Die vernetzte Gesellschaft 2026
Künstliche Intelligenz verändert unsere digitale Gesellschaft schneller als je zuvor und stellt Wirtschaft sowie Politik vor neue Herausforderungen.
Die Vernetzung von Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft entwickelt sich zunehmend zum strategischen Fundament moderner Volkswirtschaften. Daten werden in Echtzeit verarbeitet, Plattformen verbinden Märkte, Produktionssysteme kommunizieren selbstständig miteinander und Künstliche Intelligenz verändert die Art, wie Entscheidungen vorbereitet und automatisiert werden. Was vor wenigen Jahren noch als Zukunftsszenario galt, prägt inzwischen den Alltag von Unternehmen, Behörden und Verbrauchern gleichermaßen. Die vernetzte Gesellschaft entsteht nicht allein durch neue Endgeräte oder schnellere Rechenzentren, sondern durch die Verbindung digitaler Infrastrukturen, intelligenter Software und einer permanenten Verfügbarkeit von Daten. Mit der steigenden Vernetzung wachsen allerdings auch die Risiken.
Kein System gilt heute noch als vollständig sicher. Der aktuelle Cybersicherheitsmonitor 2026 des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und der Polizeilichen Kriminalprävention zeigt, wie stark Cyberkriminalität inzwischen in die Gesellschaft hineinwirkt. Bereits 27 Prozent der Internetnutzer in Deutschland waren laut Studie mindestens einmal Opfer digitaler Straftaten. Jeder neunte Nutzer war allein im vergangenen Jahr betroffen. 88 Prozent der Opfer erlitten Schäden, bei einem Drittel entstand ein finanzieller Verlust. Digitale Sicherheit entwickelt sich damit zunehmend zu einer wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Schlüsselfrage. Gleichzeitig zeigt sich, wie abhängig moderne Gesellschaften inzwischen von stabilen digitalen Infrastrukturen geworden sind. Je stärker Wirtschaft, Verwaltung und Kommunikation miteinander vernetzt werden, desto größer werden die Auswirkungen technischer Ausfälle, Cyberangriffe oder geopolitischer Abhängigkeiten auf ganze Wertschöpfungsketten und gesellschaftliche Prozesse. Dabei wird deutlich: Ohne leistungsfähige digitale Infrastruktur funktioniert die moderne Ökonomie nicht mehr. Glasfasernetze, Rechenzentren, Cloud-Plattformen und mobile Datenverbindungen entwickeln sich zu kritischen Bestandteilen gesellschaftlicher Stabilität. Produktionsketten, Logistik, Energieversorgung, Finanztransaktionen und Kommunikation hängen heute von digitalen Netzwerken ab. Die Diskussion über digitale Resilienz und digitale Souveränität erhält dadurch eine neue Dynamik.
Quantencomputing wird die nächste große Revolution unserer digitalen Gesellschaft.
Wie stark digitale Vernetzung inzwischen den Alltag prägt, zeigen aktuelle Zahlen der ARD/ZDF-Medienstudie 2025. Demnach nutzen inzwischen 63 Prozent der deutschen Bevölkerung regelmäßig soziale Netzwerke. Instagram bleibt mit einer Wochenreichweite von 40 Prozent führend, verliert jedoch erstmals bei jüngeren Zielgruppen. Facebook erreicht 31 Prozent, während TikTok auf 20 Prozent wächst. Parallel dazu verändert sich das Medienverhalten grundlegend: Inhalte werden zunehmend mobil konsumiert, klassische lineare Strukturen verlieren an Bedeutung und algorithmische Systeme entscheiden immer häufiger darüber, welche Informationen sichtbar werden. Damit wächst zugleich die Bedeutung jener Unternehmen und Plattformbetreiber, die Datenströme kontrollieren oder digitale Schnittstellen bereitstellen. Die vernetzte Gesellschaft ist daher nicht nur ein technologisches, sondern zunehmend auch ein wirtschaftliches und politisches Projekt. Wer Datenräume kontrolliert, kontrolliert Wertschöpfung, Kommunikation und in vielen Bereichen auch Innovationsgeschwindigkeit. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich auch das Weizenbaum-Institut intensiv mit der Frage digitaler Souveränität. Bei der Veranstaltung „Digitale Souveränität: Perspektiven für Unternehmen“ der IHK München und Oberbayern ordnete Dr. Esther Görnemann den Begriff wissenschaftlich ein. Unter dem Titel „Digitale Souveränität – ökonomische Herausforderung und politisches Gestaltungsziel“ erklärte die Wirtschaftsinformatikerin, digitale Souveränität sei weit mehr als ein politisches Schlagwort. „Je nachdem, wer sie fordert, sind damit unterschiedliche Ziele und Erwartungen verbunden.“ Gerade diese Vielschichtigkeit mache den Begriff gleichzeitig relevant und erklärungsbedürftig.
