Versand ist mehr als nur Transport

Gastbeitrag:
Hannes Jagerhofer ermuntert Online-Shopbetreiber zum Versanddienstleister-Vergleich, denn es gibt immer noch eine klügere und günstigere Option.

Die Zukunft des Handels besteht nicht mehr aus der guten Lage der Geschäfte in einer Fußgängerzone, wie es noch vor 10 Jahren der Fall war. Zwar gibt es noch immer die schön dekorierten Läden in der Innenstadt, die sogenannten Flagship-Stores, für die es umso wichtiger ist, die perfekte Lage zu finden, doch sind sie nur das analoge Tor zur digitalen Welt. Ein Laden zu Werbezwecken und zum Ausprobieren. In seltenen Fällen auch zum Abholen vorbestellter Waren. Doch auf jeden Fall sind sie nur noch ein kleiner Bestandteil des viel wichtiger gewordenen E-Commerce Geschäftsfeldes und nicht umgekehrt.

 

Nicht erst seit dem Aufkommen von Amazon, gibt es einen eindeutigen Trend zum Onlineshopping. Das E-Commerce Geschäft boomt, die Paketdienste ächtzen unter der Last und die Innenstädte beklagen einen Rückgang im Einzelhandelsgeschäft. Der Trend kennt aber nur eine Richtung und ist nicht mehr umzukehren. Bei durchschnittlichen Wachstumsraten von 13 Prozent bis 2019 ist klar, wo die Reise hingeht.

Dass der E-Commerce dabei auf schlaue Logistiklösungen angewiesen ist, ist unumstritten. Doch vor allem kleine Shop Anbieter, die sich eventuell gerade erst mit ihrem Shop selbstständig gemacht haben, laufen Gefahr, wichtige Chancen zur Gewinnmaximierung zu verschlafen. Besonders im Bereich Versand, der ein unumgänglicher Baustein im digitalen Handelsgeschäft ist, gefährdet Unwissenheit die Existenz.

 

Die Konkurrenz ist groß

Im Onlinehandel liegt das Geld schon lange nicht mehr auf der Straße. Der Markt ist heiß umkämpft und die Margen schrumpfen, durch den harten Konkurrenzkampf, immer weiter. Daher müssen vor allem auch kleine Shops sehen, an welchen Schrauben sie noch drehen können. Preis und Geschwindigkeit sind die beiden ausschlaggebenden Faktoren im Online-Business. Nachdem die Kunden über den Preis auf die Seite gekommen sind, gilt es sie auch als Stammkunden zu etablieren. Ein weiterer Kauf hängt immer vom Erlebnis des ersten Kaufes ab.

Shops die hauptsächlich online agieren und ihre Waren über Versanddienstleister zu ihren Kunden verschicken, haben leider nur wenige Kontaktpunkte mit dem Kunden persönlich – ein großer Nachteil für die Kundenbindung. Daher ist der Versand häufig das Aushängeschild des Onlineshops, obwohl dieser von Dienstleistern übernommen wird. Deshalb ist es umso wichtiger, dass kleine und mittlere Shopbetreiber, die sogenannten SMEs, die Wichtigkeit des Versands erkennen.

Kleine Shops können beispielsweise beim Kunden punkten, wenn sie verschiedene Dienstleister für den Versand anbieten, da einige auch Wunschzustellungen oder Express Services anbieten. Häufig handeln die Unternehmer, die hinter den Shops stehen, nicht sehr unternehmerisch. Entweder die Wichtigkeit von Premium Optionen beim Versand oder die Einsparpotenziale werden entweder aus Bequemlichkeit nicht genutzt oder sind gar nicht bekannt.

Als Betreiber der Plattform checkrobin, einer Vergleichsplattform für Paketversand, sehen wir, dass Unternehmen unseren Service bisher erst zu 5% nutzen. Während unsere Nutzerzahlen im privaten Segment schnell steigen, trauen sich nur wenige Geschäfte einmal ihre Versandoptionen zu überprüfen. Dabei ist eigentlich jedem bewusst, dass es immer noch eine klügere und günstigere Option gibt.

