Der Markt „Wohnen auf Zeit‟: Zwischen Hotel, Airbnb und Serviced Apartment
Zwischen Hospitality und Wohnungsmarkt hat sich „Wohnen auf Zeit‟ als ein eigenes Marktsegment entwickelt. Ein Marktüberblick hierzu zeigt, warum das Segment aktuell wächst und wie es sich zwischen Hotellerie, Plattformökonomie und Wohnungsmarkt bewegt. Abgrenzungen des Konzepts gegenüber anderen Angeboten sind auch wegen der Regulierung relevant.
Was ist „Wohnen auf Zeit‟?
Der Begriff „Wohnen auf Zeit‟ ist ein Wohnkonzept, das sich typischerweise auf einen Aufenthalt über wenige Wochen oder Monate bezieht. Hierbei stehen Wohnungen in der Regel sofort flexibel und möbliert zur Verfügung. Damit positioniert sich Wohnen auf Zeit als eigenes Marktsegment.
Ein Blick auf die Segmentkarte zeigt die sehr unterschiedlichen Varianten des Wohnkonzepts. Dazu gehören klassische Hotels sowie Aparthotels mit vollständig eingerichteten Wohnungen und großen Extended-Stay-Zimmern. Solche Angebote für das Wohnen auf Zeit zeichnen sich durch einen hohen Service aus und ergeben bei einer kurzen bis mittleren Aufenthaltsdauer Sinn. Bei einem Marktüberblick über dieses Segment sind ebenfalls professionell betriebene Serviced Apartments erwähnenswert. Solche Unterkünfte sind standardisiert und corporate-fähig gezielt auf gewerbliches Wohnen über mehrere Monate ausgerichtet.
Außerdem gibt es für das Wohnen auf Zeit typische Plattformwohnungen wie Airbnb und ähnliche Anbieter. Das heterogene Angebot der Plattformen zeichnet sich durch eine große Vielfalt aus, während dynamische Preise von aktuellen Marktbedingungen abhängen. Wohnungsmarktnahe Lösungen beim Wohnen auf Zeit sind wiederum Privatvermietungen sowie möblierte Zwischenmieten, die oft Hauptmieter im Rahmen eines befristeten Wohnortswechsels erlauben. Eine interessante Alternative sind Monteurzimmer oder Arbeiterwohnheime als funktionale Projekt- oder Arbeitsunterkünfte. Dabei stehen hauptsächlich die Alltagstauglichkeit und der Nutzen für untergebrachte Arbeitskräfte im Vordergrund.
Warum wächst der Markt im Segment?
Gründe für das Wachstum des Markts Wohnen auf Zeit lassen sich durch drei Treiberveranschaulichen. Zunächst sind die Projektökonomie und die Fachkräftemobilität in Unternehmen entscheidende Wachstumsfaktoren. Bei befristeten Projekten brauchen Teams dort eine Unterkunft, wo aktuell Aufträge vorhanden sind.
Ein weiterer Treiber ist der Wohnungsmarkt mit der gesteigerten Nachfrage nach Zwischenlösungen für Übergänge bis zum Umzug in ein langfristigeres Zuhause. Zugleich ist es bemerkenswert, dass sich das Modell „Corporate Travel“ im Umbau befindet. Während einerseits die geforderte Begrenzung der Kosten und die Einhaltung der Compliance-Richtlinien in Unternehmen Druck erzeugen, sind andererseits häufig längere Aufenthalte erforderlich.
Als typischer Use Case für das Wohnen auf Zeit gilt der B2B-Bereich mit befristeten Projektarbeiten, dem beruflich bedingten Wechsel von Arbeitskräften in andere Länder durch Relocation und Peak-Phasen, in denen besonders viele Fachkräfte vor Ort arbeiten. B2C-Anwendungsfälle sind Umzüge, Renovierungen sowie temporäre Lebensphasen. Zudem gibt es in Kliniken sowie bei der Bildung und öffentlichen Trägern auch institutionelle Use Cases.
Wer gewinnt wann mit Entscheidungslogik und Preisprinzip im Segment?
Welche Variante beim Wohnen auf Zeit wann Sinn ergibt, lässt sich durch vier Kriterien bestimmen. Neben der Aufenthaltsdauer und dem Servicebedarf bleibt das Budget eines Unternehmens für die Entscheidungslogik relevant. Im B2B-Bereich entscheiden darüber hinaus vor allem die spezifischen Voraussetzungen im Zusammenhang mit Compliance-Richtlinien, Verträgen und Rechnungen über die Wahl.