Resilienz: Europa verliert nicht an Tempo, wenn es seine Werte schützt.
Auch Markus Brunold, CEO von BSI Software, sieht in offenen und flexiblen Infrastrukturen einen zentralen Faktor für Europas Zukunftsfähigkeit. „Europa verliert nicht an Tempo, wenn es seine Werte schützt. Es gewinnt an Resilienz und genau das kann zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil werden.“ Gleichzeitig verweist Brunold darauf, dass Datenschutz und Datensicherheit nicht als reine Compliance-Fragen betrachtet werden dürften. Unternehmen müssten diese Themen strategisch verstehen, um langfristig innovativ und beweglich zu bleiben. Die Debatte erhält zusätzliche politische Relevanz durch das neue Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung, das inzwischen seit einem Jahr besteht. Die Bundesregierung versucht damit, die Modernisierung von Verwaltung, Infrastruktur und digitaler Wettbewerbsfähigkeit stärker zu bündeln. Gleichzeitig bleibt die Herausforderung enorm.
Deutschland diskutiert seit Jahren über digitale Souveränität, europäische Cloud-Angebote und den Abbau technologischer Abhängigkeiten. Dennoch steigen die Ausgaben für proprietäre Softwarelösungen weiter massiv an. Allein die Bundesverwaltung erhöhte ihre Ausgaben für Microsoft-Produkte von 274,1 Millionen Euro im Jahr 2023 auf 347,7 Millionen Euro im Jahr 2024 und zuletzt auf 481,4 Millionen Euro im Jahr 2025. Hinzu kommen mindestens rund 191 Millionen Euro der Bundesländer für Microsoft-Lösungen. Kommunale Ausgaben sind in vielen Berechnungen noch nicht vollständig enthalten. Die Zahlen zeigen, wie stark öffentliche Strukturen weiterhin von internationalen Plattformanbietern abhängig bleiben. Parallel dazu entstehen jedoch neue Gegenbewegungen. Besonders Schleswig-Holstein gilt inzwischen als eines der sichtbarsten Beispiele für den Versuch, digitale Souveränität konsequenter umzusetzen. Dort setzt die Landesregierung verstärkt auf Open-Source-Anwendungen und alternative digitale Infrastrukturen. Ziel ist es, langfristig unabhängiger von einzelnen Softwarekonzernen zu werden und zugleich mehr Kontrolle über Daten, Schnittstellen und Sicherheitsstandards zu erhalten.
Der globale Markt für KI-Agenten soll bis 2034 rund 236 Milliarden US-Dollar erreichen.
Mit dem rasanten Aufstieg generativer KI-Systeme verschärft sich diese Diskussion zusätzlich. Viele der leistungsfähigsten KI-Modelle stammen aktuell aus den USA. Gleichzeitig entstehen weltweit neue Open-Source-Modelle, die Unternehmen mehr Transparenz, Anpassbarkeit und technologische Kontrolle ermöglichen könnten. Hinzu kommt ein weiterer Faktor: KI beschleunigt die Softwareentwicklung selbst massiv. Anwendungen, Prozesse und digitale Werkzeuge lassen sich heute innerhalb kürzester Zeit entwickeln, testen und skalieren. Gerade für Europa könnte dies eine Chance sein, technologische Abhängigkeiten zu reduzieren und eigene Innovationsräume schneller aufzubauen.