 

Im Onlinehandel entscheidet jeder Cent über den Fortbestand

Schaut man sich die Margen der Onlineshops an, dann ist klar, dass der Preiskampf nur eine Richtung zulässt und die Gewinne im Einkauf und Versand zustande kommen müssen. Zu den Versandkosten kommen neben den Entgelten für die Dienstleister aber auch noch die fixen Kosten für Verpackung und Etikettierung, wie onlineshop basics gut aufgeschlüsselt hat. Sobald man sich aber für eine fixe Verpackungsart entschieden hat, gibt es nur noch Verhandlungsspielraum bei der Wahl des Paketdienstes.

Viele Betreiber fürchten sich dabei noch immer die DHL als Standard aufzugeben. Dabei gibt es neben der DHL, noch viele weitere Anbieter. Durch den einfachen Vergleich auf unserem Portal haben wir schon einige Privatpersonen dazu bewegen können ihre Pakete auch mit den “großen” Speditionen wie UPS oder DPD zu verschicken. Dabei sind diese im Vergleich zur DHL nicht einmal größer, nur der Ruf haftet ihnen an. Wovon Privatpersonen schon lange profitieren, davor sollten Unternehmen nicht die Augen verschließen, da sich die Auswirkungen für sie besonders bemerkbar machen – abhängig vom Versandvolumen.

 

Auch neue Kurierdienste wie Liefery und Tiramizoo bieten besondere Vorteile für Onlineshops, da sie sehr enge Lieferfenster anbieten und schnelle Kurier Lieferungen im urbanen Raum ermöglichen. Für Shops die ihre kleinen Margen sichern müssen bieten sich die Vorteile in der Ersparnis durch das Vergleichen von verschiedenen Anbietern, für Premiumshops hingegen bietet der Blick über den Tellerrand eine Verbesserung der Kundenfreundlichkeit. In beiden Fällen lohnt es sich, nicht einfach aus reiner Gewohnheit an einem Dienstleister festzuhalten. Besonders im Falle von Lieferungen ins Ausland unterscheiden sich die Preise und Leistungen häufig enorm. Kleine Onlineshops die sich auf einzelne, exquisite Produkte spezialisiert haben, sind hier gefordert. Nicht nur sind die Preise sehr unterschiedlich, sondern auch die Versicherungsbeträge können im Auslandsversand stark variieren. Wer schon einmal ein Paket in die USA verschicken wollte, weiß, wie kompliziert die Deklarierung sein kann.

 

Versand muss ein zentrales Thema sein

Naturgemäß ist der Kauf die erste Hürde, doch wenn diese genommen ist entscheidet das Versandmanagement darüber, ob der Kunde wiederkehrt oder es bei einer einmaligen Bestellung bleibt. Die Branchengrößen, wie Amazon oder Otto, haben schon erkannt, dass der Kunde an der Haustür überzeugt wird. Nicht umsonst bietet Amazon auch einen eigenen Kurierdienst in den größten Städten an. Damit kleinere Anbieter da mithalten können, sollten Sie den Versand nicht stiefmütterlich behandeln.

 

Unser Autor

Hannes Jagerhofer, Gründer der Vergleichsplattform checkrobin

Hannes Jagerhofer ist gebürtiger Österreicher aus Klagenfurt und Gründer der Vergleichsplattform für Paketdienste checkrobin, die als Mitfahrzentrale für Pakete – jetzt myrobin – schon 2012 in Österreich online ging und seit April 2017 um eine professionelle Preisvergleichsplattform in Deutschland erweitert wurde. Zuvor hat er die Flugsuchplattform checkfelix gegründet und 2011 erfolgreich an KAYAK verkauft. Neben seinem Sinn für innovative Startup-Ideen ist Jagerhofer begeisterter Sportler und organisiert seit 2015, in Kooperation mit RedBull, die internationale Swatch Beach Volleyball Major Series.

 

 

Weiterführende Informationen

checkrobin GmbH