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Digitalisierung: Gesellschaft und Wirtschaft auf dem Weg in ein neues Zeitalter

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September 27, 2017 veröffentlicht von

Ob im Privatbereich, der Politik oder Wirtschaft: Das Schlagwort „Digitalisierung“ ist in aller Munde. Die Auswirkungen sind allenthalben spürbar, ohne dass wir uns dessen immer bewusst sind. Für die Wirtschaft hat die Digitalisierung wahrscheinlich die gravierendsten Folgen und die wesentlichsten Umbrüche seit Beginn der Industriellen Revolution gebracht. Obwohl die neue Zeit längst in unser aller Alltag angekommen ist, wird das Phänomen der Digitalisierung vielfach immer noch als Domäne von Informatikspezialisten wahrgenommen. Tatsächlich ist die Ausgangslage denkbar einfach. Digitalisierung beschreibt zunächst nichts weiter als einen neuen Standard zur Speicherung und Nutzung von Informationsdaten.
Die Innovationskraft der Wirtschaft, die die Chancen der neuen Zeit rechtzeitig erkannt hat ist der Grund, warum diese kleine Veränderung starke Auswirkungen auf alle Lebensbereiche hat.

Heute wird das Heimkino mit digitalen Daten betrieben, auf BlueRay, DVD oder USB – wenn der Empfang nicht ohnehin direkt über eine Datenleitung stattfindet. Fotoapparate verarbeiten den ganzen Prozess der Bilderstellung von der Aufnahme bis zur Speicherung digital, Musikkassetten und Schallplatten haben sich vom Breitenmedium zu Sammlerstücken für Nostalgiker entwickelt, der Kippschalter wich dem Touchpad, und wer in Deutschland heute noch analog kommunizieren möchte, muss auf Konservendosen und Bindfaden zurückgreifen. Durch die Darstellung von Daten in computerlesbarer Form, was schnellen Zugriff und Verarbeitung durch eine Vielzahl von Speichermedien und Geräten garantiert, ist es möglich, mehr Daten höherer Qualität, die kompakter aufbewahrt werden, in kürzerer Zeit zu verarbeiten. Die Standards der Datenspeicherung sind dabei überall gleich, so dass Transport und Nutzung der gespeicherten Information an jedem Gerät möglich ist, das über die technischen Voraussetzungen zum Lesen des Datenträgers verfügt.

Die Infrastruktur der Glasfaser- und Kupferleitungen, Server, Rechenzentren und Router, auf der unsere Kommunikation, Verwaltung, Maschinensteuerung, Buchhaltung, Verkehrsleitanlagen, Bibliotheken, Wetterstationen und Klimaanlagen aufbauen, ist heute ebenso bedeutsam für das öffentliche Leben, wie die Funktionssicherheit unserer Stromnetze und Wasserleitungen. Personal Computer und Digitalisierung haben dabei das Verhältnis zwischen Anbietern und Nutzern von Infrastruktur revolutioniert. Bei Datennetzen handelt es sich nur um eine passive Infrastruktur. Aufgrund der vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten können die Inhalte und Angebote dieser Infrastruktur von allen Anwendern gestaltet werden. Die aus dem niederschwelligen Zugang resultierende Interaktivität macht den anhaltenden Prozess der Umstellung mechanischer und analoger Systeme in allen Lebensbereichen allumfassend und tiefgreifend.

Digitalisierung beschreibt dabei nicht ausschließlich eine Transformation von alten Technologien zu neuen wirtschaftlichen Techniken und Anwendungen. In Verbindung mit den dank Digitalisierung neu entstandenen Nutzungsmöglichkeiten ist die Basis der Technologienutzer so stark gewachsen, dass nicht nur Verfahrensweisen von Wirtschaft und Politik, sondern auch das menschliche Zusammenleben selbst beeinflusst wurde und weiterhin wird. Dabei reicht die Palette der Anwendungen von der Sorge um Säuglinge und Haustiere bis zur Betreuung Pflegebedürftiger, von miniaturisierten Anwendungen wie mikroskopisch kleinen Sensoren bis zu vollständig automatisierten Fertigungsstraßen im Hektargröße.