Aktuell wächst in vielen Unternehmen und bei Beschäftigten die Sorge vor den Folgen der Automatisierung. Erste Stellenstreichungen bei Technologiekonzernen wie Meta oder DeepL zeigen, wie stark KI bestehende Arbeitsprozesse verändert. Gleichzeitig entstehen neue Anforderungen: Kenntnisse im Umgang mit KI-Systemen, Datenkompetenz und digitale Fähigkeiten werden zunehmend zu entscheidenden Qualifikationen im Wettbewerb um Arbeitsplätze und Innovation. Wie Unternehmen mit dieser Entwicklung praktisch umgehen, beschreibt Thomas Uber, Geschäftsführer der applord GmbH, anhand des sogenannten „Human in the Loop“-Ansatzes. „KI ist keine Plug-and-Play-Technologie. Ihr Einsatz erfordert kontinuierliche Überwachung, Anpassung und Optimierung.“ Deshalb müssten Menschen die Ergebnisse regelmäßig prüfen und der KI gezielt Feedback geben. Derart betrieben, ergänze KI den Menschen in idealer Weise, ohne ihn zu ersetzen. Sie potenziere die Fähigkeiten der Mitarbeitenden, befreie sie von lästigen Routinearbeiten und steigere somit die menschliche Produktivität. „Daher empfehlen wir diesen Ansatz, der die Stärken leistungsfähiger Algorithmen mit dem Urteilsvermögen von Menschen verbindet und KI so in ein kontrollierbares Business-Asset verwandelt“, erklärt Uber.

Thomas Uber betont: „KI erfordert kontinuierliche Überwachung, Anpassung und Optimierung.“
Mit zunehmender Automatisierung rückt gleichzeitig eine weitere Frage in den Mittelpunkt: Wem kann in einer vernetzten digitalen Gesellschaft überhaupt noch vertraut werden? Autonome KI-Systeme erzeugen Inhalte, treffen Entscheidungen und interagieren zunehmend eigenständig mit anderen Systemen. Damit steigt die Bedeutung kryptografischer Verifizierung, digitaler Herkunftsnachweise und sicherer Identitäten. Dr. Amit Sinha, CEO von DigiCert, spricht in diesem Zusammenhang von einer neuen Vertrauenskrise im Zeitalter autonomer KI-Systeme. „Unternehmen verlassen sich auf Agenten, Modelle und Inhalte, die sie nicht immer verifizieren können“, erklärt Sinha. DigiCert entwickle deshalb eine einheitliche Vertrauensschicht, die KI-Agenten, Modelle und Inhalte kryptografisch absichert. Ziel sei es, Herkunft, Authentizität und Integrität digitaler Inhalte nachvollziehbar zu machen und Unternehmen mehr Sicherheit beim Einsatz autonomer Systeme zu geben. Damit wird deutlich: Die vernetzte Gesellschaft ist längst mehr als ein digitales Zukunftsbild. Sie entwickelt sich zu einer infrastrukturellen Realität, in der wirtschaftliche Stärke, politische Handlungsfähigkeit und technologische Vertrauenswürdigkeit immer stärker miteinander verschmelzen. Europa steht dabei vor der Herausforderung, Innovation, Sicherheit und digitale Souveränität gleichzeitig zu organisieren. Genau darin könnte jedoch eine der entscheidenden wirtschaftlichen Chancen der kommenden Jahre liegen.
Die Grundlage für unsere digitale Gesellschaft basiert auf Daten. In Unternehmen und auf Plattformen entstehen täglich enorme Mengen wertvoller Informationen über Kunden, Prozesse, Maschinen oder Lieferketten. Gerade im deutschen Mittelstand liegen hier häufig noch ungenutzte Potenziale verborgen. Viele Unternehmen investieren derzeit zwar massiv in Künstliche Intelligenz, doch der wirtschaftliche Nutzen bleibt oft hinter den Erwartungen zurück. Der Grund liegt häufig darin, dass Daten und KI noch immer isoliert betrachtet werden. Statt einer unternehmensweiten Strategie entstehen einzelne Pilotprojekte ohne langfristige Verankerung im operativen Geschäft. Wie grundlegend sich diese Entwicklung auf Unternehmen auswirkt, beschreibt Steffen Vierkorn, Geschäftsführer der QUNIS GmbH. „AI-Technologien verändern Arbeitsabläufe und Geschäftsmodelle derzeit grundlegend. Besonders alles, was mit Wissen, Information und Entscheidungen zu tun hat, wird künftig deutlich anders organisiert werden.“ Deshalb müssten Data und AI als strategische Säule der Unternehmensstrategie verstanden werden. Vierkorn sieht dabei vor allem das Top-Management in der Verantwortung: „Wenn Vorstand und Management nicht verstehen, welche Auswirkungen Data und AI auf Produkte, Revenue-Streams oder Partnernetzwerke haben, wird es schwer, die richtigen Entscheidungen zu treffen.“ Zu oft werde das Thema noch ausschließlich an die IT delegiert.
