Data, also große Datenmengen, bilden die Grundlage, um durch die schlaue Analyse der Daten neue Erkenntnisse zu gewinnen. Wie überführt man aber nun die physische Welt in eine digitale Welt und umgekehrt? Dafür hat sich unsere Redaktion mit Experten aus Forschung und Wirtschaft unterhalten.

Dr. Mathias Weber vom Arbeitskreis Smart Services, Bitkom e.V. schreibt dazu: „Wesentliche Merkmale von Smart Services sind die Individualisierung – und damit die Kontextbindung – sowie der Kundennutzen. Die kontextspezifischen und kombinierten Services können z.B. den Bereichen Arbeit, Freizeit, Gesundheit, Mobilität, Reisen oder Bildung zuzuordnen sein.“

 

Die OpenServ4p-Plattform

Ziel des Smart Service Welt-Projekts OpenServ4P ist die Entwicklung einer Plattform für internetbasierte Services im Umfeld von Cyber-Physischen Produktions­systemen. https://openserv4p.de/

 

Doch Smart Services benötigen auch eine neue digitale Infrastruktur. Das Internet der Dinge hat in diesem Kontext seinen Namen verdient. Denn Ziel ist es, Gegenstände und Produkte jeglicher Art mit dem Internet bzw. untereinander digital zu vernetzten. Wenn jetzt noch die richtige Sensorik Daten von und aus den Produkten in Echtzeit erfasst, schließt sich der Kreislauf. Digitale Serviceplattformen auf Cloud-Servern in Cloud-Zentren, können dann aus den generierten Daten „Smart Services“ zur Verfügung stellen.

Daraus resultieren verschiedene Anforderungen an Anbieter von Rechenzentrumsdienstleistungen, Donald Badoux, Managing Director, Equinix Deutschland erklärte uns dazu: „Auf operativer Ebene spielen Faktoren wie Zuverlässigkeit, Leistungsdichte, und natürlich Sicherheit eine enorm wichtige Rolle. Anforderungen entstehen zudem besonders in Bezug auf die kontinuierlich steigenden Datenmengen, die durch die wachsende Anzahl von IoT-Geräten – vom Smartphone bis hin zu Fertigungsmaschinen in der Industrie – entstehen. Diese Daten müssen (an verteilten Orten) gesammelt, übertragen, ausgewertet, verknüpft und gewinnbringend eingesetzt werden.“ Badoux betonte dabei: „Rechenzentren machen diese Verbindungen überhaupt erst möglich und garantieren dabei Flexibilität, Skalierbarkeit und Sicherheit“.

Clever & Smart – Location-Based-Services

Die digitale Infrastruktur um Produkte und Gegenstände jeglicher Art zu vernetzten, kann unter anderem mit der Beacon-Technologie realisiert werden.
So können zum Beispiel in Gebäuden, die über ein Bluetooth Low Energy Mesh-Netzwerk digitalisiert sind und die über die notwendige Sensorik verfügen, die unterschiedlichsten Smart Services realisiert werden. Beispielsweise die Steuerung der Gebäudetechnologie wie Heizung oder Klima, Jalousien und Licht bis hin zur Erkennung von freien Arbeitsplätzen im Kontext der Auslastung.

Die Technologie wirkt sich auf jeden von uns in Zukunft aus. Zum Beispiel in Einrichtungen des Gesundheitswesens wie Krankenhäusern, die nun die Möglichkeit haben, ihren physischen Raum und ihre Geräte mittels Beacon-Technologie zu digitalisieren. Damit können Geräte schnell aufgefunden werden, wenn auf sie im Notfall zugegriffen werden muss.