Die Digitalisierung kommt naturgemäß nicht nur als technische Neuerung daher, die – ähnlich der Umstellung von Holz auf Eisenrümpfe in der Schifffahrt – nur moderate Auswirkungen hat: Die Omnipräsenz der digitalen Funktionen verändert in hohem Tempo und täglich aufs Neue die Realität aller Menschen, deren Leben Berührungspunkte mit dieser Technologie haben. Die Geschwindigkeit, mit der diese Neuerungen in unser Leben treten, ist, ebenso wie ihre Auswirkungen, beispiellos in der Geschichte, mit ähnlicher Relevanz wie die Erfindung des Rads oder die Nutzbarmachung des Feuers.

Als Herzstück moderner Gesellschaften ist die Wirtschaft von der Digitalisierung am stärksten betroffen. Die Umstellung auf neue Technologien hat zwar in den Anfangsjahren zunächst Kosten geschaffen, doch wurden diese durch die damit erreichte Steigerung der Arbeitsproduktivität auf jeder Ebene leicht wieder eingespielt. Die wesentlichen Folgen der Digitalisierung sind trotz ihrer rasanten Entwicklung jedoch langfristiger Natur. Die Neuerungen in der Kommunikation haben das Verhalten der Menschen und den Umgang miteinander verändert. Auffällig sind dabei vor allem immer die Modeerscheinungen, die häufig zuerst von der Jugend adaptiert werden, wie Beziehungen, die via WhatsApp oder per SMS beginnen oder enden. Nachhaltiger und weniger öffentlich verändert die Nutzung neuer Informationswege und digitaler Geräte unsere Arbeitsprozesse, Führungsphilosophien und Marktmechanismen.

Die Tatsache, dass der Prozess der Digitalisierung simultan weltweit stattfindet, führt zu einer nie dagewesenen Entwicklungsdynamik. Jede technischen Neuerung bringt weitere hervor; die dann den Prozess weiter Beschleunigt. Alte Marktmechanismen kollidieren dabei oft mit dieser sich selbst verstärkenden Dynamik, deren Auslöser die Bedürfnisse der Anwender und Konsumenten sind. Das Patent- und Markenrecht, das auf diese Bedürfnisse nicht zugeschnitten ist, stößt hier schnell an seine Grenzen. Firmen, die sich mit Prinzipien des analogen Zeitalters der Dynamik der digitalen Revolution entgegenstellen, indem sie die Kontrolle über Schlüsseltechnologien und Nutzungsrechte mittels Patenten absichern, ziehen sich den Zorn des Marktes zu, wenn sie die Wünsche der stets größer werdenden Anwendergemeinde unberücksichtigt lassen. In einigen Bereichen finden sich schnell kompetente Anwender zu Projektgruppen zusammen und stellen dem kommerziellen Angebot eine Alternative in Form von freier Software entgegen.

Da die Verknüpfung digitaler Informationen und Geräte durch das Internet frühere Grenzen des Informationsaustauschs und der Zusammenarbeit aufgehoben hat, sind der Markt und das Betätigungsfeld jeder Firma tatsächlich global geworden, auch wenn ihr Tätigkeitsfeld aufgrund der Natur ihrer Dienstleistung möglicherweise unveränderbar lokal ist. Ein kleiner Hausmeisterdienst bei München besitzt Computer aus Japan, mit Programmen aus den USA. Sie transferieren Informationen über Netzwerke aus Deutschland zu Servern in Indien auf in England gehosteten Internetseiten, welche eine österreichische Firma geliefert hat, deren Programmierer in Bangladesch leben. Diese werden von einem Kunden im Urlaub in der Karibik aufgerufen, der seine Meinung auf Facebook mitteilt, welches eine noch viel kompliziertere Infrastruktur benötigt, um zu funktionieren.

Die Geschwindigkeit und Dynamik der Digitalisierung ist für viele Betroffene nicht immer leicht nachzuvollziehen. Die Internationalität der Entwicklergemeinde und das Tempo der Entwicklung haben eine neue Sprache entstehen lassen. Teils, weil für bestimmte Erfindungen neue Begriffe geschaffen werden mussten, teils, weil bisher die Zeit fehlte, englische Wörter oder Wortschöpfungen in die Landessprache zu übertragen. Auch die Relevanz der neuen Möglichkeiten, die mit der rasant voranschreitenden Digitalisierung einhergehen, ist für Entscheider nicht immer sofort überschaubar. Beide Bereiche werden die Spezialisten der Unternehmensberatung p-reputation in den folgenden Ausgaben aufgreifen, um das intellektuelle Dickicht aus Schlagwörtern und PR-Aussagen rund um die Digitalisierung zu lichten.

Weitere Informationen unter:
www.p-reputation.com

 

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