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Neue Regelung ohne Sinn

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September 25, 2014 veröffentlicht von

DEKRA Arbeit Suzana Bernhard

Suzana Bernhard, Geschäftsführerin Dekra Arbeit GmbH, sprach mit der TREND-REPORT-Redaktion über die Zukunft der Zeitarbeit in Deutschland.

Frau Bernhard, welche Vorteile ergeben sich für Zeitarbeitnehmer durch die Branchentarifzuschläge?
In erster Linie bieten sie vielen Zeitarbeitnehmern eine zusätzliche finanzielle Perspektive. Wer sich beim Kunden etabliert hat und projektbezogen länger eingesetzt wird, profitiert von zeitlich gestaffelten Lohnsteigerungen. Je nach Branchentarif stehen schon nach sechs Wochen zwischen drei bis sieben Prozent – und nach neun Monaten gar bis zu 50 Prozent – Erhöhung zu Buche. Die geforderte Angleichung an die Löhne des Stammpersonals wird damit sukzessive umgesetzt.

Aus dem Koalitionsvertrag geht nun eine Höchstüberlassungsdauer her­vor. Wie bewerten Sie diese?
Die Frage ist, wem diese Regelung zugutekommen soll. Zeitarbeitnehmer, die sich über Monate hinweg einen Zuschlag erarbeitet haben oder schlichtweg mit ihrem Arbeitsplatz zufrieden sind, werden quasi per Gesetz zum Wechsel gezwungen. Ob sie wollen oder nicht. Und der klassische Projekteinsatz oder eine Elternzeitvertretung werden von vornherein un­nötig erschwert. Selbst Gering­qua­lifizierte, die über Zeitarbeit den Wiedereinstieg am Arbeitsmarkt suchen, werden klar benachteiligt. Denn welches Unternehmen fördert schon einen Kollegen, der nach absehbarer Zeit wieder ausscheidet? Die Höchst­überlassungsdauer bietet den Zeitarbeitnehmern also keinerlei weitere Vorteile. Ganz im Gegenteil.

Was gibt es für Alternativen, um die politisch geforderte Gleichberechtigung von Zeitarbeitnehmern weiter voranzutreiben?
Gleichberechtigung hat in erster Linie mit Wertschätzung zu tun. In finanzieller Hinsicht, aber auch im Umgang miteinander. Der Zeitarbeit wird in der öffentlichen Debatte gerne eine nega­tive Rolle angehaftet, die ihr nicht gerecht wird. Und das färbt sich unweigerlich auf den Status als Zeitarbeitnehmer ab. Hier sollte man ansetzen und die positiven Aspekte der Zeitarbeit fördern, statt mit plaka­tiven Regulierungen neue Hürden zu errichten. Laut Umfrage sind rund 90 Prozent unserer Zeit­arbeitnehmer mit ihrer Anstellung zufrieden. Und diese Mehrheit gilt es ernst zu nehmen, zu unterstützen und zum Beispiel bei Fragen wie dem Kurzarbeitergeld mit allen anderen Ar­beit­nehmern rechtlich gleichzusetzen.

Wie schätzen Sie die Zukunftsaussichten der Zeitarbeit ein?
Die deutsche Wirtschaft ist stark ab­hän­gig von einer weiterhin stabilen Arbeitsmarktsituation. Hier spielen Fak­toren wie Aus- und Weiterbildung, demo­grafischer Wandel – aber auch eine flexible Arbeitsmarktpolitik eine entscheidende Rolle. Deutsche Unter­nehmen müssen sich im globalen Wett­bewerb immer flexibler aufstellen, um langfristig erfolgreich zu bleiben. Und Personaldienstleistung bietet hierfür zahlreiche Lösungsoptionen, die mich positiv nach vorne blicken lassen.

www.dekra-arbeit.de

Bildmotiv Copyright: Dekra Arbeit GmbH

by-sa

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