Mit dem sogenannten Beacon-Mesh und einer digitalen Serviceplattform kann die Interaktion mit anderen Geräten beginnen. Das Asset-Tracking für Krankenhäuser löst damit viele Probleme in Echtzeit. Der Hauptvorteil von Asset-Tracking-Lösungen sind Kosteneinsparungen durch Effizienzsteigerung und Optimierung des Inventars. Grundlage hierfür ist die Transparenz, wo sich bewegliche Gegenstände wie Betten oder medizinische Geräte zu einem bestimmten Zeitpunkt befinden. Basierend darauf können dann das Inventar und die Prozesse optimiert werden. Dies kommt dann vor allem den Patienten zugute, denn durch die eingesparte Zeit kann das Krankenhauspersonal nachhaltig entlastet werden.

Smart und Sicher mit der Blockchain

Ein wichtiger technologischer Treiber und Enabler für Smart Services ist die Blockchain-Technologie.
Die Anwendungsbeispiele für die Blockchain und seine Smart Contracts sind dabei sehr breit gesät und berühren viele Anwendungen aus den Bereichen Banking, Business, öffentliche Hand und Industrie. Die vier wichtigsten Vorteile der Technologie sind Zuverlässigkeit und Integrität der Daten, sowie Geschwindigkeit und Speicherung mit Analysemöglichkeiten und Transparenz.

Die Blockchain bringt uns und den Planeten auch in Punkto Nachhaltigkeit voran. Wie diese Technologie genutzt werden kann, um die Nachhaltigkeit globaler Lieferketten zu stärken, verdeutlicht uns Jörg Walden von iPoint-systems: „Wir arbeiten an einer Blockchain-basierten Lösung, mit der Rohstoffe aus Konfliktgebieten über die gesamte Lieferkette hinweg – von der Mine bis zum Laden – lückenlos rückverfolgt werden können. Unsere Partner sammeln und verifizieren am Anfang der Lieferkette, direkt vor Ort an den Minen, die Ursprungsdaten zu Konfliktrohstoffen und Arbeitsbedingungen und stellen sie fast in Echtzeit über die Blockchain bereit. Dadurch können alle Lieferkettenakteure bis hin zum Endkunden die Entstehungsgeschichte eines Produkts zurückverfolgen. Indem unsere Lösung die von Anfang bis Ende erfasste Lieferkette transparent macht, leistet sie einen Beitrag zur Unterstützung ethisch unbedenklicher, nachhaltiger Praktiken und Verhaltensweisen entlang globaler Wertschöpfungsketten.“

Wie zum Beispiel aus Wetterdaten Smart Services generiert werden können erklärte uns Friederike Koch, Meteorologin von WetterOnline aus Bonn: „Die Anforderungen an einen smarten Service sind vielfältig. Zuerst einmal sollte er immer erreichbar sein und die Daten schnell übertragen. Dafür ist eine stabile und verlässliche IT-Infrastruktur unbedingt Voraussetzung. Ist dieser wesentliche Faktor nicht gegeben, wird sich das in der Anwendung negativ bemerkbar machen noch bevor eine Datenauswertung stattgefunden hat. Ebenfalls unter dem Aspekt der Erreichbarkeit, sollte der Service für jeden beliebigen Ort nutzbar sein und belastbare Ergebnisse liefern“.

Friederike Koch erklärt dazu: „Der Schlüssel zu einer smarten Anwendung liegt natürlich in der Kombination und Auswertung der passenden Datenquellen. Dabei sollte alles berücksichtigt werden, dass einen Mehrwert bietet, jedoch auch auf Quellen verzichtet werden, die keine Relevanz haben oder von minderer Qualität sind. Ziel sollte ein stabiler Service sein, der alle Daten in Echtzeit auswertet und flexibel reagiert.“ Das Unternehmen bietet alles zum Wetter an jedem Ort, das Wetter in Deutschland, die aktuelle Wetterlage und das Reisewetter weltweit. Mit dem RegenRadar lassen sich Wolken, Niederschlag, Gewitter (Blitze) und Temperaturen interaktiv für ganz Mitteleuropa praktisch in Echtzeit verfolgen.

 

Der Schlüssel einer smarten Anwendung liegt in der Kombination und Auswertung der passenden Daten.

