Page 9 - TREND REPORT März 2019
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TREND REPORT
März 2019 | Future Store 9
ist damit vom reinen Warendistributor zum Lösungs- und Technologieanbieter geworden. Sourceabilitys Geschäftsmo- dellbestehtdarin,AngebotebeiDutzen- den Lieferanten einzuholen, Preise zu ver- gleichen, Liefertermine abzustimmen und seinen Kunden die gewünschten Infor- mationen komprimiert zu übermitteln. Um diese bisher manuell und per Tele- fon / Fax absolvierten Prozesse zu auto- matisieren, setzt das Unternehmen eine von der Turbine Kreuzberg GmbH ent- wickelte Bescha ungsplattform für Elek- tronikkomponenten ein: Sourcengine er- möglicht Einkäufern aus einer Hand den Zugri  auf das Angebot von inzwischen rund 1 400 Lieferanten weltweit.
„Über die Plattform lassen sich Stück- preise sowie Verfügbarkeiten eigenstän- dig und in Echtzeit recherchieren und benötigte Artikel künftig direkt aus dem unternehmenseigenen ERP-Sys- tem heraus bestellen“, erklärt Daniel Nill, CEO der Turbine Kreuzberg GmbH. Einkäufer können internatio- nale Warenbestände vergleichen und insbesondere die länderspezi sche Preis- politik verschiedener Hersteller besser durchschauen. Lieferanten wiederum erhalten über die Plattform Zugang zu Kunden auf der ganzen Welt – für den Handel mit Elektronikkomponenten, der historisch eher regional geprägt ist, ein echter Fortschritt.
Verbindungen in die neue SAP-Welt
Solche B2B-Marktplätze funktionieren jedoch nur, wenn sie sich – wie Sour- cengine – mit kundeneigenen ERP- Systemen verbinden lassen, sodass Be- stellungen direkt aus der kundeneige- nen IT-Infrastruktur getätigt werden können. Die digitale Transformation nimmt auch im Bereich von ERP-Sys- temen immer klarere Formen an. Au- tomatisierung der Geschäftsprozesse und der Lagertechnik – Stichwort Lo- gistik 4.0 –, digitale Daten, die zum neuen Produktionsfaktor werden, ver- netzte Supply Chains und neue, digita- le Zugänge zum Unternehmen für die Kunden bestimmen die ERP-Welt von heute. Als ein weltweiter Marktführer greift SAP das  ema in seiner nächs- ten Produktgeneration SAP S/4HANA auf. Nicht nur im Handel, sondern in allen Branchen herrscht noch Aufklä- rungsbedarf, was die Umstellung von bisherigen SAP ECC-Systemen auf
S/4HANA angeht. Hier sind SAP- Dienstleister und Produktanbieter wie die abat AG gefragt, die Unternehmen hinsichtlich der Herausforderungen bei der Umstellung ihrer ERP- und Lo- gistikprozesse technologisch und stra- tegisch beraten.
Viele sind sich noch nicht einmal im Klaren darüber, ob sie ein Upgrade des bestehenden ERP-Systems auf S/4HANA durchführen sollen – der sogenannte Brown eld-Ansatz – oder besser das neue System komplett neu aufbauen, ohne Übernahme von Sys- temkon gurationen aus dem Vorsys- tem (Green eld). „Erfahrungsgemäß können Prozesse und Customizing im Brown eld-Ansatz weiterverwendet werden, teilweise müssen diese jedoch angepasst oder aufgrund einer verän- derten Systemumgebung komplett neu betrachtet werden“, wie Markus Fi- scher, Senior Consultant bei abat, er- klärt.„EineMischformausbeiden–der hybride Ansatz – bietet die Möglich- keit, ausgewählte etablierte Prozesse aus dem Altsystem zu übernehmen. Unter- schieden wird außerdem danach, ob das System in der Cloud, on premises oder wiederum hybrid betrieben werden soll. „Abschließend gilt: Je komplexer das Altsystem, desto größer der Vorlauf. Da- her ist es wichtig, sich so früh wie mög- lich mit einer Umstellung auf SAP S/4HANA auseinanderzusetzen, um für die Zukunft gerüstet zu sein und die Vo- raussetzungen für  emen wie künstli- che Intelligenz, maschinelles Lernen und Blockchain zu scha en“, so Fischer.
