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Collaboration im Land der Cloud-Muffel

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September 14, 2015 veröffentlicht von

Oliver Blüher ist Country Manager von Dropbox in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Oliver Blüher ist Country Manager von Dropbox in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Im Gespräch erklärt er, warum Unternehmen nicht jedem Technologietrend blind hinterherlaufen sollten, den Zweck der Dropbox-Kantine und warum die Zukunft der Arbeit viele Facetten hat.

Die Digitalisierung verändert die Märkte und die Arbeitswelt dramatisch. Gibt es ein Patentrezept für Unternehmen wie sie auf diesen Wandel reagieren sollen? 
Während Yahoo seine Mitarbeiter aus dem Home Office ins Büro zurückholt, verankern die Niederlande das Recht auf Homeoffice im Gesetz. Mit anderen Worten: Ein Patentrezept, wie Unternehmen auf die neue Dynamik reagieren sollen, gibt es nicht. Die technologischen Entwicklungen der letzten Jahre haben aber gezeigt, dass Unternehmen zu einem klaren Umdenken gezwungen sind. Sie dürfen den disruptiven Wandel durch Digitalisierung nicht verschlafen, wenn sie wettbewerbsfähig bleiben und zugleich den Kampf um die besten Köpfe gewinnen wollen. Das bedeutet aber nicht, dass sie jedem Technologietrend hinterherlaufen sollten. Das Paradoxe ist doch: Wir werden heute von mobilen Gadgets, smarten Maschinen und hilfsbereiten Robotern nur so überrannt, aber unsere Arbeit wird dadurch nicht automatisch einfacher. Ganz im Gegenteil, oft wird sie nur noch komplexer. Eine aktuelle Studie von TNS Infratest zeigt, dass Berufstätige die Vorteile der Digitalisierung zwar schätzen, sich aber den technischen Anforderungen nicht gewachsen fühlen. Und das ist genau die Aufgabe der Stunde für Unternehmen und uns Technologieanbieter: den Mitarbeitern intelligente und quasi selbsterklärende Tools an die Hand zu geben, die ihren Arbeitsalltag erleichtern und nicht zu einem Hürdenlauf machen.

Welche Technologie verändert die Art wie wir arbeiten Ihrer Meinung nach am meisten?
Der Vordenker Andrew McAfee vom Massachusetts Institute of Technologie (MIT) sagt es sehr treffend: „Unsere Generation dürfte das Glück haben, zwei der faszinierendsten Ereignisse der Geschichte mitzuerleben: die Entwicklung wirklich intelligenter Maschinen und die Vernetzung aller Menschen über ein gemeinsames digitales Netz.“ Neben dem Thema Robotics sind dies ganz klar Technologien wie Cloud Computing und Collaboration Tools. Viele Menschen nutzen Cloud-Lösungen  heute selbstverständlich im privaten Alltag. Dropbox hat in nur acht Jahren über 400 Millionen Nutzer in 200 Ländern überzeugt. Alle 24 Stunden werden mehr als 1 Milliarde Dateien in Dropbox gespeichert. Unsere Nutzer möchten auf die Vorteile, die wir ihnen bieten, im Berufsleben nicht verzichten, denen wir unsere Enterprise-Lösung Dropbox für Unternehmen anbieten. Dem aktuellen Bitkom Cloud-Monitor 2015 zufolge nutzen 44 Prozent der deutschen Unternehmen bereits Cloud-Lösungen, ein weiteres Viertel der Befragten plant deren Einsatz. Warum sie so wichtig sind? Sie sind, wie Andrew McAfee es anspricht, „Enabler“ einer modernen vernetzten Gesellschaft, ohne die mobiles Arbeiten wie die Menschen es wollen schlichtweg nicht möglich wäre.

