Fonds: „Den Wettbewerb initiieren“

Das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) ist der Fachverband für Nachhaltige Geldanlagen in Deutschland, Österreich, Liechtenstein und der Schweiz. Im Gespräch mit der TREND- REPORT-Redaktion erläutert Sabine Pex, Vize-Vorstands­vorsitzende des FNG und Leiterin der Arbeitsgruppe Qualitätssiegel für nachhaltige Publikumsfonds, die Kriterien des neuen Siegels.

Das FNG hat ein Qualitätssiegel für nach­haltige Publikumsfonds entwickelt. Fonds-Anbieter können sich ab Juli 2015 bewerben. Die Vergabe startet im November. Warum bedarf es eines solchen Siegels?
Gerade wieder haben unsere Jah­resstatistiken gezeigt, dass sich der Wachstumstrend bei Nachhaltigen Geldanlagen ungebrochen fortsetzt. Dies ist sehr erfreulich, jedoch gewinnt der Markt zugleich auch an Vielfalt und Komplexität. Um Anlegern Orientierung zu bieten und Qualität zu sichern, bedarf es eines Siegels.

Forum Nachhaltige Geldanlagen, Sabine Pex

Das neue Qualitätssiegel für nachhaltige Publikumsfonds gibt es ab November dieses Jahres. Die Bewerbungs­phase ab Juli 2015 soll den Wettbewerb unter den Anbie­tern befeuern. Sabine Pex erläutert im Interview die Kriterien.

Damit ein Fonds das Siegel erhalten kann, müssen bestimmte Mindestkriterien erfüllt sein. Welche sind das?
Wir haben uns im Verband und nach einem intensiven Dialog mit Stakeholdern darauf verständigt, den „Global Compact“ der Vereinten Nationen als Grundlage zu wählen. Dies bedeutet, dass Menschen- und Arbeitsrechte, Umweltschutz sowie Korruptionsbekämpfung im Fonds Berücksichtigung finden müssen. Hinzu kommt der Ausschluss von Waffen und Kernkraft. Darüber hinaus können die Fonds in einem Stufenmodell zusätzlich Punk­te sammeln.

Das heißt, das Siegel clustert Fonds im Hinblick auf ihre Nachhaltigkeit?
Das ist richtig. Dabei fließen in die Bewertung der Fonds auch die Nachhaltigkeitsstandards des Anbieters, die Qualität des Researchs und das Transparenzniveau des Produkts ein. Zentral ist, in welchem Maß der Fonds über seine Anlagestrategien zum nachhaltigen Wirtschaften beiträgt. Dies kann etwa über Investments in besonders nachhaltige Branchen oder in nachhaltige Branchenführer geschehen. Daneben gibt es ein breites Set an dia­logorientierten Ansätzen, die darauf zielen, in Unternehmen Entwicklungen hin zu mehr Nachhaltigkeit voranzutreiben.

Welche Vorteile bietet das Stufenmodell?
Es erleichtert dem Anleger die Wahl des Fonds, der seinem jeweiligen Nachhal­tigkeitsverständnis entspricht, und res­pektiert zugleich die Vielfalt der An­sätze. Daneben soll das Stufenmodell einen Wettbewerb um Nachhaltigkeit zwischen den Fonds initiieren und so die Entwicklung des Marktes fördern. Aber auch das Siegelkonzept selbst versteht sich als evolutionär. Es soll jedes Jahr weiterentwickelt werden und so dazu beitragen, die Standards im Bereich Nachhaltiger Geldanlagen immer weiter anzuheben. Hier­für erwarten wir auch wichtige Im­pulse vom Siegelkomitee. Dieses Gremium repräsentiert wichtige zivilgesell­schaftliche Akteure und spricht Em­pfehlungen für die Siegelvergabe aus.

Weitere Informationen unter:
www.forum-ng.org

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