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Digitale Ökonomie

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Oktober 26, 2016 veröffentlicht von

Autorenbeitrag von Klaus-Peter Bruns, Vorstandsvorsitzender der Fiducia & GAD IT AG

Im Zuge der Digitalisierung muss sich die Kreditwirtschaft mit grundlegend veränderten Kundenerwartungen aus­einandersetzen. Vielfach ist bereits von Prosumenten die Rede – um anzudeuten, dass die früher klare Grenze zwischen Konsument und Produzent zusehends verschwimmt. Verbraucher wollen sich heute aktiv in die Wertschöpfung einbringen: Sie teilen in Communities nicht nur Meinungen und Fotos, sondern auch Wohnungen und Autos oder tauschen Bücher und zu klein gewordene Kinderkleidung aus. Ob milliardenschwere Plattformen wie Airbnb oder Uber tatsächlich als Exponenten dieser neuen Ökonomie des Teilens und der Teilhabe gelten können, ist indessen fraglich. Zwar resultiert auch dort die Wertschöpfung aus der Kollaboration vieler Millionen Plattformnutzer, doch die erzielten Gewinne teilen sich nur wenige. Die Mehrheit der Stakeholder gehört also nicht zu den Shareholdern.

Dank ihres Wertefundaments ist die Reputation der Volksbanken und Raiffeisenbanken trotz der allgemeinen Vertrauenskrise in der Branche bis heute ungebrochen.

Dank ihres Wertefundaments ist die Reputation der Volksbanken und Raiffeisenbanken trotz der allgemeinen Vertrauenskrise in der Branche bis heute ungebrochen.

Anders verhält es sich zum Beispiel bei Fairmondo.de – einer Plattform, die quasi als „Genossenschaft 2.0“ eine Alternative zu globalen Marktriesen wie Amazon werden will. Weltweit formiert sich derzeit eine genossenschaftliche Start-up-Szene, deren digitale Partizipationsgeschäftsmodelle die Ideen von Friedrich Wilhelm Raiffeisen und Hermann Schulze-Delitzsch zu neuem Leben erwecken. Ihr größter Unterschied zu konventionellen Genossenschaften etwa in der Landwirtschaft ergibt sich aus der digitalen Vernetzung, die geografische Distanzen praktisch annulliert: Milchbauern, die gemeinsam eine ge­nos­sen­schaft­liche Molkerei betreiben, kennen sich persönlich. Bei Usern einer überregionalen Digitalplattform trifft das nur in seltenen Ausnahmefällen zu. Demnach müssen sich Digitalplattformen das Vertrauen der User durch sichere Legitimationsverfahren erst erwerben.

In viel größerem Maßstab können Partner wie die Volksbanken und Raiffeisenbanken notwendiges Vertrauen stiften, denn sie kennen ihre Kunden und Mitglieder durch die persönliche Legitimation. Dieses Vertrauenskapital ist ein Wertbeitrag zur kooperativen Plattform-Ökonomie, den in dieser Form nur die Genossenschaftsbanken leisten können.

Dank ihres Wertefundaments ist die Reputation der Volksbanken und Raiffeisenbanken trotz der allgemeinen Vertrauenskrise in der Branche bis heute ungebrochen. Hinzu kommt ihr enger Kundenkontakt und die regionale Vernetzung, auf deren Basis sich bereits lokale Ökosysteme bilden. Worauf es aus Sicht der Fiducia & GAD in Zukunft ankommen wird, ist der Auf­bau einer digitalen Genossenschaftsplattform, die all diese regionalen Ökosysteme untereinander vernetzt. Um hierbei den größtmöglichen Effekt zu erreichen und das wirtschaftliche Vernetzungspotenzial so weit wie möglich auszuschöpfen, muss es sich um eine gemeinsame digitale Plattform für alle Genossenschaftsbanken und ihre Mit­glieder handeln – ein Thema, mit dem die Fiducia & GAD sich aktuell intensiv beschäftigt.

Weitere Informationen unter:
www.fiduciagad.de

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1 Kommentar »

  1. […] Die Experten der Fiducia & GAD AG zählen weitere Pluspunkte der traditionellen Banken auf. …Fachleute betonen indes gleichzeitig, dass sich niemand auf diesen Vorteilen ausruhen dürfe, weil der digitale Lebensstil tiefgreifende Veränderungen mit sich bringe. In den Führungsetagen der Banken ist allerhöchste Aufmerksamkeit gefragt. Es gilt für traditionelle Banken, mit Blick auf den fortschreitenden technologischen Wandel und die Digitalisierung der Weltwirtschaft, die Effektivität der IT-Systeme zu erhöhen und neue innovative Geschäftsideen anzustoßen. […]

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