Ritterschlag für Industrie 4.0-Forschung

König Willem-Alexander und Königin Máxima der Niederlande besuchen Fraunhofer IML

Seine Majestät König Willem-Alexander der Niederlande und Ihre Majestät Königin Máxima der Niederlande haben im Rahmen ihres Arbeitsbesuchs in Nordrhein-Westfalen heute das Fraunhofer-Institut für Logistik und Materialfluss IML in Dortmund besucht. Prof. Dr. Michael ten Hompel, geschäftsführender Institutsleiter, informierte das Königspaar auf einem Rundgang durch das Institut und seine Forschungshallen über ausgewählte Forschungsarbeiten rund um die Zukunftsthemen Industrie 4.0 und Internet der Dinge. Das Königspaar wurde von NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, dem niederländischen Wirtschaftsminister Henk Kamp und einer hochkarätig besetzten Delegation mit Vertretern aus den Niederlanden und Nordrhein-Westfalen begleitet.

Das Interesse der Niederlande an einem Wissensaustausch zum Thema Industrie 4.0 ist groß. Erste Kontakte im Hinblick auf den Besuch des Königspaars im Fraunhofer IML waren auf der Hannover Messe Anfang April geknüpft worden. Das Institut hatte dort am Fraunhofer-Gemeinschaftsstand innovative Organisationsformen und Geschäftsmodelle für die industrielle Fertigung vorgestellt. „Ich freue mich sehr, dass sich das niederländische Königspaar für unsere Forschung begeistert und das Fraunhofer IML als eine der wichtigen Stationen für seinen Besuch in Nordrhein-Westfalen ausgewählt hat“, so Prof. Dr. Michael ten Hompel.

Sowohl die Niederlande als auch Deutschland treiben die Forschung zu Industrie 4.0 derzeit wesentlich voran. Mit dem Schlagwort Industrie 4.0 wird die Weiterentwicklung der Organisation von Produktions- und Logistikprozessen bezeichnet. Im Internet der Dinge steuern sich intelligente Objekte selbst, d.h. bezogen auf die Logistik: Jedes Objekt, jeder Behälter kennt sein Ziel, führt diese Information mit sich und kann sich anderen Maschinen sowie dem Menschen mitteilen. Die zentrale Kommunikation wird durch eine dezentrale ersetzt.

 

Willkommen in der Zukunft der Logistik

Beim Besuch des openID-Centers, in dem das Fraunhofer IML intelligente Fördertechnik, Behälter, Kisten und Paletten für das Internet der Dinge erforscht, entwickelt und testet, sowie der Forschungshalle für Zellulare Fördertechnik (ZFT) konnte sich das Königspaar einen Eindruck von diesem Paradigmenwechsel in der logistischen Welt verschaffen.

Prof. Dr. Michael ten Hompel veranschaulichte das Steuerungsprinzip des Internets der Dinge anhand von Demonstratoren wie dem intelligenten Behälter inBin oder den Fahrzeugschwärmen mit intelligenter Sensortechnik in der ZFT-Halle, dem größten Versuchsfeld für künstliche Intelligenz in der Intralogistik. Die Behälter selbst werden in Zukunft aus dem 3D-Drucker kommen: Entsprechende Versuche führt das Fraunhofer IML bereits erfolgreich durch. Darüber hinaus präsentierte Prof. Dr. ten Hompel mit dem Coaster die erste mobile industrietaugliche Mensch-Maschine-Schnittstelle für Industrie 4.0.

Das Fraunhofer IML unterhält bereits vielfältige und enge Beziehungen zu den Niederlanden: Mit der Provinz Gelderland und der Entwicklungsgesellschaft Oost NV wurde Anfang des Jahres das Netzwerk Agrologistics Support Center (ASC) gegründet. Ziel ist es, die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und angewandter Forschung zu fördern. Im Auftrag von Royal Dutch Shell, einem der weltweit größten Mineral- und Erdgasunternehmen, entwickeln Wissenschaftler am Fraunhofer IML derzeit langfristige Lösungen für die „Zeit nach dem Öl“. Regelmäßig tauscht sich das Institut auch mit niederländischen Hochschulen wie den Fontys Hochschulen und Instituten über praxisrelevante Logistikforschung.

Eine noch engere Zusammenarbeit zwischen dem EffizienzCluster LogistikRuhr, dessen Gründung auf eine Initiative von Prof. Dr. Michael ten Hompel zurückgeht, und dem niederländischen Innovationsnetzwerk Dinalog wurde im Rahmen des Besuchs auch formal besiegelt. Das Königspaar und Ministerpräsidentin Kraft wohnten der Unterzeichung eines Memorandum of Understanding (MoU) zwischen den Netzwerken bei.

Prof. Dr. ten Hompel: „Mit seinem Besuch im Fraunhofer IML hat das Königspaar die Bedeutung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit einmal mehr unterstrichen. Ich bin mir sicher, dass sich daraus viele neue Ansatzpunkte für Kooperationen zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen in den Niederlanden und unserem Institut ergeben.“

 

Blumen aus dem 3D-Drucker zum Abschied

Ein Stück Zukunft konnten Königin Máxima und NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft von ihrem Besuch übrigens im wahrsten Sinn des Wortes mitnehmen: Ihnen überreichten die Institutsleiter Prof. Dr. ten Hompel und Prof. Dr. Michael Henke eine Tulpe aus dem 3D-Drucker des Fraunhofer IML.

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