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Sechs Tage in einer anderen Welt: Burundi

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Juni 23, 2015 veröffentlicht von

Burundi Schule

Um selbst einmal vor Ort zu erleben, welche positiven Folgen der kontinuierliche Einsatz von Mosca und World Vision in Burundi haben, machte sich Frank Mutschler, Leiter Marktkommunikation bei Mosca, im März dieses Jahres in den afrikanischen Binnenstaat auf. Zurück kehrte er mit der Überzeugung, genau am richtigen Ort Hilfe zu leisten. Hier ist sein Bericht:

„Die Eindrücke überwältigten mich von Anfang an: Was ich vorfand, war fernab von touristischen Infrastrukturen. Ich erlebte einige wirklich atemberaubende Momente und Landschaften – und ein Land mit tiefen Narben und Herausforderungen, gleichzeitig aber sehr charmanten und engagierten Menschen. Zu den Herausforderungen zählte eindeutig die Frage nach den Perspektiven für die Bevölkerung: Bildung ist eine zentrale Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung in Burundi. Genau hier setzt World Vision an und investiert Spendengelder in Aufklärung und Bildung, Vorschulprojekte (Reading Camps), Schulen, landwirtschaftliche Projekte oder auch Mikrokredite für junge Frauen. All das sollte ich während meiner Reise zu sehen bekommen.

Angekommen in der Hauptstadt Bujumbura wurden wir von zwei deutschen Mitarbeiterinnen von World Vision empfangen und brachen bereits am nächsten Morgen nach Cankuzo auf, der östlichsten Provinz und einer der ärmsten Regionen von Burundi. Ich hatte mit vielem gerechnet, aber nicht, auf eine so beeindruckende, vielfältige und wunderschöne Landschaft zu treffen. Den Hauptteil nimmt ein ausgedehntes Hochland ein, das sich von 1.800 Metern Höhe im Westen bis auf 1.200 Meter im Osten treppenartig absenkt. Das Hochland besteht weitgehend aus Feuchtsavanne und die Gebirgslagen aus Resten tropischen Regenwalds. Den Nordosten hingegen bestimmen ausgedehnte Sumpfgebiete.

Mosca World Vision

Mitarbeiter Frank Mutschler macht sich Mitte März 2015 mit World Vision auf den Weg nach Burundi, um die Fortschritte der geförderten Projekte zu sehen. Mit Jeeps geht es sechs Tage über Land.

Welle der Herzlichkeit

In Cankuzo angekommen wartete ein prall gefüllter Besuchsplan auf uns, den Beginn machte unser Schulprojekt in Gatete. Mit dem Wort „Muzungu!“ wurden wir von vielen, neugierigen Kindern begrüßt – es sollte uns in den nächsten Tagen immer wieder entgegengerufen werden. Auf Kirundi bedeutet es „Weißer“. Als Weißer fallen Sie in Burundi auf, zumindest auf dem Land: Abseits der Hauptstadt Bujumbura halten sich bislang kaum Weiße auf. Letizia, die gute „Seele“ von World Vision in Cankuzo, erklärte uns, dass wir mit einem freundlichen „Amahoro“, soviel wie „Hallo“, antworten sollen. Über 400 Kindern begrüßten uns schließlich mit afrikanischen Tänzen und Gesang – uns schlug eine Welle der Herzlichkeit entgegen, ein Gefühl, dass sich nur schwer in Worte fassen lässt.

Das Schulgelände vor Ort war an Sauberkeit und Ordnung kaum zu übertreffen, bereits im September 2012 hatte World Vision die ersten Gebäude der Grundschule eingeweiht. 400 Kinder, von denen die meisten bis zu fünf Kilometer zum Unterricht laufen, konnten seitdem in einem kindgerechten, sicheren Gebäude unterrichtet werden. In einem zusätzlichen Gebäude sind ein Lehrerzimmer sowie eine kleine Bücherei untergebracht; außerhalb helfen große Tafeln dabei, das alle Dorfbewohner gemeinsam lernen können. 2013 wurde außerdem der Bau neuer Lehrerunterkünfte abgeschlossen. Ganz wichtig waren neue Toilettenanlagen sowie Handwaschvorrichtungen vor jedem Klassenraum, um die Verbreitung von Krankheiten zu verringern. Ein echter Etappensieg auf dem Weg zur Verbesserung der hygienischen Bedingungen an der Schule!

