„Innovation darf nicht nur eine Phrase sein“

Innovative Verpackungen sind längst mehr als optisch ansprechend oder nachhaltig. Der Verpackungshersteller rlc | packaging geht in seiner Branche neue Wege und beweist mit dem Konzept „Lumen“, dass „quer und disruptiv denken“ ein wichtiger Schritt im Innovationsprozess ist. Stephan Bestehorn, geschäftsführender Gesellschafter der rlc l packaging group, erläutert im Interview mit der TREND REPORT-Redaktion, wie Kreativität und Innovationskultur miteinander einhergehen.

Welche Voraussetzungen brauchen Unternehmen um Ihren Innovationsprozess erfolgreich zu öffnen?
Innovation darf im Unternehmen nicht nur eine Phrase sein, die intern und extern kommuniziert aber nicht gelebt wird. Innovation muss als Motor gesehen werden, in der Unternehmensvision fest verankert sein und von der Führungsebene und seinen Mitarbeitern verkörpert werden. Zudem bedarf es einer guten Markt- bzw. Kundenkenntnis, die ein Handeln abgestimmt auf den Kundennutzen sicherstellt. Diese Kombination bietet eine erste, gute Grundlage, um einen Innovationsprozess erfolgreich implementieren zu können. Sind diese Voraussetzungen geschaffen, so gilt es seine IST-Situation genauestens zu analysieren, z.B. haben meine Mitarbeiter das benötigte Wissen, stimmen die finanziellen Voraussetzungen, agiert mein Unternehmen agil.

Was wird in Ihrem Unternehmen, im Kontext Ihrer Unternehmensprozesse, unter „Kreativität“ verstanden?
Wir haben Kreativität einen Namen gegeben: RETHINK PACKAGING! Rethink bedeutet eine andere, kreative Sicht auf die ganze Angebotskette. Innovation und Kreativität beziehen sich bei uns nicht nur auf das Design bzw. die Konstruktion und den Mehrwert einer Verpackung an sich, sondern auch auf die Prozesse entlang der Wertschöpfungskette. So können wir kurzfristig neue Ideen umsetzen und Trends frühzeitig in unseren Verpackungen verwirklichen. Unter Kreativität bzw. Rethink verstehen wir dabei auch die Fähigkeit, neue nützliche Ideen praxiswirksam umzusetzen. Für ein Verpackungsdesign heißt dies beispielsweise, dass unsere Ideen und Vorschläge sich auch technisch effizient produzieren lassen.

Welche Bedeutung hat der Open-Innovation-Ansatz für Ihr Innovationsmanagement?
Um Innovation bei uns täglich leben zu können, haben wir vor sieben Jahren die Agentur brandpack gegründet. Brandpack ist eine Verpackungsdesignagentur, die ganzheitliches Design für Verpackungen, Markenverständnis und technisches Know-How vereint. Die mittlerweile selbstständige Agentur treibt auch unser Innovationsmanagement und bedient sich regelmäßig am Open-Innovation-Ansatz, um zum einen Ideen aber auch Wissen zu generieren. Wir glauben, Erfolg zu haben, wenn man offen für Wissen ist bzw. Wissen gemeinschaftlich erzeugt, um die Lücke zwischen Markt und Technologie zu schließen.

Was verstehen Sie unter: „Führen durch Loslassen“?
Wir sind seit mehr als 150 Jahren ein Familienunternehmen, so definieren wir auch die Beziehung zu unseren Mitarbeitern. D.h. wir geben Ihnen viel Entfaltungsfreiraum, Sicherheit, schenken Ihnen Vertrauen und erteilen auch die entsprechende Verantwortung. Denn wir glauben fest daran, dass die besten Ideen entstehen, wenn man sich wohlfühlt, sich ausleben kann und weiß, dass man jeden jederzeit ansprechen kann.

Sind soziale Netzwerke wichtig für Open Innovation?
Ja. Soziale Netzwerke stellen eine Wissens- und Kommunikationsquelle dar, die es vor dem Internetzeitalter nicht gab. Denn hier trifft man auf die Welt und die Sprache der Verbraucher. Ob eine Diskussion über die Lieblingsmarke, Bewertungen von Produkten oder Erlebnisse mit einem Erzeugnis – der Konsument formuliert seine Meinung und seine Bedürfnisse offen. Eine hilfreiche Quelle, um  Wissen für einen Innovationsprozess zu generieren.

Wie kreativ gehen Sie zum Beispiel mit den Möglichkeiten der „Digitalisierung“ um?
Digitalisierung ist ein langfristiger Trend, der uns als Unternehmen ganzheitlich fordert und nach kreativen Lösungen innerhalb der ganzen Wertschöpfungskette schreit. Als Verpackungshersteller haben wir die Chance nun etwas mitzugestalten und das wollen wir. Daher setzen wir uns intensiv mit dem Thema auseinander, schließen uns mit Partnern der Wertschöpfungskette zusammen und bauen Prototypen. Ein Beispiel dafür ist unsere Konzeptstudie „Lumen“, die den Mehrwert der Digitalisierung durch Printed Electronics zeigt. Zudem diskutieren wir aktiv mit unseren Kunden über Potenziale und Umsetzungsmöglichkeiten, beispielsweise auf der von brandpack veranstalteten Konferenz expacktation (www.expacktation.de).

Wie beziehen Sie Ihre Kunden und / oder Geschäftspartner in die Entwicklung Ihrer Produkte und Dienstleistungen ein?
Die Kunden bzw. der Markt bildet für uns die Basis bei der Entwicklung von neuen Produkten oder Dienstleistungen. Daher stehen wir mit unserem Kunden im engen Kontakt und diskutieren Verpackungslösungen proaktiv. Der persönliche Kontakt steht hierbei im Vordergrund. Wir sehen den Kunden nicht als passiven Leistungsträger sondern als aktiven Partner.

Wie fördern Sie Kreativität?
Wir fördern Kreativität intern indem wir Sie aktiv vorleben. Die Mitarbeiter haben im Rahmen der Möglichkeiten freie Handlungs- und Gestaltungsmöglichkeiten. Zudem arbeiten wir in bestimmten Bereichen auch mit Universitäten zusammen und ermöglichen Studenten sich mit einem realen Fallbeispiel auseinanderzusetzen und sich kreativ auszuleben.

Herr Bestehorn, wir danken ganz herzlich für das Gespräch.

Weitere Informationen unter:
http://rlc-packaging.com/

Bildquelle / Lizenz: rlc | packaging Group

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