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Blockchain, Mythos und Wahrheit

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Juni 25, 2018 veröffentlicht von

Was es ist, was es kann und was es nützt

Blockchain. Never have so  many people sought so much  from a technology understood  by so few. (Aengus Collins, Practice Lead, Global Risks, World Economic Forum)

Teil 1. Wie entstand die Notwendigkeit für eine sichere Informationskette

Es ist erstaunlich, wie ein Begriff aus der Mechanik, der dort in der Regel Gummiblock Ketten (Rubber block chain) meint, eine solche Euphorie und damit einhergehende Erwartungshaltung in der IT-Branche auslösen konnte.

Heutzutage ist Blockchain ein vielfach in allen Bereichen der Software-und-Informationstechnologie-Branche genutzter Begriff, der immer gerne dann herangezogen wird, wenn es besonders sichere Systeme, Lösungen oder Konzepte zu beschreiben gilt.

Im Grunde ist die Suche nach einem sicheren Weg Informationen von A über B zu C zu schaffen so alt wie die Informationsverarbeitung. Bereits die Römer erfanden die erste, simple Kryptografie um sicherzustellen, dass Botschaften unveränderbar und authentisch übermittelt werden konnten.

In der Vergangenheit hatten wir aber vielfach nicht die Notwendigkeit komplexe Verfahren zur Sicherung von Informationen zu verwenden, da Transaktionen persönlich ausgeführt wurden. Um einen Vertrag zu zeichnen, trafen sich die Parteien, um dieses Vertragswerk gemeinsam zu besprechen und zu unterschreiben. Um eine Sicherheit für Dritte zu schaffen, wurde (und wird) ein Notar hinzugezogen, der die Rechtmäßigkeit des Geschäftes bestätigt und mit seiner Position und seiner Unterschrift für Echtheit bürgt.

Als wir weitere Kommunikationsmethoden erfanden, die ein persönliches Zusammentreffen nicht mehr notwendig machten, wie z.B. das Telefon oder das FAX, einigten wir uns darauf, dass für die Teilnahme an dieser Kommunikation Informationen zu den beteiligten Personen hinterlegt wurden, die zumindest dem Anbieter bekannt waren. Lediglich in wenigen, sicherheitsrelevanten Bereichen wurden Technologien für die Verschlüsselung und Authentizität entwickelt, deren Komplexität (und deren Preis) eine breite Nutzung unerschwinglich machte.

Aber auch ohne Verschlüsselung zweifelt bis heute fast niemand daran, dass eine Telefonnummer einer realen Person oder Unternehmung „gehört“ und diese auch am anderen Ende der Leitung ist, wenn ich dort anrufe. Gleiches gilt für Faxe, welche durch die Zeit- und Übertragungsangaben sogar eine sehr hohe rechtliche Sicherheit erlangt haben.

Auch als Kommunikation noch weiter anonymisiert wurde (Webseiten, etc.), ersannen wir trickreiche Mechanismen, wie Anbieter Zertifikate, die von „trusted authorities“, also quasi Internetnotaren, ausgestellt wurden, um die Echtheit und die Personen hinter dem Zertifikat zu bestätigen.

Erstaunlicherweise haben all diese Ideen nie geholfen, Sicherheit zum Beispiel beim Austausch von Emails oder elektronischen Dokumenten zu schaffen.

Als Ender der 80er Jahre die Ideen von rein elektronischer Währung entstanden, war es an der Zeit sich mit Lösungen zu beschäftigen, die garantieren, dass ein Objekt über viele Stufen seines Transportes und seiner Verwendung niemals seine Integrität und Echtheit verliert.

Die Idee hinter Blockchain war geboren.

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