Software-Roboter im Einsatz

Die TREND-REPORT-Redaktion im Gespräch mit Hans Martens, Gründer von Another Monday über „Robotic Process Automation“ (RPA).

Herr Martens, was verstehen Sie unter „Robotic Process Automation“ (RPA) und was ist es bzw. was ist es nicht?

Ganz allgemein versteht man unter RPA eine Technologie für die vollautomatische Bearbeitung von regelbasierten Geschäftsprozessen durch Soft­ware-Roboter im Backoffice, die zuvor manuell über Tastatur und Maus ausgeführt wurden. Für diese Technologie eignen sich besonders Geschäfts­pro­zes­se, die ein hohes Bearbeitungsvolumen und eine hohe Wiederho­lungs­frequenz aufweisen.

RPA ist allerdings nicht mit einer einfachen Inhouse-Lösung gleichzusetzen, denn es beinhaltet eine deutlich komplexere Technologie und Methodik. Entscheidend für einen nachhaltigen Implementierungs­erfolg ist vor allem eine detaillierte Prozessanalyse. Denn nur, wenn alle geeigneten Prozessschritte identifiziert, verstanden, dokumentiert und mit all ihren Varianten beschrieben worden sind, können auch die Software-Roboter zu 100 Prozent fehlerfrei arbeiten.

Hans Martens, Gründer von Another Monday, zeigt auf, wie Unternehmen sinnvoll bei der Implementierung von RPA vorgehen.

Welche Vorteile ergeben sich durch RPA für Unternehmen und ihre Mitarbeiter im Arbeitsalltag?

Unternehmen profitieren dank RPA von Kosteneinsparungen von bis zu 75 Prozent und Automatisierungsraten zwischen 80 und 99 Prozent. Dabei steht jedoch nicht nur eine unmittelbare Effizienzsteigerung im Vordergrund. Während Software-Roboter die repetitiven Aufgaben komplett fehlerfrei im Hintergrund erledigen, haben Mitarbeiter mehr Zeit für wertschöpfende Aufgaben.

So kommen sie überwiegend dort zum Einsatz, wo sie den größten Mehrwert haben und Robotern deutlich überlegen sind. Das betrifft vorwiegend Aufgaben, die Kreativität, Beratungserfahrung oder Empathie erfordern. Diese intelligente Arbeitsaufteilung zwischen Mensch und Maschine gibt Mitarbeitern Freiräume für kreative Tätigkeiten, was sich auch positiv auch auf die Arbeitsmotivation auswirkt.

 

Wie gehen Sie bei der konkreten Implementierung vor?

Jedes unserer RPA-Projekte startet mit einem Proof of Concept. Dieser Vorgang ist elementar, weil sich nicht jeder Prozess für eine Automatisierung eignet. Wichtig ist auch die strategische Aufhängung des Projekts. Hierzu zählt beispielsweise die Gewinnung von Projektbefürwortern mit entsprechendem Know-how.

Das Schlüsselelement unserer Projekte bildet jedoch eine elaborierte Methodik, die aus fünf Phasen besteht. Zunächst findet eine detaillierte Identifikation der geeigneten Prozesse statt, an die eine umfassende Prozessanalyse anschließt. Hierauf basierend entwickeln wir indi­viduelle Software-Roboter, die nach einer Testphase und fortlaufender Optimierung ihre Arbeit im Betrieb aufnehmen.

Neben der richtigen Methodik spielt für einen nachhaltigen RPA-Erfolg die Mitarbeiterkommunikation eine ent­scheidende Rolle. Denn nur, wenn alle Mitarbeiter für die Vorteile der Prozess­automatisierung sensibilisiert sind und das Projekt unterstützen, können die Software-Roboter ihre Stärken bestmöglich ausspielen und die Mitarbeiter bei ihrer Arbeit entlasten.

Weitere Informationen unter:

www.anothermonday.com

Lesen Sie darüber hinaus hier noch ein sehr interessantes ausführliches Interview mit Hans Martens.
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