Eine weitere Disruption? KI-Bots im E-Commerce

von Gordon Herenz

Algorithmen im E-Commerce: Bots beeinflussen unser Kaufverhalten und die Preisstrategie von Unternehmen nachhaltig.

„Alexa, Licht!“ Und es wird Licht. Das schafft seit einiger Zeit nicht mehr nur Gott (oder auch der Mensch, wenn er sich von der Couch zum Lichtschalter aufrafft), sondern mittlerweile auch eine Reihe von Sprachassistenten, die mittels KI an ein Smart-Home-System gekoppelt sind. Doch nicht nur in den heimischen vier Wänden hat sich die Künstliche Intelligenz in Form von kleinen unscheinbaren Devices breit gemacht, auch viele Unternehmen, Dienste und Anbieter aus den Bereichen Telekommunikation, Multimedia und auch E-Commerce nutzen Sprachassistenten und Chat-Bots, beispielsweise bei der Kundenkommunikation.

Jedoch gibt es noch eine viel größere Bandbreite an Bots, die den E-Commerce disruptiv wandeln. Im Folgenden geben wir einen Überblick über vier spannende Bots bzw. Bot-Formen, die natürlich allesamt auf KI (und damit auf Algorithmen) basieren und die Dynamik des Online-Handels in den nächsten Jahren prägen werden.

Der Altbekannte: Chat-Bot

Sie begegnen uns allenthalben beim Browsen verschiedenster Seiten. Am häufigsten kommen sie auf Seiten von Internet-Providern (um die überlasteten Hotlines zu entlasten) und auf Onlineshops zum Einsatz. Und das verwundert nicht, können sie doch viele Prozesse automatisieren und damit perfekt auf die Bedürfnisse von Kunden (Informationen und Angebote) und Shop-Betreibern (Umsatz) eingehen:

Ihre Einsatzmöglichkeiten im B2C-Bereich sind unfassbar vielfältig, doch auch im B2B und B2E finden sie immer mehr Verbreitung und werden dabei immer subtiler. Die Grenzen zwischen menschlichem und maschinellem Chatpartner verschwimmen zunehmend.

Der Stylische: Sneaker-Bot

Was ist denn ein Sneaker-Bot? Im Grunde handelt es sich dabei lediglich um einen Bot, der automatisch einen Sneaker für dich kauft. Dafür benötigt er natürlich Daten, die du vorher in der Bot-Software festgelegt hast. In der Sekunde, in der dein Wunschschuh online verfügbar wird, platziert der Bot für dich einen Kauf. Klingt praktisch, ist aber sehr nervig für Sneakerheads auf der ganzen Welt, deren Passion es ist, seltene und teure Sneaker zu kaufen und wiederzuverkaufen (Reselling). Bots ruinieren dieses Unterfangen bis zu einem bestimmten Punkt. Und wer denkt, dass es sich beim Sneaker-Reselling um eine unbedeutende Nische handelt, der irrt gewaltig. Designer-Sneaker bringen naturgemäß und wenig überraschend eine Menge ein, aber die wirklich extremen Renditen liegen bei Retro-Sneakern, deren OVP nicht viel über 100 Euro lag, und die jetzt mehrere Tausend Euro wert sind. Mehr dazu zeigt diese Infografik:

Sneaker Investment: Hype oder gewinnbringende Geldanlage? Wie gewinnbringend sind Sneaker als Geldanlage? – eine Infografik von eschuhe.de

Der Vielbeinige: Spider-Bot

Spider Bots oder Crawler sind Bots, die zu Suchanfragen die passenden Suchergebnisse liefern, indem sie das Internet nach indexierten HTML-Dokumenten durchsuchen. Suchmaschinen wie Google oder Bing arbeiten nach diesem Prinzip und ordnen die relevanten Suchergebnissen nach (sehr) vielen internen Faktoren. Daher ist es wichtig, als Betreiber eines Onlineshops seine URLs zu indexieren (Search Console) und ständig zu überwachen, wie sie für relevante Keywords performen und wie es mit der Konkurrenz aussieht. Für dieses Monitoring gibt es verschiedene Tools und Anwendungen. Einen Überblick darüber gibt dieser Artikel.

Der Handelnde: Trader-Bot

Die Anwendung von Crawlern bei der Konkurrenzanalyse (mit der Preisanpassung in Echtzeit) unterliegt gesetzlichen Auflagen (Nutzungsbestimmungen der Domain-Inhaber), da es ansonsten zu starken Preiskämpfen, -verzerrungen und -verfallen kommen kann, wenn sich z. B. Bots gegenseitig unterbieten, bis nichts mehr übrig ist. Mittels Trader-Bots können E-Commerce-Unternehmen direkt ihre Konkurrenten „im Blick behalten“ bzw. deren Website nach Daten durchsuchen, die für die eigene Firmenstrategie und Preispolitik relevant sind. Dazu gehören:

Quo vadis, lieber Bot?

Bots prägen das Kaufverhalten des Konsumenten direkt, wenn diese mit einem KI-Assistenten interagieren, jedoch prägen Algorithmen den E-Commerce noch viel stärker unterbewusst mittels weniger offensichtlichen Bots, die im Hintergrund (und nicht immer legal) Daten von Wettbewerbern, Plattformen und Usern sammeln. Die Zukunft im Online-Handel wird weiter in Richtung Algorithmierung der Welt gehen, da jedes Unternehmen so viele Informationen sammeln möchte wie möglich, um sich an einem stark umkämpften Markt zu behaupten.

CC BY-SA 4.0 DE

 
 
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