Sichtbares Zeichen: Ramadan-Beleuchtung 2026 in Köln-Ehrenfeld
2026 fällt der islamische Fastenmonat Ramadan zeitlich mit der christlichen Fastenzeit zusammen – eine eher seltene Konstellation im Kalender. Da sich der Ramadan nach dem Mondjahr richtet und sich jährlich um rund elf Tage verschiebt, überschneiden sich beide Fastenzeiten nur in größeren Abständen. Eine vergleichbare zeitliche Nähe wird es voraussichtlich erst in etwa drei Jahrzehnten wieder geben.
In Köln-Ehrenfeld wird der Ramadan auch in diesem Jahr erneut im öffentlichen Raum sichtbar. Auf der Venloer Straße, zwischen Geisselstraße und Innerer Kanalstraße, werden vom 18. Februar bis zum 22. März 2026 rund 35 bis 38 Lichtelemente installiert. Halbmonde, Sterne, Laternen und dekorative Schriftzüge prägen für mehrere Wochen das Straßenbild.
Organisiert wird die Beleuchtungsaktion vom The Ramadan Project e.V.. Die Initiative wurde von Hacer, Rukiye, Fatma, Zeynep und Saliha ins Leben gerufen. Ziel ist es, den Fastenmonat stärker im Stadtbild zu verankern und ein Zeichen für kulturelle Vielfalt und gesellschaftliches Miteinander zu setzen.
Dritte Auflage mit wachsender Resonanz
Nach einer ersten Umsetzung 2024 und einer Ausweitung 2025 geht das Projekt 2026 in die dritte Runde. Die Resonanz im Stadtteil gilt als positiv. Gewerbetreibende sowie Anwohnerinnen und Anwohner berichten von einer spürbaren Aufwertung des Quartiers während der Beleuchtungszeit.
Mit rund drei Dutzend Elementen bleibt der Umfang vergleichbar mit dem Vorjahr. Die Dekoration orientiert sich an klassischen Ramadan-Symbolen und wird entlang der Straße in regelmäßigen Abständen angebracht.
Finanzierung über Spenden
Die Beleuchtung wird vollständig durch private Spenden finanziert. Die Mittel decken Herstellung, Montage, Abbau sowie die anfallenden Stromkosten. Öffentliche Haushaltsmittel kommen nicht zum Einsatz.
Damit unterstreicht das Projekt seinen zivilgesellschaftlichen Charakter: Es handelt sich um eine Initiative aus dem Stadtteil heraus, getragen von ehrenamtlichem Engagement und lokaler Unterstützung.
Stadtbild im Wandel
Köln ist seit Jahrzehnten von religiöser und kultureller Vielfalt geprägt. Mit der Ramadan-Beleuchtung wird ein religiöser Zeitraum sichtbar in den öffentlichen Raum integriert – ähnlich wie andere saisonale Lichtinstallationen im Jahresverlauf.
Für Ehrenfeld, das als lebendiger und kulturell vielfältiger Stadtteil gilt, fügt sich die Aktion in das Selbstverständnis eines offenen urbanen Quartiers ein. Die dritte Auflage deutet darauf hin, dass sich die Beleuchtung zunehmend als fester Bestandteil im lokalen Veranstaltungskalender etabliert.
Symbolik und gesellschaftlicher Kontext
Der Ramadan ist für Musliminnen und Muslime weltweit eine Phase des Fastens, der Besinnung und der Gemeinschaft. Die Lichtinstallationen greifen diese Symbolik visuell auf und machen sie für alle sichtbar.
Die gleichzeitige christliche und islamische Fastenzeit 2026 verleiht der Aktion zusätzliche Symbolkraft: Zwei religiöse Traditionen begehen parallel eine Zeit der inneren Einkehr – ein Umstand, der im öffentlichen Diskurs als Zeichen für Dialog und gegenseitiges Verständnis interpretiert werden kann.
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