Vernetzte Gesellschaft

Die digitale Transformation verändert Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.

Wer hätte vor dreißig Jahren gedacht, dass heute rund 28 Millionen Deutsche ab 16 Jahren das mobile Internet täglich oder mehrmals wöchentlich nutzen, vorzugsweise per Smartphone. Dass die meistgenutzten Anwendungen private E-Mails (61 Prozent der Nutzer), kurze Suchmaschinenabfragen (60 Prozent), News-Empfang (51 Prozent) sowie soziale Netzwerke (48 Prozent), allen voran Facebook, sind. Oder Mobile Banking (22 Prozent) und Mobile Shopping (elf Prozent) sowie Radiohören (15 Prozent) und Fernsehen (neun Prozent) über das Internet. Dabei greifen 42 Prozent der User auf das mobile Internet mittlerweile ebenso häufig zu wie auf das stationäre Internet oder sogar bereits häufiger (2014: 31 Prozent), wie das Marktforschungsinstitut Nordlight Research in seiner aktuellen Trendstudie „Mobile Internetnutzung 2015“ feststellte.

Und noch ein paar Zahlen, die den Trend unterstreichen sollen: Laut Flurry Analytics nutzen mehr als 250 Millionen Menschen täglich mehr als 60 Mal eine App auf ihrem Smartphone oder Tablet-PC, wobei an der Spitze mit Abstand Messaging- und Social-Media-Apps stehen. In Deutschland wird der App-Markt zum ersten Mal die Milliarden-Marke knacken. Der Branchenverband Bitkom erwartet für 2015 einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro. Auch wird immer mehr auf Online-Speicherdienste vertraut. Fast ein Drittel (32 Prozent) der Internetnutzer in Deutschland verwenden bereits Services wie zum Beispiel Dropbox, Telekom Cloud oder Apples iCloud, um ihre Fotos, Musikdateien, Filme und andere Daten sicher auszulagern. Nicht zu vergessen TV-Everywhere-Lösungen, mit denen das Bewegtbild auf allen Endgeräten verfügbar wird. Hier mach­te die ANGA für ihre Studie zum Medienkonsum der Zukunft bereits 56  Prozent Nutzer aus, die sich Fernsehsendungen und Videos auch auf ihrem Smartphone, Tablet-PC oder Laptop anschauen. Und das sind nur die privaten Nutzer. Die Entwicklung macht natürlich vor der Geschäftswelt nicht Halt. So wird sich laut einer Umfrage von Equinix die Zahl der Unternehmen, die bis 2017 Interkonnektivität einsetzen werden, von aktuell 38 Prozent auf 84 Prozent mehr als verdoppeln. Die Geschäftsmodelle der Unternehmen werden dann zunehmend voneinander abhängen und die Vernetzung jeglicher Endgeräte, ob von Verbraucher oder Mitarbeiter, an jedem Ort und zu jeder Zeit wird zum Standard. Natürlich ist es mittlerweile eine Binsenweisheit, dass Digitalisierung und Vernetzung der Gesellschaft unser aller Leben nachhaltig umkrempeln werden. Wie wir leben, lernen, arbeiten und kommunizieren. Kaum ein Bereich ist davon ausgenommen, von der Bildung, inklusive freier und frei zugänglicher Bildungsinhalte, über das Gesundheitswesen, das sich so besser auf den demografischen Wandel und die Ausdünnung ländlicher Gebiete einstellen kann, bis hin zu neuen finanzwirtschaftlichen Techniken und Konzepten (Stichwort: FinTechs). Dabei darf auch schon mal die Frage gestattet sein, ob wir künftig überhaupt noch Bargeld benötigen?

Prof. Dr.-Ing. Martin Gaedke, TU Chemnitz, macht an der Netzneutralität unsere Innovationsfähigkeit und unseren Standortvorteil fest.

Prof. Dr.-Ing. Martin Gaedke, TU
Chemnitz, macht an der Netzneutralität
unsere Innovationsfähigkeit
und unseren Standortvorteil fest.

Bargeldlose Zahlungsmethoden finden immer mehr Akzeptanz unter den Kunden und in den entsprechenden Unternehmen ebenso. Althergebrachte Geschäftsmodelle wer­den auf den Prüfstand gestellt und erhalten Konkurrenz von jungen, innovativen und flexiblen Unternehmen, die nah am Kunden agieren und sich nicht mit überholten Hierarchien, veralteten Arbeitsweisen und starren Geschäftsmodellen abplagen müssen.

Die Dynamik dieser Entwicklung macht das Vorhersagen von dem, was wann wie eintreten wird, schwieriger. Oft werden die Prognosen vom realen Geschehen überholt. Eine schwere Aufgabe für Unternehmen, die von Berufs wegen im Sinne Ihrer Kunden die Entwicklungen beobachten, analysieren und einordnen müssen. Ungleich schwieriger noch für die Finanzbranche. Hier vertrauen die Kunden der Qualität der Analysen und den darauf aufbauenden Beratungen. Ihr finanzieller Erfolg ist gleichermaßen der Erfolg des beratenden Unternehmens. Zu Letzteren gehört NN Investment Partners. Die Experten des Asset-Managers beobachten die Geschehnisse rund um das Internet und die Onlineplattformen für die Fonds-Entwicklung aufmerksam und sehen in der Wirtschaft im Web ein enormes Potenzial, das aber zum großen Teil noch brach liegt. Huub van der Riet, leitender Portfolio-Manager des Investmentfonds „NN (L) Global Equity Opportunities“, erwartet daher noch viel von der virtuellen „Cloud-Wirtschaft“. Er zweifelt nicht an der großen Innovationskraft der Internetwirtschaft, an deren Mut, Kreativität und Euphorie.

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