Intelligente Apps und Disruption der Medien

Die TREND-REPORT-Redaktion sprach mit Dr. Alexander Trommen, CEO der Appsfactory, über die Zukunft der Medien im Kontext der neuen KI-Technologien.

Disruptiv und exponentiell verändert sich aktuell die Medienbranche. Unbestritten ist zudem, dass die digitale Disruption starke Auswirkungen auf das Mediennutzungsverhalten und in der Folge auch auf die Geschäftsmodelle in der Medienindustrie hat und in Zukunft haben wird. „Aktuell fokussieren sich die meisten aufs Mithalten, Geschäftskontinuität und Gefahrenabwehr. Also eher reaktiv, statt die Dinge aktiv anzugehen“, betonte Alexander Trommen zu Beginn unseres Gesprächs. Häufig fehle inhouse die Erfahrung für innovative KI-Projekte und ein Data-Analyst macht noch kein erfolgreiches Projekt.


Automotive Dr. Alexander Trommen:
„Wir sehen uns im Bereich ASOP in einer Schlüsselposition.“


Laut Alexander Trommen braucht es in diesem Kontext externe Begleitung durch eine Agentur. „Zum Beispiel liegt der Nachrichtensender n-tv als eine der ersten Medienmarken, die konsequent auf Apps gesetzt haben, bei der täglichen Nutzung immer noch weit vor allen Zeitungen und sogar weit vor der Tagesschau. Konsequente Investitionen in Technologien zahlen sich aus. Man sieht das beispielsweise am deutlich überproportionalen Reichweitenzuwachs der FAZ, den das Medienhaus durch den Einsatz von KI erreicht hat“, erklärte uns der CEO der Appsfactory.

Dass sich durch die neuen Technologien rund um KI Wettbewerbsvorteile generieren lassen, ist unbestritten. Zunächst spricht Alexander Trommen von zwei Ansatzpunkten.

Zum einen die Möglichkeiten zur Kostenersparnis bei Tätigkeiten, die standardisierbar sind. Hierzu zählt er beispielsweise das automatisierte Einsprechen von Podcasts über Text-to-Speech-Schnitt­stellen. Auf diese Weise sei es möglich, Podcasts auch für Nischenthemen zu produzieren. „Im Bereich der bei Lesern beliebten Kommentarfunktion zu Artikeln sind die Moderationskosten sehr kostenintensiv. Appsfactory ist in der Lage, durch eine KI-gestützte teilautomatisierte zweistufige Moderationslösung die Kosten um über 90 Prozent zu senken“, betonte der Digitalisierungsspezialist.

Ein anderer Ansatzpunkt für KI ist nach Alexander Trommen die Steigerung der Nutzung. „Wir haben bspw. für die FAZ eines der ersten deutschen Personalisierungsprojekte im Medienbereich umgesetzt. Im Ergebnis sind es nun 100 Prozent mehr Visits pro Nutzer als bei der Standardseite und eine 20 Prozent höhere Sessiondauer. Für die Tagesschau betreiben wir ein KI-basiertes Tool, das hoch automatisiert aus 16:9-Videos Hochkant-Videos produziert. Mit einem Newsreel aus diesen Hochkant-Videos ist es uns gelungen, die Page-Impressions in der App zu verfünffachen und die Sessiondauer zu verdoppeln“, erklärte uns Alexander Trommen.

Auf unsere Frage hin, wo denn momentan Projekte mit dem meisten Potenzial liegen, verriet uns Dr. Trommen: „Momentan sind aus mei­ner Sicht die spannendsten Projekte zum einen im Bereich Automotive die ASOP-Projekte (Android Open Source Projekt). ASOP ist das Betriebssystem, mit dem ganz viele Automobilhersteller ihre Infotainmentmodule realisieren. Appsfactory hat im Bereich An­droid mehr Expertise als wahrscheinlich jedes andere Un­ternehmen in Deutschland. Entsprechend sehen wir uns hier in einer Schlüsselposition.“

Lesen Sie das ausführliche Interview mit Dr. Trommen
KI-Technologien und intelligente Apps

www.appsfactory.de

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Bild von kalhh auf Pixabay

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