Dabei zeigt sich immer deutlicher, dass Digitalisierung weit über die Einführung neuer Software hinausgeht. Florian Gehring, Managing Director der Salesfive GmbH, sieht die eigentliche Herausforderung vor allem in der Verbindung von Technologie, Organisation und Menschen. „Digitalisierung gründet nicht allein auf Technologie, sondern steht und fällt auch mit den Menschen, die sie nutzen. Engagierte Teams treffen im Arbeitsalltag häufig auf hemmende Prozesse. Werden Daten jedoch konsolidiert, Systeme sinnvoll verbunden und Abläufe neu gedacht, verbessert sich die Zusammenarbeit spürbar. „Dann entsteht nachhaltiger Mehrwert“, erklärt Gehring. Digitalisierung sei deshalb kein reines IT-Projekt, sondern ein strategischer Veränderungsprozess. „Mit einem externen Beratungspartner, der Abläufe ganzheitlich analysiert und optimiert, legen Unternehmen das Fundament für resiliente und kundenorientierte Strukturen. Ein intelligentes Change-Management stellt sicher, dass alle relevanten Stakeholder von Anfang an informiert, inspiriert und eingebunden werden.“ Gerade in Unternehmen werde deutlich, dass technologische Transformation langfristig nur dann funktioniere, wenn Mitarbeitende aktiv Teil dieses Wandels werden.

Florian Gehring: „Digitalisierung gründet nicht allein auf Technologie, sondern steht und fällt mit den Menschen.“
Mit der zunehmenden Vernetzung verändert sich gleichzeitig die Arbeitswelt grundlegend. Feste Hierarchien und starre Bürostrukturen verlieren an Bedeutung. Arbeit organisiert sich immer stärker über Projekte, digitale Plattformen und flexible Teams. Dr. Dewi Schönbeck, Geschäftsführerin und VP Sales der Steelcase GmbH, beschreibt diesen Wandel als grundlegende Veränderung der Arbeitskultur: „In einer vernetzten Gesellschaft organisiert sich Arbeit zunehmend über Beziehungen, Projekte und gemeinsame Ziele statt über feste Hierarchien oder Orte. Teams arbeiten heute verteilt, digital verbunden und oft über Unternehmensgrenzen hinweg zusammen.“
Wie stark sich digitale Transformation künftig auf den Alltag von Verbrauchern auswirken wird, zeigt sich bereits im E-Commerce. Immer häufiger werden KI-Systeme Produktsuchen übernehmen, Angebote vergleichen oder Kaufentscheidungen vorbereiten. Verbraucher könnten künftig direkt über KI-Assistenten wie zum Beispiel ChatGPT einkaufen, Produkte recherchieren oder Dienstleistungen buchen. Für Händler entsteht dadurch eine neue Herausforderung: Sichtbarkeit verschiebt sich zunehmend von klassischen Suchmaschinen hin zu KI-basierten Antwortsystemen und digitalen Assistenten. Damit verändern sich auch Zahlungsprozesse grundlegend. Alexander Scheibel, Head of Product Development bei Riverty, sieht insbesondere im Zusammenspiel von KI und „Agentic Commerce“ neue Entwicklungen entstehen. „Wenn Systeme künftig eigenständig Transaktionen auslösen, braucht es sichere und vertrauenswürdige Mechanismen im Hintergrund“, erklärt Scheibel. BNPL-Lösungen (Buy now, pay later) könnten dabei eine zentrale Rolle übernehmen, weil sie Sicherheit und Kontrolle für Endkunden gewährleisteten. Erfolgreich seien künftig vor allem Anbieter, die Technologie, Vertrauen und regulatorische Anforderungen intelligent miteinander verbinden. Gleichzeitig wächst jedoch auch die Verantwortung der Anbieter. In diesem Kontext gelten in Europa ab November 2026 strengere Regeln für „Buy Now, Pay Later“. (CCD II)
Momentan wächst der Druck auf Unternehmen, Mitarbeitende für die KI-geprägte Arbeitswelt fit zu machen. Zwischen technologischer Entwicklung und tatsächlichen Kompetenzen vieler Beschäftigter entsteht zunehmend eine gefährliche Lücke. Gefragt sind künftig nicht nur klassische Fachkenntnisse, sondern vor allem Fähigkeiten im Umgang mit KI-Systemen, Datenanalyse, kritischem Denken, digitaler Kommunikation und interdisziplinärer Zusammenarbeit. Hinzu kommen Kompetenzen wie Problemlösung, Kreativität und die Fähigkeit, technologische Entwicklungen kontinuierlich einzuordnen und anzuwenden. Wie groß diese Herausforderung inzwischen geworden ist, zeigen internationale Studien. Laut World Economic Forum können sich 63 Prozent der Unternehmen nicht ausreichend transformieren, weil passende Kompetenzen fehlen. Gleichzeitig entwickelt sich KI so schnell, dass viele Bildungseinrichtungen kaum Schritt halten können. Wer heute ein Studium beginnt, wird in wenigen Jahren in einen Arbeitsmarkt eintreten, der sich aktuell erst formiert. