So stoppen E-Commerce-Anbieter Fake-Bestellungen

Eine aktuelle Umfrage des Informationsdienstleisters CRIF ergab, dass 95 Prozent der deutschen Online-Shops in den vergangenen zwölf Monaten mit Betrug oder Betrugsversuchen konfrontiert waren. Besonders häufig gaben Kriminelle falsche Namen und/oder Adressen an. Für die Händler resultierten daraus Reputationsschäden, Rechtskosten und finanzielle Verluste.

Für Laura Faßbender, Marketing Coordinator EU der Melissa Data GmbH, sind diese Ergebnisse ein eindeutiger Beleg dafür, dass E-Commerce-Anbieter Maßnahmen zur Betrugsprävention ergreifen müssen. Sie erläutert: „Zwar setzen laut CRIF 94 Prozent der deutschen Online-Shop-Betreiber solche Maßnahmen bereits um, doch diese greifen offensichtlich nicht umfänglich. Mehr als ein Viertel der befragten Händler berichtete von Verlusten von über 100.000 Euro pro Jahr. Ein sehr gängiges Betrugsszenario sind sogenannte Fake- bzw. Spaß-Bestellungen, die Shop-Betreiber vor massive Probleme stellen. Dabei werden unter falschem Namen und Adresse Waren bestellt, etwa auf Rechnung oder per Nachnahme. Das Produkt kann natürlich nicht zugestellt werden, was hohe Kosten verursacht. Ziel der Faker ist es, auf illegale Weise Affiliate-Provisionen zu ergaunern.

Laura Faßbender erklärt: „Ein sehr gängiges Betrugsszenario sind sogenannte Fake- bzw. Spaß-Bestellungen, die Shop-Betreiber vor massive Probleme stellen. Dabei werden unter falschem Namen und Adresse Waren bestellt, etwa auf Rechnung oder per Nachnahme.“

 

Vor diesem Hintergrund empfehlen wir, Adressen bereits während des Bestellprozesses mit einer Softwarelösung automatisiert zu validieren. So werden Fake-Adressen frühzeitig erkannt und zuverlässig herausgefiltert. ‚Kunden‘, die eine falsche Adresse angeben, erhalten keinen Rechnungskauf oder nur eingeschränkte Zahlungsoptionen – gegebenenfalls werden sie sogar komplett gesperrt. Außerdem sparen sich Online-Händler kostenintensive manuelle Prüfungen gegen externe Datenbanken. Bei der Auswahl einer Lösung zur Sicherstellung der Adressqualität sollten E-Commerce-Anbieter vor allem die folgenden drei Kriterien berücksichtigen:

  1. Internationalität: Das Internet kennt bekanntlich keine Grenzen, sodass auch entsprechende Betrugsdelikte weltweit geplant und begangen werden. Daher sollte die Lösung zur Adressvalidierung möglichst viele Länder abdecken.
  2. Hohe Integrationsfähigkeit: Eine nahtlose Integration in bestehende Systeme wie E-Commerce-Plattformen, Payment-Gateways, Kundendatenbanken oder Risikomanagementsysteme ermöglicht einen effizienten Datenaustausch und optimierte Arbeitsabläufe.
  3. Datenschutz und Datensicherheit: Die Adressvalidierung erfordert den Umgang mit sensiblen Kundendaten und Transaktionsinformationen. Daher sollte der favorisierte Anbieter technische und organisatorische Maßnahmen für Datenschutz und Datensicherheit nachweisen können.

Da die Täter durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz und synthetischer Identitäten immer professioneller vorgehen, ist leider zu erwarten, dass die Betrugsaktivitäten weiter zunehmen und ohne adäquate Gegenwehr auch immer öfter von ‚Erfolg‘ gekrönt sind. Umso wichtiger ist es für E-Commerce-Anbieter, ihre Schutzmaßnahmen konsequent auszubauen.“

Trend Report Redaktion 10.12.2025

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