Elmar Pritsch, CIO Bosch, stattet weltweit 240 000 Arbeitsplätze mit modernsten Collaboration-Methoden und -Technologien aus.

Projekt „Next Generation Workplace“

Bosch definiert die Collaboration und die unternehmensweite Software neu für seine rund 240.000 Mitarbeiter rund um den Globus. Im Projekt „Next Generation Workplace“ werden bis Ende des Jahres 100.000 Arbeitsplätze mit neuer Software und neuen, vereinheitlichten Oberflächen und Geräten ausgestattet. Die TREND-REPORT-Redaktion sprach mit CIO Dr. Elmar Pritsch über das Projekt und die Konzepte zum „Arbeitsplatz der Zukunft“.

Herr Pritsch, wieso braucht es den „Next-Generation-Workplace“?
Mit dem Projekt Next Generation Workplace erreichen wir auf dem Weg zum weltweit vernetzten Unternehmen den nächsten Meilenstein. Unsere Mitarbeiter sind über alle Kontinente verteilt und arbeiten zunehmend in virtuellen Teams. Und das verbindende Element ist die Software. Die Antwort für die tägliche Arbeit der Mitarbeiter kann daher nur eine sein: Modernste und attraktive IT-Lösungen. Dazu haben wir unsere weltweit 240 000 Bildschirmarbeitsplätze mit modernsten Software-Anwendungen ausgestattet. Die neuen IT-Lösungen sollen wesentlich zur Agilität von Bosch beitragen und die weltweite Zusammenarbeit der Mitarbeiter vereinfachen. Angelehnt an die gewohnte Social-Media-Nutzung der Mitarbeiter im privaten Umfeld kommen neue Kommunikations-Tools wie Videotelefonie oder Online-Chats am Arbeitsplatz zum Einsatz. Diese sollen mit verschiedenen Endgeräten wie Notebooks oder Smartphones im Büro, von unterwegs oder von zu Hause nutzbar sein.

Wie sieht der IT-Arbeitsplatz der Zukunft ganz praktisch aus?
Ganz praktisch müssen unsere Mitarbeiter von jedem Standort der Welt aus einfach zusammenarbeiten können – innerhalb und außerhalb des Büros. Mit Next Generation Workplace werden die Mitarbeiter mit Notebooks oder Smartphones Telefonate, Videokonferenzen und Online-Chats aus einem Programm heraus starten können. Auch Dokumente lassen sich mit wenigen Mausklicks anlegen, gemeinsam bearbeiten und verwalten. Wer eine E-Mail schreibt, sieht schon vor dem Absenden, von wem er eine Abwesenheitsnotiz erhalten wird. Dasselbe gilt für Telefonate. Ob jemand erreichbar ist, wird angezeigt. Das Besetztzeichen wird man kaum noch hören. Teil des neuen Softwarepakets ist neben Office 2013 auch SharePoint, eine Plattform für die Zusammenarbeit an Dokumenten, die Kommunikationssoftware Skype for Business und die Notizerfassungssoftware OneNote. Sie nutzt den Computer als eine Art Notizbuch. Informationen lassen sich damit einfach erfassen und verwalten.

Welche unterschiedlichen IT-Konzepte haben Sie im Vorfeld diskutiert?
Wir haben uns zahlreiche Konzepte angesehen und verschiedene Aspekte betrachtet. Zum Beispiel, ob wir mit Software-Lösungen von verschiedenen Unternehmen arbeiten oder auf einen Anbieter setzen. In den gesamten Betrachtungen spielt natürlich auch die IT- Infrastruktur eine wichtige Rolle. Wir haben außerdem ermittelt, welche Anforderungen, Erwartungen und Wünsche unsere Mitarbeiter an ihren Computer-Arbeitsplatz der Zukunft haben. Letztlich haben wir uns für eine nahtlos integrierte Softwarelösung entschieden. Wir sind der festen Überzeugung, dass sie sowohl unser traditionelles Geschäft als auch neue Modelle im IoT bestmöglich unterstützt und die weltweite Zusammenarbeit unserer Mitarbeiter vereinfacht.

In welchen Schritten erfolgt die Umsetzung?
Bereits 2013 haben wir zusammen mit dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) die Anforderungen an den Arbeitsplatz der Zukunft skizziert und über 400 Kollegen nach ihren persönlichen Arbeits-Anforderungen befragt. Ergebnis waren über 1 100 Anwendungsbeispiele, die wir zu 180 Beispielen aus dem Alltag, so genannte „User Stories“, zusammengefasst haben. Daraufhin haben wir eine Software-Testumgebung entwickelt, die wir in verschiedenen Pilotprojekten an weltweiten Bosch-Standorten erprobt haben. Mittlerweile ist die Implementierung in vollem Gange. Bereits Ende dieses Jahres werden 100 000 Arbeitsplätze über die neue Büro-Software verfügen. Bis Ende 2016 werden alle Bildschirmarbeitsplätze bei Bosch mit den neuen IT-Lösungen von Next Generation Workplace arbeiten.

Die Generationen Y und Z sind mit Smartphones und Tablets aufgewachsen und bringen ihre Sozialisation mit ins Arbeitsleben. Aus technologischer Sicht werden mobile Endgeräte und der klassische PC immer enger zusammenwachsen.

Wie nehmen Sie den Mitarbeiter mit?
Um die Vorteile der neuen Umgebung möglichst rasch für sich nutzen zu können, bieten wir den Mitarbeitern zahlreiche Trainingsmaßnahmen an. Diese zeigen anhand von definierten Anwendungsbeispielen, wie der neue IT-Arbeitsplatz den Alltag erleichtert und welche neuen Arbeitsweisen dadurch entstehen. In einem sogenannten Blended Learning-Konzept stellen wir ihnen verschiedene Trainingsformate zu den verschiedenen Anwendungsbeispielen zur Verfügung, aus denen sie das für sich passende Lernmedium wählen können. Wir bieten den Mitarbeitern Webinare, Info-Sessions, Trainings-Videos, Web-based-Trainings und kontext-sensitive E-Guides an.

Wie schätzen Sie die Anforderungen an den Arbeitsplatz der Zukunft künftig ein?
Die Generationen Y und Z sind mit Smartphones und Tablets aufgewachsen und bringen ihre Sozialisation mit ins Arbeitsleben. Aus technologischer Sicht werden mobile Endgeräte und der klassische PC immer enger zusammenwachsen. Mobile Endgeräte wie zum Beispiel Smartphones werden immer leistungsfähiger, so dass sie schon bald als Hauptgeräte genutzt werden können. Auch werden Mitarbeiter künftig von überall auf der Welt auf verschiedenste Funktionen auf dem Smartphones und Laptop zugreifen können. Von welchem Standort aus gearbeitet wird, ob vom Büro oder von zu Hause, verliert zunehmend an Bedeutung.

Wie geht es nach Next Generation Workplace weiter bei Bosch?
Zunächst ist Next Generation Workplace ein langfristig angelegtes Projekt bei Bosch. Insgesamt investieren wir dafür in den nächsten Jahren rund 800 Millionen Euro. Um das mobile Arbeiten unserer Mitarbeiter auf der ganzen Welt noch weiter zu vereinfachen, werden wir ab 2016 sukzessive weitere mobile Arbeitsszenarien mit dem Smartphone ermöglichen und auch die richtigen Apps auf die Smartphones bringen.

Weitere Informationen unter:
www.bosch.de

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