„Definitiv kein Roboter“

Welche Vorteile durch Automatisierung bei der Vermögensverwaltung entstehen, verdeutlicht Dr. Christian Jasperneite, CIO von M.M.Warburg & CO.

An wen richtet sich der Warburg Navigator?
An alle, die erkannt haben, dass Sparen alleine wenig Sinn ergibt, aber nicht entscheiden wollen, wie investiert wird. Es gibt gefühlt unendlich viele Aktien, Anleihen und Fonds – da kann man als Privatperson leicht den Überblick verlieren. In vielen Fällen führt das dann dazu, dass man gar nichts macht. Früher wäre das kein großes Problem gewesen, da man ja selbst mit dem Sparbuch ansehnliche Zinsen erwirtschaften konnte. Doch das ist jetzt eben vorbei, und zwar vermutlich für die nächsten zehn Jahre.

Wie viel Mensch bzw. wie viel Warburg steckt noch in Ihrem Navigator?
Extrem viel, auch wenn Algorithmen ihre Berechtigung haben. Unsere Algorithmen sind nicht von marktfernen Physikern und Mathematikern programmiert worden, sondern von Kollegen, die seit vielen Jahren für die Anlage großer Summen Verantwortung tragen und selbst alle Krisen und Boomphasen als Investor durchlebt haben. Auch unsere taktischen Einschätzungen fließen direkt in die Portfoliokonstruktion ein und liefern hier einen Mehrwert gegenüber reinen Anlagerobotern. Das ist auch der Grund, warum wir uns ungern als Robo-Advisor bezeichnen lassen, denn wir sind definitiv kein Roboter.

„Im Extremfall erlaube ich mir als Chefstratege auch manuell einzugreifen“, garantiert Dr. Jasperneite die notwendige Zuverlässigkeit im Gespräch mit der TREND-REPORT-Redaktion.

Welche Vorteile bringt dann die Automatisierung?
Dazu gehört beispielsweise das Einhalten von Risikobudgets, primär eine mathematische Aufgabe, die intuitiv nur schwer zu lösen ist. Zudem können Kauf- oder Verkaufsprozesse sowie der ständige Abgleich zwischen Kundenportfolios und Musterportfolios zu einem gewissen Grad automatisiert werden. Allerdings kann bei uns niemals ein Algorithmus unkontrolliert Transaktionen in Kundenportfolios auslösen. Jeden Morgen überprüfen wir, ob die Modelle in der Nacht ohne Fehler durchgelaufen sind und plausible Ergebnisse liefern. Wenn Transaktionen vorgeschlagen werden, erfolgt eine weitere Plausibilitätsprüfung. Im Extremfall erlaube ich mir als Chefstratege auch manuell einzugreifen. Im Januar dieses Jahres z. B. waren die Schwankungen und Korrelationen an den Märkten so gering, dass unser Modell eine weitere, leichte Anhebung der Aktienquote vorschlug. Mathematisch konnte ich diesen Transaktionsvorschlag komplett nachvollziehen. Allerdings waren die Volatilitäten und Korrelationen fast schon aberwitzig gering, sodass nach menschlichem Ermessen eine Korrektur mehr als in der Luft lag. Der Vola-Crash im Februar hat mich dann mit meinem Veto bestätigt.

Weitere Informationen unter:
https://navigator.mmwarburg.de

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