European Accomodation Barometer 2023

Statista präsentiert in Partnerschaft mit Booking.com den European Accomodation Barometer 2023:
Einer guten Sommersaison folgt Ungewissheit

  • 7 von 10 deutschen Hoteliers berichten von einer guten oder sehr guten Geschäftsentwicklung in den letzten sechs Monaten
  • Verbraucher buchen kürzere Aufenthalte und entscheiden sich für günstigere Zimmer, um ihr Budget zu schonen
  • Der Anteil der deutschen Hoteliers, die in der Besteuerung eine Herausforderung für ihr Geschäftswachstum sehen, hat sich im Vergleich zur Sommerwelle fast verdoppelt und liegt nun bei 68 %.
  • Jeder fünfte deutsche Hotelier nutzt mittlerweile KI-Technologien wie Chatbots und dynamische Preisgestaltung.

Die deutschen Hoteliers haben ein weiteres starkes Halbjahr hinter sich. Doch ihr Optimismus und ihre Hoffnungen auf künftiges Wachstum haben einen Dämpfer erhalten. Einerseits ist der Aufschwung der Reise- und Tourismusbranche in ganz Europa zu spüren, andererseits wird für die deutsche Wirtschaft im Jahr 2023 ein Rückgang von 0,4 % prognostiziert. Die Ungewissheit im Zusammenhang mit dem Auslaufen der Entlastungsmaßnahmen (ermäßigter Mehrwertsteuersatz für Speisen und Getränke) nach dem Ende der Corona-Pandemie trägt zur Beunruhigung im deutschen Gastgewerbe bei.

Die dritte Ausgabe des European Accommodation Barometer basiert auf einer Umfrage unter 1.040 Führungskräften und Managern im europäischen Hotelgewerbe. Es wird gemeinsam von Booking.com und Statista erstellt. Im Barometer wurden die Antworten von 80 Befragten aus Deutschland berücksichtigt.

Aufschwung in der Tourismusbranche wird von Personalproblemen und wirtschaftlicher Unsicherheit überschattet. 

Fast die Hälfte der befragten Beherbergungsbetriebe (49 %) bezeichnete ihre derzeitige wirtschaftliche Lage als gut oder sehr gut. Das vermittelt für sich genommen ein solides Gefühl von Optimismus, jedoch nicht, wenn man es mit dem Durchschnitt von 70 % in den übrigen vom Barometer erfassten EU-Ländern vergleicht. Neben den hohen Energiepreisen, die die Betriebskosten in die Höhe treiben, stehen auch der Personalmangel und die Personalkosten ganz oben auf der Liste der Sorgen deutscher Hoteliers.

Wachstum der Beherbergungsbranche in Deutschland liegt unter dem europäischen Vergleichswert. 

Zum zweiten Mal in Folge gaben 7 von 10 deutschen Hoteliers an, dass ihre Geschäftsentwicklung in den letzten sechs Monaten gut oder sehr gut war, und übertrafen damit erneut die Erwartungen der vorherigen Umfragewelle. Dennoch rechnet nur eine Minderheit von Hoteliers mit anhaltendem Wachstum: knapp ein Drittel (32 %) der Beherbergungsbetriebe gab an, davon auszugehen, dass sich ihr Geschäft in den nächsten sechs Monaten positiv entwickeln würde, verglichen mit 59 % der europäischen Beherbergungsbetriebe insgesamt.

Eine positive Entwicklung der Auslastung und der Zimmerpreise scheint sich zu verlangsamen. 

Während der Anteil der Hoteliers, die ein positives ADR-Wachstum (durchschnittliche Tagesrate) verzeichneten, um 12 % sank, gab es keinen erkennbaren Anstieg des Anteils der Hoteliers, die ein negatives ADR-Wachstum verzeichneten. Der Anteil der deutschen Beherbergungsbetriebe, die einen Anstieg ihrer Auslastungsrate meldeten, blieb mit 57 % gegenüber 60 % in der vorherigen Umfragewelle relativ konstant.

Fast ein Viertel (24 %) der Betriebe gibt an, dass der Zugang zu Kapital schwierig oder sehr schwierig sei, und mehr als ein Drittel (36 %) plant, in den nächsten sechs Monaten weniger zu investieren, verglichen mit nur 10% der Hotelbetriebe europaweit.

Inflation und die höheren Lebenshaltungskosten treffen Verbraucher und Hoteliers gleichermaßen. 

Hoteliers haben beobachtet, dass die Verbraucher kürzere Aufenthalte buchen und sich für günstigere Zimmer entscheiden, um ihr Budget zu schonen. Die Gewinnung von mehr inländischen Reisenden hat für 77 % der Hoteliers weiterhin oberste Priorität, während die Gewinnung von internationalen Besuchern an Bedeutung verloren hat.

Die Mehrwertsteuer für die Gastronomie soll steigen. Zusätzlich zum Kostendruck hat sich der Anteil der befragten deutschen Hoteliers, die sich Sorgen um die Besteuerung machen, 2023 zwischen der Sommer- und der Herbstwelle fast verdoppelt und liegt nun bei 68 %. In der Folge ist die Einschätzung, dass die Regierungspolitik in den nächsten sechs Monaten negative oder sehr negative Auswirkungen haben werde, von 35 % der Hoteliers im Sommer 2023 auf 50 % gestiegen.

EU-weite Trends

Kleine und unabhängige Beherbergungsbetriebe in ganz Europa verlieren seit Jahren an Boden gegenüber größeren Hotelketten. Erstere schnitten bei mehreren Kriterien schlechter ab, darunter Auslastung und ADR-Entwicklung, Geschäftsklima, Investitionspläne, Zugang zu Finanzierung und Kapital sowie Zukunftsaussichten usw.

Ein sprunghafter Anstieg der KI-Anwender seit der letzten Umfragewelle.

In der Umfragewelle im Sommer 2023 gaben lediglich 9 % der deutschen Hoteliers an, dass sie KI nutzen. Inzwischen hat sich dieser Wert jedoch mit 20 % etwas mehr als verdoppelt. Diejenigen, die sich für KI interessieren, gaben außerdem an, dass die dynamische Preisgestaltung das führende KI-Tool (62 %) sei, dessen Implementierung sie in den nächsten sechs Monaten in Betracht ziehen würden.

 

Weiterführende Informationen:
www.gce-agency.com

 

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