Hotels punkten beim Wohnen auf Zeit, wenn sehr kurze Aufenthalte mit kritischen Anforderungen an den Service geplant sind. Für die planbare und standardisierte Unterbringung in einem längerem Zeitraum ist wiederum ein Serviced Apartment eine passendere Lösung. Plattformwohnungen ermöglichen individuelle und variable Wohnlösungen, bei denen die Gewinnerlogik stark von spezifischer Qualität und Regulierungen abhängt.
Zwischenmieten überzeugen hingegen beim längeren Wohnen auf Zeit mit günstigen Konditionen. Solche Mietlösungen sind aber unflexibler und wegen der Abhängigkeit von Planungen eines Hauptmieters weniger „produktisiert“. Eine Projektunterkunft punktet wiederum als kostenoptimiertes und funktionales Angebot mit entsprechenden Vorteilen.
Regulierung und Plattformisierung beim Wohnen auf Zeit
Bei einem Marktüberblick zum Wohnen auf Zeit sollten Interessenten auch Regulierungen beachten. Durch städtische Regeln bleibt die mögliche Kurzzeitvermietung oft begrenzt. Solche Vorgaben vermeiden, dass es zu einer Wohnraumzweckentfremdung kommt. Sobald ein Wohnobjekt dem Wohnungsmarkt wegen ständiger Kurzzeitvermietungen nicht mehr zur Verfügung steht, handelt es sich dabei häufig um eine unzulässige Zweckentfremdung.
Zugleich ist beim Wohnen auf Zeit zwischen einem klassischen Mietvertrag mit der Anwendung des Mietrechts und einer Beherbergung zu unterscheiden. Entscheidend bleibt, ob Bewohner einen Wirkungskreis unabhängig gestalten dürfen. Weil sich bei der Beantwortung von dieser Frage viele Grauzonen zwischen Mietverhältnis und Beherbergung zeigen, entscheidet immer die Einzelfall-Bewertung. Steuern und Meldepflichten beim Wohnen auf Zeit sind ebenfalls zu beachten.
Bei der Plattformisierung gehen Distribution und Transparenz Hand in Hand. Während für das Wohnen auf Zeit transparente Bewertungen und Informationen zur Verfügbarkeit bereitstehen, verbessert sich die Vergleichbarkeit der Angebote. Durch Dynamic Pricing orientieren sich die Preise am derzeitigen Marktbedarf. Zugleich spielen Tech-Lösungen für die Auslastungssteuerung bei der Plattformisierung eine Rolle. Für das B2B-Wachstum im Segment ist es wiederum wichtig, beim Corporate Booking strukturierte Buchungslösungen zu präsentieren und mit der Invoice-Integration relevante Rechnungsinformationen einzubinden.
Auswirkungen des Marktsegments
Auf Städte und den Wohnungsmarkt kann sich Wohnen auf Zeit als Zwischenlösung entlastend auswirken. Zugleich entsteht in Hotspots jedoch ein Druck, während das Angebot auf dem Markt knapp ist und durch Kurzzeitvermietungen der Region weniger Wohnraum zur Verfügung steht. Auf Unternehmensseite erleichtert das Wohnen auf Zeit mit kostenoptimierten Modellen die Kostensteuerung. Darüber hinaus steigt mit passenden Lösungen die Mitarbeiterzufriedenheit. Wenn Unternehmen befristete Kurzzeitvermietungen für Mitarbeiter nutzen, ist die Einhaltung der Compliance-Richtlinien mit besonders großen Herausforderungen verbunden.
Die Immobilienwirtschaft kann mit Mixed-Use-Konzepten für Wohnen auf Zeit von der Mischnutzung eines Gebäudes profitieren. Mit Long-Stay-Konzepten für langfristige Aufenthalte entstehen interessante Einnahmequellen. Das potenzielle Regulierungsrisiko im Zusammenhang mit einer Kurzzeitvermietung ist für die Immobilienwirtschaft aber ebenfalls beachtenswert.
Bei einem Ausblick auf die nächsten zwei bis fünf Jahre ist eine Professionalisierung des Segments „Wohnen auf Zeit“ zu erwarten. Denn der Anteil der Serviced Apartments wächst auf dem Markt. In Hotspots besteht jedoch die Gefahr, dass Regulierungen die Plattformen im Marktsegment bremsen.
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Trend Report Redaktion 25.02.2026