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich auch die IU Internationale Hochschule intensiv mit der Frage, wie Kompetenzen künftig messbar und bewertbar werden können. Prof. Dr. Kamal Bhattacharya, Prorektor für Forschung und Transfer an der IU Internationalen Hochschule, hält klassische Skill-Listen mit hunderten Einzelkompetenzen für kaum noch praktikabel. „Kein Personaler kann prüfen, ob jemand 150 verschiedene Skills beherrscht“, erklärt Bhattacharya. Stattdessen müssten Kompetenzen stärker als Denk- und Arbeitsweisen verstanden werden. Das von der IU entwickelte „Job Readiness Framework“ setzt deshalb auf sogenannte Professional Modes. Dazu gehören kreatives Problemlösen, kontinuierliches Lernen, strategische Zusammenarbeit und verantwortungsvolle Entscheidungsfindung. Laut Bhattacharya seien genau diese Fähigkeiten künftig entscheidend für Arbeitgeber.
Die Digitalisierung und unsere Netze entwickeln sich zunehmend auch zu einem strategischen Faktor für Sicherheit, Energieversorgung und Mobilität. Moderne Drohnensysteme agieren heute bereits in Echtzeit über digitale Netzwerke, tauschen Sensordaten aus und koordinieren autonome Bewegungen. Auch autonome Fahrzeuge werden künftig permanent mit Infrastruktur, Verkehrsleitsystemen und anderen Fahrzeugen kommunizieren müssen. Gleichzeitig verändert sich die Energiewirtschaft grundlegend. Mit dem neuen „Energy Sharing“-Gesetz wird es ab Juni 2026 erstmals deutlich einfacher, überschüssigen Strom aus privaten Solaranlagen direkt an Nachbarn, Mieter oder lokale Unternehmen zu verkaufen. Energie wird damit zunehmend Teil einer intelligent vernetzten Plattformökonomie. Parallel dazu entstehen neue digitale Geschäftsmodelle rund um autonome KI-Agenten. Künftig könnten intelligente Systeme selbstständig Solaranlagen vermitteln, Energieverträge optimieren, Wartungen organisieren oder Einkäufe automatisiert steuern. KI entwickelt sich damit zunehmend vom Werkzeug zum eigenständig handelnden digitalen Akteur.

Die Größe des weltweiten Quantencomputing-Marktes wurde im Jahr 2025 auf 1,53 Milliarden US-Dollar geschätzt. Der Markt soll von 2,04 Milliarden US-Dollar im Jahr 2026 auf 18,33 Milliarden US-Dollar im Jahr 2034 wachsen.
Quantencomputing könnte die nächste große Revolution der vernetzten Gesellschaft werden. Während heutige KI-Systeme bereits Daten analysieren und Prozesse automatisieren, versprechen Quantencomputer völlig neue Möglichkeiten für Forschung, Energie, Mobilität und Sicherheit. Gleichzeitig wächst in Deutschland und Europa eine neue Quantum-Startup-Szene mit Unternehmen wie planqc oder eleQtron. Parallel investieren inzwischen auch große Technologiekonzerne, Industriepartner und europäische Forschungsprogramme massiv in neue Quantenprozessoren, Netzwerke und hochsichere Kommunikationssysteme. Doch trotz der technologischen Stärke bleibt die zentrale Frage offen: Kann Europa diesmal auch die wirtschaftliche Kontrolle behalten? Doch genau hier beginnt ein bekanntes Problem: Europa entwickelt oft starke Technologien, verliert später jedoch viele Schlüsselunternehmen an internationale Investoren. Gerade deshalb könnte Quantum für Deutschland und Europa zu einer historischen Chance werden. Anders als bei sozialen Netzwerken oder Cloudplattformen gehört die deutsche Forschung diesmal in mehreren Bereichen zur Weltspitze. Ob daraus globale Technologiekonzerne entstehen, entscheidet nun weniger die Wissenschaft als Kapital, Politik und der Wille, digitale Souveränität langfristig zu sichern.
Autor: Bernhard Haselbauer
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