Forschung für die vernetzte Gesellschaft

Die TREND-REPORT-Redaktion sprach mit den Vordenkern und Gründern des Weizenbaum-Instituts über ihre Forschungsgruppen und dringliche Fragen im Kontext einer vernetzten Gesellschaft.

 

Im Gespräch mit Prof. Dr. Martin Emmer, FU Berlin

 

Herr Prof. Emmer, welchem Forschungsbereich haben Sie sich verschrieben?
Als Mediennutzungsforscher blicke ich vor allem auf politische Kommunikationsinhalte und gesellschaftliche und politische Partizipation. Am Weizenbaum-Institut leite ich die Forschungsgruppe „Digital Citizenship“, in der es darum geht, wie sich unsere Vorstellungen von „Bürgerschaft“ in einer sich zunehmend digitalisierenden Gesellschaft wandeln.

Was wollen Sie herausfinden?
Wir haben heute durch Internet, soziale und mobile Medien viel mehr Möglichkeiten, uns zu informieren, miteinander zu interagieren, uns zu engagieren, als das früher der Fall war.

Unsere Kernfrage ist deshalb, ob diese neuen Handlungsoptionen unsere eigene Haltung gegenüber der Gesellschaft und der Politik verändern:

Erwarten wir mehr von der Politik, etwa schnellere Problemlösungen, individuellere Antworten auf unsere Lebenslagen, mehr Responsivität von Politikern oder auch mehr direkte Mitentscheidungsmöglichkeiten?

Reagieren wir anders auf politische Nachrichten und Entscheidungen, führen diese zu anderen Gefühlen, Einstellungen oder Handlungen als früher?

Lassen sich durch solche möglicherweise neu entstehenden Bürgernormen weitergehende Veränderungen in Politik und Gesellschaft erklären?

Solchen Fragen nähern wir uns mit einer großen Bandbreite von Methoden, etwa klassischer Umfrageforschung, Gruppendiskussionen, ethnografischen Beobachtungen oder auch der automatisierten Analyse digitaler Nutzungsdaten.

 

 

Herr Prof. Emmer, vielen Dank für das Gespräch.

 

 

Weiterführende Informationen:
https://vernetzung-und-gesellschaft.de/

 

 

 

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