Digitale Chancen und Strategien für die Gastronomie & Hotellerie
Die Redaktion im Gespräch mit Fabian Geister, einem der Geschäftsführer der Gewinnblick GmbH, über neue gesetzliche Herausforderungen, Digitalisierung und innovative Systeme für mehr Effizienz in der Gastronomie & Hotellerie.
Herr Geister, vor welchen „digitalen“ Chancen und Herausforderungen stehen aktuell Gastronomie- und Hotellerie-Betriebe?
Allen aktuellen rechtlichen Pflichten (Kassenmeldepflicht, TSE-Tausch, E-Rechnung) nachzukommen, die in den letzten Jahren dazugekommen sind, und dabei nicht den Überblick zu verlieren. Gleichzeitig gilt es, die Erwartungshaltung der Gäste und auch die der Mitarbeiter im Bereich der Digitalisierung zu erfüllen.
Hierdurch ergeben sich auch Chancen, den Gastrobetrieb auf die nächste Stufe zu bringen. Schon vor vielen Jahren sagte man: Wer sich als Gastrobetrieb nicht digitalisiert, den wird es nicht weiter geben – diese damals noch „steile“ These hat sich bewahrheitet.
Oft tun sich Betriebe mit dem Start bei der Digitalisierung und Automatisierung von Prozessen schwer (vor allem, wenn man selbst noch wenig Berührungspunkte mit Digitalisierung hatte). Wenn der richtige Partner an der Seite ist und die ersten Prozesse umgestellt wurden, erkennen alle die Mehrwerte und weitere Umstellungen fallen deutlich leichter.

Fabian Geister betont: „Wir sollten den digitalen Rückstand in einen Vorsprung umwandeln.“
Welche Ergebnisse liefert Ihre Studie in diesem Kontext und was kann durch die Implementierung neuer digitaler Tools und Lösungen verbessert werden?
Die Erwartungshaltung der Gäste an digitale Tools ist in den letzten Jahren massiv angestiegen. Bargeldloses Bezahlen direkt am Tisch, Online-Reservierung und eine aktuelle Speise- und Getränkekarte sind ein Must-have.
Die Gäste wollen diese Infos vorab einsehen können und bei Reservierung, Bestellung und Bezahlung nicht lange warten. Wenn ein Betrieb diese Top 3 nicht bietet, kann es gut sein, dass er bei der Auswahl der Restaurants keine Rolle spielt.
Die Gäste wollen 24/7 alle Infos haben, ohne sich telefonisch melden zu müssen. Für die meisten wichtigen Punkte gibt es digitale Tools, die die Erwartungen der Gäste auch erfüllen können. Denn es ist wichtig, das Personal oder auch den Chef eines Betriebes nicht mit dem nächsten Schritt zu überfordern.
Viele Gastrobetriebe müssen hier eng begleitet werden – von Beratern und Dienstleistern wie beispielsweise Gewinnblick oder der DEHOGA-Beratung. Diese erarbeiten gemeinsam mit dem Betrieb einen Fahrplan, der auch „machbar“ ist.
Auch relevant: Ein Partner, der nur die Tools zusammenstellt, die individuell tatsächlich benötigt werden, und diese im Gesamten miteinander kommunizieren lässt. Heißt: Man schafft sich keine zehn Systeme an, die jeweils separat betreut und gepflegt werden müssen, sondern arbeitet im Single-Source-Prinzip, bei dem alle Systeme stetig miteinander kommunizieren.
Inwieweit begleiten Sie Betriebe, die neuen Herausforderungen zu meistern?
Im Prinzip individuell, je nachdem, wie der Betrieb aufgestellt ist. Meist von A bis Z – vor allem in der Anfangsphase sind direkte Ansprechpartner, wie wir, die sich mit dem Betrieb beschäftigt haben, extrem wichtig. Hier geht es auch darum, die Mitarbeiter des Gastrobetriebs nicht zu überfordern. Digitalisierung muss machbar sein und auf das Tempo des Betriebes angepasst werden.
Da ist es immer wichtig, eine Ist- und Soll-Analyse zu machen. Wenn ein Plan aufgestellt ist, kann man mit einzelnen Bausteinen sehr schnell aufzeigen, wo Kosten eingespart und zusätzlicher Umsatz generiert werden kann.
Mobile Kasse, bargeldloses Bezahlen am Tisch, Self-Ordering am Tisch für zusätzlichen Getränkeverkauf, Online-Gutscheine (24/7), Online-Reservierung (24/7), digitale Speise- und Getränkekarte, die sich automatisch die Daten aus der Kasse holt.
Für welche Betriebsbereiche kommen Ihre Lösungen zum Einsatz?
Vom Wareneingang bis hin zur Schnittstelle zum Steuerberater haben wir passende Module, um in einzelnen oder in allen Bereichen zu unterstützen.
Also von der Küche bis ins Büro – und alles, was dazwischen liegt – sind unsere Einsatzbereiche. Oft vernachlässigt im Bereich der Digitalisierung wird die Küche. Hier haben wir vor über zehn Jahren mit dem Küchenmonitoring angefangen: kein Suchen zwischen Papierstreifen, keine Gefahr, dass Bons verloren gehen oder nass bzw. zerknüllt werden. Bestellungen erscheinen in Echtzeit direkt aus dem Kassensystem. Das sorgt für Ruhe und organisiertes Arbeiten – auch für den Service ist die Kommunikation mit der Küche deutlich angenehmer.
Auch das Thema Kalkulation und digitales Rezeptbuch kann mit wenig Aufwand in ein modernes Kassensystem integriert werden. Durch Cloud-Software kann dann jeder in Echtzeit in die Zahlen einsehen. Beim aktuellen Kostendruck ein wichtiges Steuerinstrument für die Zukunft und der kleine Einstieg in das Thema Warenwirtschaft.
Wie gelingt der Einstieg und die Implementierung?
Im Vergleich zu früher ist die Erstinvestition viel geringer als in der Vergangenheit. Oft kann Hardware übernommen werden, und es wird nur die Software ausgetauscht.
Heute entscheidet der Kunde, mit welcher Hardware er arbeitet – ob Profi-Geräte oder Smartphone/Tablet. Sozusagen für jede Betriebsgröße und Anforderung ist das passende Modell dabei. Durch flexible Subskriptionsmodelle können einfach auch Module ausprobiert und wieder gekündigt werden.
Lange und unflexible Laufzeiten gehören hier der Vergangenheit an. In Zukunft bezahlt man für das, was man auch wirklich nutzt. Durch Testzugänge und Demos kann vorab ausgiebig getestet werden, um sich gemeinsam mit dem persönlichen Berater für das richtige Modell zu entscheiden.
Die Investitionssicherheit durch die monatlichen Kosten, in denen auch Updates und rechtliche Neuerungen enthalten sind, stimmt die Branche positiv, zu investieren.
Mittlerweile bieten wir auch Hardware-Abos an. Auch hier garantieren wir einen Austausch bei Defekt oder Neuerungen. So sind die wichtigsten Ausgaben „gedeckelt“, und man kann saisonal bedingt dazubuchen oder herunterstufen.
Vielen Dank für das Gespräch
Das Interview führte unser Redakteur Bernhard Haselbauer
Infos unter: https://gewinnblick.de/
Textlizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-nd/4.0/deed.de
Bild Fabian Geister / Copyright Gewinnblick GmbH







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