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Banken müssen sich öffnen

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Juni 18, 2018 veröffentlicht von

Banken müssen sich öffnen – in jedem Bereich – um weiter zu bestehen

Die Finanzbranche hat es momentan wirklich nicht leicht. Neue Technologien, neue Wettbewerber, neue Gesetze und gestiegene Kundenerwartungen – das sind nur einige der Herausforderungen, denen die Finanzinstitute gegenüberstehen.

Sinkende Margen und schwindende Börsenkurse haben dazu beigetragen, dass nahezu alle Institute mittlerweile die Zeichen der Zeit erkannt haben und nun auch wirklich Taten folgen lassen. Meist werden dazu riesige Summen in die Hand genommen, um mit neuester Technik voranzukommen. Warum Geld alleine das Problem nicht lösen kann, haben wir in einigen anderen Artikel bereits beschrieben. (Digital Banking – die größten Herausforderungen für Finanzinstitute)

Deutlich wird dies aber vor allem an der Tatsache, dass klassisches Banking an sich an Bedeutung verliert. Ohne eine Hausbank war das finanzielle Überleben einer Privatperson bis vor wenigen Jahren undenkbar. Aber wir leben in Zeiten von Apple Pay, PayPal, der Amazon-Kreditkarte und bald auch AliPay – wer einen Blick nach Asien, Afrika oder den USA riskiert, kann erahnen, was auf die Banken zukommt.

Wenn Arbeitgeber erst einmal beginnen, das Gehalt auf PayPal & Co. zu transferieren – wer braucht dann noch eine Hausbank? Vor allem, wenn es Wettbewerber gibt, die Bankservices besser, schneller, mobiler und günstiger anbieten. Noch genießen Hausbanken hierzulande einen Vertrauensvorsprung gegenüber digitalen Wettbewerbern, aber wie lange noch? Banken müssen daher neue Wege finden, interessant zu bleiben und die Anforderungen der Kunden bestmöglich zu erfüllen. Gelingt ihnen das nicht, geraten sie in Gefahr, die Kunden zu verlieren.

Open Banking – der Weg in die Zukunft?

Open Banking steht für die Öffnung bisher geschlossener Abläufe und Produkte. Zusammen mit Partnern, Wettbewerbern und vor allem externen Entwicklern lassen sich so schneller als bisher neue wettbewerbsfähige Produkte schaffen. Hierbei steht die Nutzung von Bank APIs (Softwareschnittstellen) durch externe Softwareentwickler im Vordergrund. Über APIs erhalten Entwickler Zugriff auf Kundendaten und Bankanwendungen, können diese mit anderen Daten kombinieren und so ganz neue Finanzdienstleistungen schaffen.

Der Kunde möchte Bequemlichkeit bei dem Erwerb eines Produktes oder bei der Nutzung eines Services. Dazu gehört auch, dass er nicht jedes Mal wieder alle seine Daten neu eingeben muss. Egal ob er bei Amazon shoppt, eine Wohnung bei Airbnb bucht oder ein neues Konto eröffnet. Banken haben sich bisher geweigert, die Kundendaten auch externen Drittanbietern zur Verfügung zu stellen. Begründet war dies oftmals auf herrschenden Regularien, die die Banken einhalten müssen.

Doch dürfen die Finanzinstitute in Zukunft nicht den Fehler machen, sich hinter diesen Regularien zu verstecken, sondern müssen auf Grundlage der DSGVO beginnen, ihre Daten externen Anbietern zur Verfügung zu stellen und so einen Mehrwert für die Kunden bieten. Banken stehen vor der Herausforderung sowohl ein einmaliges Kundenerlebnis zu schaffen, es den Kunden zu bequem und einfach wie möglich zu machen als auch die Sicherheit seiner Daten zu gewährleisten.

Hier liegt die Chance für Banken: Nahezu alle Anwendungen im Finanzumfeld benötigen einen Identitäts- und Altersnachweis und genau diese Unterlagen liegen den Instituten bereits vor. Kopien des Personalausweises, Gehaltsbescheinigung, Kreditwürdigkeit – all das ist in den Systemen der Banken vorhanden. Kreiert ein FinTech, das mit einer großen Bank kooperiert, eine neue App, kann auf Eingabe der persönlichen Daten, Überprüfen der Identität und Altersnachweis verzichtet werden, da viele der benötigten Dokumente bereits der Bank vorhanden sind.

