Chinesische Luxussteuer trifft deutsche Autobauer

Peking. Seit Sonntag erhebt China eine Luxussteuer von zehn Prozent auf Autos, die mehr als 108.000 Euro kosten – zuvor lag die Grenze bei rund 156.000 Euro. Die Maßnahme trifft vor allem deutsche Hersteller wie Mercedes und Porsche, deren Modelle häufig in dieses Preissegment fallen.

Erstmals sind auch Elektro- und Brennstoffzellenfahrzeuge betroffen. Die Steuer wird auf den Endverkaufspreis inklusive Sonderausstattung erhoben. Experten erwarten, dass die Maßnahme chinesischen Herstellern im mittleren Luxussegment zugutekommt.

Der Markt für Luxusautos ab einer Million Yuan (ca. 119.000 Euro) ist im ersten Halbjahr 2025 um fast 50 Prozent eingebrochen – nach einem Rückgang von 34 Prozent im Vorjahr. Grund ist die Kaufzurückhaltung infolge wirtschaftlicher Unsicherheit. Besonders betroffen sind ausländische Hersteller, da in diesem Segment noch 90 Prozent der Verkäufe auf Verbrenner entfallen.

Laut dem chinesischen Autohändlerverband wurden im ersten Halbjahr rund 37.000 Fahrzeuge im betroffenen Segment verkauft. Mercedes hält mit 16.000 Einheiten einen Marktanteil von 48 Prozent, gefolgt von Landrover, Porsche, Lexus und Bentley.

China bleibt mit 15,7 Millionen verkauften Pkw im ersten Halbjahr der größte Automarkt der Welt. Der Anteil alternativer Antriebe liegt bei über 44 Prozent. Gleichzeitig herrscht unter E-Auto-Herstellern ein harter Preiskampf.

2024 brach der Absatz deutscher Oberklassemodelle um fast ein Viertel ein, 2025 setzte sich der Rückgang fort. Besonders betroffen sind importierte Modelle, auf die zusätzlich 15 Prozent Zoll und bis zu 40 Prozent Verbrauchsteuer erhoben werden.

Die neuen Regeln dürften den Anteil importierter Luxusautos weiter senken. Viele chinesische Modelle wie der Nio ET9 oder der Zeekr 009 Grand bleiben unter der Steuergrenze.

Mercedes-Chef Ola Källenius warnte bereits im April vor wachsendem Konkurrenzdruck durch chinesische Hersteller. Der SU7 von Xiaomi etwa ähnelt dem Porsche Taycan, kostet aber weniger als die Hälfte. Källenius will sich dem Preiskampf entziehen und setzt auf stabile Restwerte.

Deng Jianquan von Cinda Securities sieht die Auswirkungen der Steuer gelassen: Käufer in dieser Preisklasse seien wenig preissensibel.