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Vom Start-up lernen…

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Februar 10, 2015 veröffentlicht von

Michael Hochgürtel, codecentric AG

Die deutsche Wirtschaft verharrt zu sehr in ausgedienten Handlungsmustern.

Dieses Manko identifizierten drei Fünf­tel der Experten, die im Zuge der sechs­ten Phase der Zukunftsstudie „Digitalisierung. Achillesferse der deutschen Wirtschaft? Wege in die digitale Zukunft“ des Münchner Kreises befragt wurden. Neue Wege und Methoden sind gefragt, um den digitalen Wandel erfolgreich meistern zu können. Unternehmen müssen lernen, sich neu zu erfinden, müssen branchenübergreifend kooperieren, auch mal den Mut zur Selbstkannibalisierung haben, heißt es im Papier. Ein Weg kann sein, wie ein Start-up („Lean Start-up“) denken zu lernen. Dieses verbindet den Vorteil einer schlanken Organisationsstruktur oft mit der Schaffung vielfältiger kreativer Freiräume, was das innovative Entwicklungspotenzial der Mitarbeiter stark befeuert.

Auch bei der Softwareentwicklung ge­nügen die althergebrachten Verfahren, die nach dem Prinzip „Plan – Build – Run“ funktionierten, den modernen Ansprüchen oft nicht mehr. Sie sind zu statisch, können mit dem Prozess der Digitalisierung nicht mithalten. Denn die Geschäfts-, Arbeits- und Entwicklungsprozesse wandeln sich stetig, sind nie fertig. Es muss daher zu einer Selbstverständlichkeit werden, dass einmal eingesetzte Software mit dieser Entwicklung Schritt halten, also immer und mit möglichst geringem Aufwand an die sich ändernden Prozesse angepasst werden kann.

Der Gegenentwurf zu den traditionel­len Verfahren heißt agile Software­ent­wicklung. Laut Duden bedeutet agil flink, wendig und beweglich, was im Prinzip schon alles aussagt. Man möchte sich bei der agilen Softwareentwicklung mehr auf die zu erreichenden Ziele konzentrieren und auf technische und soziale Probleme ein­gehen, heißt es bei Wikipedia. Der Softwareentwicklungsprozess solle fle­x­ibler und schlanker werden, weniger bürokratisch. „Agilität aber nur auf die Entwicklung zu beziehen, wäre zu kurz gedacht“, warnt Michael Hoch­gürtel, Vorstand der sich seit nunmehr zehn Jahren mit der agilen Software­entwicklung beschäftigenden codecentric AG: „Die kontinuierliche Bereitstellung (Continuous Delivery) neuer und getesteter Funktionen ohne Betriebsunterbrechung ist das Ziel. Dazu müssen neben der Entwicklung mindestens auch die Fachbereiche und der IT-Betrieb mit einbezogen werden.“ Unterstützt werde der Prozess durch mittlerweile zur Verfügung stehende wirkungsvolle Tools, z. B. zur Automatisierung von Tests und für das Deploy­ment. Zudem begännen die Hür­den zwischen den Bereichen zu schrumpfen, was eine effizientere Entwicklungs­arbeit möglich macht.

Auch Michael Hochgürtel empfiehlt in diesem Zusammenhang den code­centric-Kunden, im Sinne von Lean Start-ups vorzugehen und dafür „eine Umgebung zu schaffen, bei der Ideen schnell umgesetzt und im Markt getestet werden, und das durchaus auch mit der Chance zu scheitern!“ Einwän­de wie hohe Hard- und Software­kos­ten lässt er dabei nicht gelten, da sich u. a. dank Cloud-Technologien und sehr mächtiger Open-Source-Produk­te ideale Voraus­setzungen für diesen Ansatz böten. Vom großen Erfolg ist auch er immer wieder überrascht: „Er­staunlich für mich ist, wie viele unserer Kunden diesen Weg gehen und dabei bereit sind, sich von starren und teuren Standardlösungen zu trennen.“

www.codecentric.de

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