Die vorliegenden Beispiele erklären gut, wie sich auch der deutsche Mittelstand durch das Potential der Digitalisierung im Kontext neuer Technologien weiterentwickeln kann.
Auch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) will mit den Förderprogrammen „Smart Service Welt“ und „Smart Service Welt II“ einen Beitrag dazu leisten, dass die deutsche Wirtschaft die Digitalisierung als Chance versteht und gestalterisch nutzt. Das Förderprogramm Smart Service Welt II ist am 4. November 2016 gestartet und soll Anwendungsfelder erschließen, die bislang unterrepräsentiert sind.

Gesucht werden auch Projekte, die ihren Anwendungsschwerpunkt auf der Digitalisierung in ländlichen und kleinstädtischen Kommunen haben. Das Programm läuft bis 2021 und wird mit bis zu ca. 50 Mio. Euro vom BMWi gefördert. Ein gutes Beispiel dazu ist das IoT-Testlab, denn um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Mittelständler sich mit dem digitalen Wandel auseinandersetzen und sich neuen Technologien wie dem Internet of Things (IoT) öffnen.

Das stellt viele Unternehmen nicht nur vor enorme finanzielle Herausforderungen, sondern birgt auch Risiken: Denn intelligente Anlagen und Systeme bieten Fehlerquellen und Angriffsmöglichkeiten, beispielsweise durch Hacker-Angriffe. Deshalb ist es wichtig, die Zusammenarbeit unterschiedlicher neuer Systeme und Geräte vor ihrer Implementierung zu überprüfen. Der Check von Sicherheit und Vertrauenswürdigkeit spielt eine besondere Rolle, um zu garantieren, dass neue Entwicklungen geltenden Sicherheits- und Datenschutzanforderungen entsprechen und somit schnell im Unternehmen zur Anwendung kommen.

 

Analyse der gewerblichen Wirtschaft nach Digitalisierungsgrad

Die Grafik veranschaulicht, wie sich laut einer repräsentativen Umfrage von TNS Infratest der Digitalisierungsgrad innerhalb der Wirtschaft bis 2021 ändert. Quelle: Quelle: BMWi – „Smart Service Welt – Innovationsbericht 2017“, Daten: TNS Infratest, „Digitalisierung in der deutschen Wirtschaft 2016“.

 

Im Rahmen des Technologieprogramms Smart Service Welt hat das Fraunhofer-Institut FOKUS in Berlin ein IoT-Testlab eingerichtet. Darin können Mittelständler kostengünstig und zuverlässig die Qualität, Sicherheit, Skalierbarkeit und Interoperabilität neuer Technologien prüfen und sich fit machen für die Digitalisierung. Ein Ortsbesuch im IoT-Testlab im Fraunhofer-Institut FOKUS in Berlin-Charlottenburg ist nach kurzer Voranmeldung jederzeit möglich. Trotz dieser Chancen, Möglichkeiten und Erkenntnisse ist es um den Netzausbau am Standort Deutschland nicht gut bestellt.

Gartner Inc. prognostizierte für 2017, dass weltweit rund 8,4 Milliarden Dinge mit dem Internet verbunden sein, also 31 Prozent mehr als noch 2016. Bis 2020 soll Gartner zufolge eine Zahl von 20,4 Milliarden an vernetzten Dingen erreicht werden. Entsprechend wird in 2018 die Zahl dieser Geräte stark steigen.

Um die notwendige Rechenleistung abzudecken, werden die IoT-Ressourcen daher zunehmend an den Rand des Netzwerkes verlagert. Donald Badoux von Equinix Deutschland erklärte uns abschließend dazu: „Weltweit können wir die von den IoT-Unternehmen benötigten verteilten IT-Architekturen optimal unterstützen. Diese Rechenzentren nehmen dann die Rolle von Verbindungs- und Aggregationspunkten für die Daten ein, die über drahtlose Verbindungen gesammelt und in der Cloud verarbeitet werden“.

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