Burundi Schule

In Burundi sind die Spuren des Bürgerkriegs bis heute sichtbar. Vor allem das Bildungssystem hat gelitten. Dabei ist gerade dies ein Weg aus der Armut.

Freude am Lernen

Im Anschluss besuchten wir die Grundsteinlegung eines weiteren Schulgebäudes in Muyaga sowie die neu ins Leben gerufenen „Reading Camps“ von World Vision, die die Lese- und Schreibkompetenz bei Kindern zwischen 3 und 6 Jahren kreativ fördern wollen. Freiwillige unterstützen dafür in einfachsten Hütten aus Lehm und Bananenblättern Vorschulkinder bei ihren ersten Versuchen, das Lesen und Schreiben zu erlernen. Nie habe ich eine solche Begeisterung beim Lernen erlebt wie in Burundi und konnte es kaum glauben, dass fast alle 3-6-Jährigen in den „Reading Camps“ bereits schreiben und lesen können. Viele dieser Camps sollen in den nächsten Jahren folgen.

Für mehr Ausgewogenheit

Mit speziellen „FARN“-Projekten will World Vision außerdem der Unterernährung von Kindern entgegenwirken und dafür die Mütter in Ernährungs-, Anbau- und Kochkursen schulen. Die Frauen lernen, wie sie mit lokal verfügbaren Lebensmitteln nahrhafte und ausgewogene Mahlzeiten zubereiten können – die Grundlage dafür, dass sich Kinder gesund entwickeln können. Ein ganz besonderer Moment war, als ich bei einem dieser Projekte auf meinen kleinen Namensvetter „Frank“ traf. Er kam direkt auf mich zu, vollkommen ohne Berührungsängste vor dem großen, grauen Mann und lachte und spielte mit mir. Genau da wusste ich, dass unsere Spenden genau am richtigen Ort und beim richtigen Partner ankommen.

World Vision "FARN Project"

Mit speziellen „FARN“-Projekten will World Vision der Unterernährung von Kindern entgegenwirken. Mütter lernen, wie sie mit lokal verfügbaren Lebensmitteln nahrhafte und ausgewogene Mahlzeiten zubereiten können.

Auf unserer weiteren Reise durch die Provinz stand auch der Besuch einer Ananasplantage auf dem Programm (vergessen Sie alles, was Sie über Ananas zu wissen glauben – direkt vom Strauch schmecken sie vollkommen anders!). World Vision hat mit Fortbildungen dazu beigetragen, dass bereits mehr als 7.500 Kleinbauern ressourcenschonende Methoden in der Landwirtschaft anwenden, einige konnten ihre Erträge dadurch um mindestens 20 Prozent steigern. Und auch Frauen-Spargruppen lernten wir kennen: Indem sie gemeinsam sparen, schaffen sich die Mitglieder ein eigenes Grundkapital, aus dem sie sich reihum Mikrokredite als Startkapital für ihre Ideen finanzieren. Eine Idee, die sehr gut als Weg aus der Armut funktioniert.

Wie geht es weiter?

In den kommenden drei Jahren werden wir von Mosca gemeinsam mit World Vision weitere Bildungsprojekte in Cankuzo unterstützen – Grundschulen errichten und bestehende sanieren oder ausbauen. Außerdem wollen wir noch mehr in die Qualität von Bildung investieren: Dafür werden nicht nur Lehrer ausgebildet, wichtig ist auch, dass das Umfeld mithilft, also die Familien und die Nachbarschaft. Von uns bekommen sie dafür die nötige Unterstützung!

Amahoro!“

 

Autor: Frank Mutschler, Leiter Marktkommunikation, bei der Mosca GmbH

Mosca & Frank

Ein ganz besonderer Moment: Frank Mutschler trifft auf seinen kleinen Namensvetter „Frank“, der spontan und offen auf ihn zukommt.

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