Dropbox in Zahlen

Dropbox in Zahlen

Trotzdem: Bei aller Euphorie müssen Cloud-Lösungen wie Dropbox in puncto Datensicherheit Kritik einstecken.
Ich kann nur bekräftigen, was Dropbox-Gründer Drew Houston mehrmals erklärt hat: Das Fundament unserer Geschäftsbeziehungen lautet Vertrauen – das Vertrauen, das Millionen von Menschen weltweit sowohl privat als auch geschäftlich in uns setzen. Schutz und Sicherheit ihrer Daten sind unsere große Verantwortung. Unsere Sicherheitspraxis entspricht den am weitesten verbreiteten Sicherheitsnormen und -bestimmungen. Auditoren unabhängiger Unternehmen prüfen unsere Kontrollsysteme und erstellen Berichte und Gutachten, die wir unseren Kunden bereitstellen. Wir veröffentlichen seit 2012 ‒ noch vor den Snowden-Enthüllungen ‒ einen jährlichen Transparenzbericht und Richtlinien zu behördlichen Anfragen. Auch haben wir mehrfach unsere Bedenken gegenüber Präsident Obama in Bezug auf die ausufernde Massenüberwachung ausgesprochen und politische Bündnisse wie beispielsweise Reform Government Surveillance unterstützt. Diese Bemühungen werden wir auch weiterhin fortsetzen.

Trendforschern zufolge hat das Büro ausgedient. In Zukunft treffen wir unsere Kollegen nur noch in sogenannten Co-Working-Centern, arbeiten komplett autark über die Datenwolke. Wie sehen Sie die Zukunft der Arbeit?
Viele Szenarien, die Trendforscher für die Zukunft ausmalen, sind heute schon teils Realität: Teammeetings finden über Google Hangouts statt, Dokumente werden über die Cloud geteilt, Freelancer sind „on Remote“ überall und jederzeit einsatzbereit. Unternehmen setzen sich mit neuen Arbeitskonzepten intensiv auseinander, weil der Ruf nach größtmöglicher Flexibilität und  Vereinbarkeit mit dem persönlichen Lebensentwurf von ihren eigenen Mitarbeitern größer geworden ist – und in Zukunft sicherlich noch größer wird. Die Möglichkeiten, die sie durch smarte Collaboration Tools, das Smartphone oder eben die Datencloud genießen, spielen dabei eine entscheidende Rolle. Sicherlich werden deswegen in Zukunft auch verschiedene Arbeitskonzepte parallel existieren, ob klassisches Büro oder modernes Co-Working-Center. Und sicherlich wird unsere Arbeit noch viel mobilisierter sein als sie es heute schon ist. Wie wir morgen jedoch angesichts so großer Themen wie Globalisierung, demografischer Wandel und künstliche Intelligenz arbeiten werden, lässt sich nur schwer vorausschauen.

Nine-to-Five oder freie Zeiteinteilung: Und wie ist das Arbeiten bei Dropbox selbst?
Wie jedes gute Unternehmen definieren wir uns über unsere Mitarbeiter, worunter viele brillante Köpfe stecken. Wir möchten es unseren Mitarbeitern ermöglichen, in komplett anderen Bürowelten zu arbeiten und über die Kulinarien unserer Kantine in San Francisco herrschen ja mittlerweile zahlreiche Legenden, die ich nur bestätigen kann (lacht). Die IT-Branche ist durch rasante Entwicklungszyklen bestimmt und von den Software-Programmieren hin zum Marketing steht bei uns intensive Teamarbeit auf der Tagesordnung. Dabei verfolgen wir als Technologieanbieter natürlich stets das Ziel, Inspiration für wegweisende Innovationen zu fördern.

Weitere Informationen unter:
www.dropbox.de

 

Bildquelle / Lizenz: Dropbox Inc.

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1 Kommentar »

  1. […] dass Datenschutz in vielen Unternehmen ganz offensichtlich keinen hohen Stellenwert genießt. Branchenprimus Dropbox speichert die Dateien auf Servern in den USA. Damit gilt nicht nur deutscher Datenschutz nicht, es […]

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