Kunden kennen das Prozedere vom Smartphone – “Mit Google Konto registrieren/ anmelden”, künftig könnte es heißen “Mit meinem Konto von BankABC registrieren”. Die Deutsche Bank übrigens hat zusammen mit Partnern wie der Allianz und Daimler genau so etwas eingeführt. VERIMI¹ heißt das zentrale Account, mit dem man sich schnell und sicher bei verschiedenen Online-Diensten registrieren, einloggen und ausweisen kann.

Turbo-Booster PSD2

Aber das beschriebene Szenario ist nur der Startpunkt der digitalen Reise. Banking kann noch angenehmer werden, wenn man sich mit bisherigen Konkurrenten verbindet. Amazon hat das schon lange erkannt und bietet mit dem Amazon Marketplace externen Händlern seine Infrastruktur an. Das hat dazu geführt, dass viele Händler gar keine eigene Webseite geschweige denn einen Online-Shop benötigen, sondern ausschließlich auf Amazon verkaufen.

Interessanterweise hilft PSD2 diesen Ansatz im Finanzsektor voranzutreiben. Die Payment Services Directive 2 (PSD2) definiert die Marktöffnung für Drittanbieter im Zahlungsverkehr, um Innovationen und den Wettbewerb zu fördern. Gleichzeitig soll der Verbraucherschutz erhöht werden.

Hinter der neuen Richtlinie steht das Ziel, durch neue Anbieter, neue Lösungen und verstärkten Wettbewerb die Kosten im Zahlungsverkehr generell zu senken und die Sicherheit zu erhöhen. PSD2 verpflichtet Banken auf Wunsch des Kontoinhabers ihm oder von ihm ausgewählten Dritten den Zugriff auf Kontodaten zu gewähren. Für Kunden bedeutet das vor allem eine Vereinfachung des Zahlungsverkehrs, eine Analyse der Kontobewegungen und eventueller Sparmöglichkeiten.

 

Innovationen und Start-ups gegenüber offen sein

Neben OpenBanking, APIs und PSD2 bieten FinTechs den Banken eine weitere Möglichkeit, sich zu öffnen. Besondere Fähigkeiten und Kompetenzen, die für die Extraktion von Informationen aus vorliegenden Daten und Partnerschaften zwischen Branchenakteuren benötigt werden, können oftmals besser von FinTechs oder Startups geliefert werden. Sie haben die Möglichkeit und das Know-how, durch tiefer gehende Datenanalysen den Kunden individuelle Vorschläge zu unterbreiten und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Banken profitieren dabei von einer schnelleren Reaktionsfähigkeit auf Marktimpulse der StartUps. Durch die Partnerschaft kann die Zeit zwischen der Konzeption einer Lösung und ihrer tatsächlichen Kommerzialisierung enorm verkürzt werden. Weitere damit verbundene Vorteile sind Kostensenkungen und eine Steigerung der Rentabilität.

Einige der klassischen Banken haben bereits erkannt, wie nützlich Kooperationen mit  FinTechs sind und schaffen mit der Zusammenarbeit ein Win-Win aus Kundenstamm und neuen digitalen Lösungen. Beispiele sind die Direktbank ING mit Yolt oder die HSBC mit dem Fintech Bud. In einigen Fällen übernehmen Banken auch einfach FinTechs, so hat sich die spanische BBVA mit den drei Start-Ups Holvi, Simple und Madiva verbunden.

Open Mind gewinnt

Nicht nur “Open Banking”, sondern vor allem eine Art “Open Mind” ist es also, was deutsche Banken in Zukunft verfolgen müssen; bestehende Geschäftsmodelle und Infrastrukturen überdenken und überarbeiten. Die stattfindende digitale Transformation sollten Banken dazu nutzen, die eigene Ausrichtung vor allem in Hinblick auf Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Parteien in einem System neu zu definieren. Das erklärte Ziel dabei: Innovationen und Bereitstellung von Dienstleistungen zum Wohle des Kunden.

 

Weiterführende Informationen zum Unternehmen:
www.avoka.com

 

Unser Autor

*Christian Brüseke verantwortet als General Manager die D-A-CH-Region von Avoka.

 

 

 

 

 

 

¹Quelle: VERIMI – https://www.deutsche-bank.de/pk/digital-banking/digital-banking-im-ueberblick/verimi.html 

 

Aufmacherbild / Quelle /Lizenz
Pixabay / CCO Creative Commons

Beitragsbild / Quelle / Lizenz
Pxabay / CCO Creative Commons

 

 

 

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