Wer Kundendaten besser analysiert, gewinnt Wettbewerbsvorteile
Die Analyse von Kundendaten entlang der Customer Journey aller Touchpoint- Services wird mehr und mehr zum Maßstab für die Wettbewerbsposition. Handelsunternehmen, die KI-Techno- logien zielführend einsetzen, können verfügbare Kanäle besser analysieren, die Ergebnisse daraus als Grundlage für individuelle Kundenansprachen sowie kommende Marketingkampagnen ver- wenden und sich damit am Markt dif- ferenzieren.
#FutureRetail #FutureStore
Markus Fischer be- richtet über die Zu- kunft der digitalen
Supply Chain.
Voraussetzung für KI
Gastbeitrag von Markus Fischer, Senior Consultant der abat AG, einem führenden internationalen SAP Dienstleister und Produktan- bieter
Schon lange ist klar, dass es nicht mehr um das „Ob“ geht, sondern um das „Wie“. Wie gelingt der Wandel und der Umstieg zu S/4HANA? Und wie muss eine Umstellung im Hinblick auf die Zukunft der digitalen Sup- ply Chain vorbereitet werden?
Ein Blick auf die Roadmap des neuen SAP ERP-Systems zeigt, dass Verän- derungen schnell voranschreiten und die SAP in immer kürzeren Zyklen neue, optimierte Funktionen und Prozesse bereitstellt. Um deren Vorzüge zu nutzen, ist jedoch eine Umstellung auf S/4HANA nötig.
So wird in S/4HANA, mit Wegfall von Aggregats- und Indextabellen, die Datenbank erheblich verkleinert. Durch generelle Vereinfachung des Daten- modells wird eine höhere Transpa- renz von Bestand und Material uss, eine Reduzierung der Lager- und Si- cherheitsbestände sowie eine besse- re Reaktionsfähigkeit bei Fertigungs- aufträgen erreicht. Und mit SAPUI5 bietet der Konzern eine neue brow- serbasierte Ober äche, die auch mo- bile Endgeräte unterstützt.
Ein weiterer Vorteil ist die integrierte (Embedded) Lösung des Transport- managements (SAP TM) und der La- gerverwaltung (SAP EWM). Schon in der Basic Version bietet Embedded EWM ein Ressourcenmanagement, eine gra sche Lagerplatzverwaltung, Ausnahmebehandlung u.v.m. In der Advanced Version können Kompo- nenten für das Material usssystem (MFS), das Dock Appointment Sche-
duling sowie die nahtlose Anbin- dung an SAP TM genutzt werden. Da- durch wird der komplette Material-  uss abgedeckt, beginnend bei der Fördertechnik und Automatik im La- ger über die Hofsteuerung bis hin zur gesamten Supply Chain.
Zur Einführung gibt es verschiedene Ansätze. Einer ist der Brown eld-An- satz – das Upgrade eines bestehen- den SAP ERP-Systems auf S/4HANA. Hier können Prozesse und Customi- zing weiterverwendet werden, müs- sen jedoch teilweise angepasst oder komplett neu betrachtet werden. Da- neben gibt es den Green eld-Ansatz – also den Neuanfang, ohne Über- nahme von Kon gurationen aus ei- nem Vorsystem. Und zu guter Letzt eine Mischform aus beiden, den hyb- riden Ansatz. Zusätzlich unterschei- det man nach Cloud- und On-Premi- se-Version. Mit der Cloud-Version, die nur im Green eld gewählt wer- den kann, stellt SAP ein gehostetes, schlankes System zur Verfügung, das quartalsweise automatisch erweitert wird. Bei der On-Premise-Version kann das Hosting selbst betrieben oder auf Systempartner zurückge- gri en werden. Im Vergleich zur Cloud-Lösung bietet das starke Indi- vidualisierungsmöglichkeiten.
Abschließend gilt: Je komplexer das Altsystem, desto größer der Vorlauf. Daher ist es wichtig, sich so früh wie möglich mit einer Umstellung auf SAP S/4HANA auseinanderzusetzen, um für die Zukunft gerüstet zu sein und die Voraussetzungen für Themen wie künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen und Blockchain zu scha en.
Ein ausführliches Whitepaper zu die- sem komplexen Thema  nden Sie unter www.abat.de/trendreport












































































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