Big Data, UX & KI: Alle Streaming-Anbieter arbeiten mit Algorithmen, die das Nutzerverhalten analysieren und in personalisierte Empfehlungen umwandeln.

Von Gordon Herenz

Rhythmen & Algorithmen – Musik, Industrie und KI

Alle Streaming-Anbieter arbeiten mit Algorithmen, die das Nutzerverhalten analysieren und in höchstpersonalisierte Empfehlungen umwandeln – siehe Spotifys Mixtape, das den Hörern nach Genres geclusterte Playlists bietet.

Die Grundlage für die Personalisierung, sei es in Form von Playlists, Serienvorschlägen oder Werbung, sind die Nutzerdaten, die der jeweilige Seiten- bzw. App-Betreiber sammeln muss, um diese Vorschläge dem User zu unterbreiten. Das Einverständnis zum Sammeln gibt der Nutzer mittels Cookie-Bestätigung (Opt-in) bzw. mit dem Abschluss einer (Premium-)Mitgliedschaft.
Im Nachgang kann das Unternehmen die Daten des Einzelnen sammeln und mittels KI-Algorithmen die UX verbessern, aber auch beeinflussen und sogar lenken – zum Beispiel, wenn es um Werbung, Anzeigen, Weiterleitung auf externe Inhalte und Angebote oder In-App-Käufe geht.

Der Einfluss von KI auf die Musikindustrie

(Die Digitalisierung der Musik – eine Infografik von RS Components)

Spotify bietet den Hörern z. B. individualisierte Mixtapes der Woche an, die nach Genres und Stimmung geordnet sind. Damit lässt sich das Hören ganz nach der persönlichen Disposition gestalten. Mit dabei sind nicht nur Bands und Künstler, die man selbst bereits gehört hat, sondern auch passende Vorschläge, sodass sich die Musikkenntnisse graduell erweitern bzw. sogar vertiefen.

Dass Personalisierungen den Geschmack verflachen und stromlinienförmig ausrichten, ist ein häufiger Kritikpunkt, jedoch bietet das Mixtape-Feature auch die Möglichkeit, ein Genre besser kennenzulernen. Für viele Musikhörer dürfte das eine willkommene Funktion sein. Denn damit lassen sich Kenntnisse über eine bestimmte Musikrichtungen vertiefen, ohne dafür einen großen Aufwand betreiben zu müssen.

Das soll nicht heißen, dass die Personalisierung nicht auch negative Auswirkungen haben kann. Siehe die Weitergabe von Facebook-Nutzerdaten an andere Unternehmen. Es ging sogar so weit, dass es einzelnen Unternehmen wie Netflix und Spotify möglich war, private Messenger-Nachrichten zu lesen und diese Daten in ihre Algorithmen einfließen zu lassen, um noch zielgenauere Vorschläge zu unterbreiten und damit die UX weiter zu verbessern – aber eben auch noch zielgerichteter zu werben. Die Unternehmen behaupten jedoch, von dieser potenziellen Datennutzungsmöglichkeit nichts gewusst bzw. sie nicht angewendet zu haben. Eine genauere Beobachtung von solchen Aktivitäten sowohl von privater als auch staatlicher Seite ist unumgänglich für eine sichere (personalisierte) digitale Zukunft.

Text- und Infografiklizenz

CC BY-ND 3.0 DE

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