Page 6 - TREND REPORT März 2019
P. 6

6 Future Store | März 2019
TREND REPORT
trendreport.de
Marktplatzha ung
Weg§en einer Änderung im Umsatz- steuergesetz, die zum 1. Januar 2019 eingeführt wurde, sind Marktplatzbe- treiber in der Pflicht steuerlich relevan- te Merkmale der Anbieter aufzuzeichen.
Online-Händler müssen den Markt- platzbetreibern dafür eine sogenannte Erfassungsbescheinigung vorlegen. Wo sie die Bescheinigung finden und wel- che Fristen gelten finden Sie auf http:// trendreport.de/Marktplatzha ung
Head of New Sales bei der Ingenico Marketing Solutions GmbH. Das Un- ternehmen entwickelt Programme zur Vertiefung der Kundenbeziehungen für alle Verkaufskanäle. „Bindungse ekte sollten im Wesentlichen aus dem Preis- vorteil generiert werden, obwohl der eigentliche Wert in den aggregierten Daten des bis dato anonymen Kunden liegt“, so Bregulla. „Schon heute schlum- mern bei vielen Händlern riesige Da- tenpotenziale, die gar nicht wertbrin- gend abgeschöpft werden. Die Digita- lisierung o enbart jetzt die Chance für eine ganzheitlichere Erfassung des Kun- denverhaltens.“
Dazu bedürfe es einerseits Werk- zeuge wie linguistischer und semanti- scher Analyse. Gleichfalls sei aber ein erweitertes Mindset bei Handelsunter- nehmen gefragt und die Bereitschaft, Dinge auszuprobieren und auch wie- der zu verwerfen. So kristallisiert sich für Händler ein Gesamtbild der tech- nisch-organisatorischen Rahmenbe- dingungen heraus, wie sich das Daten- potenzial von Customer-Loyalty-Pro- grammen im Omnichannel zur
Der Begriff Consumer IoT bezieht sich auf physische Geräte wie Smartpho- nes, Wearables und die wachsende Anzahl von Smarthome-Lösungen, die nun mit dem Internet verbunden sind, Daten sammeln und gemeinsam nutzen.
Consumer IoT
personalisierten Kundenansprache und Steuerung des Kaufverhaltens nutzen lässt.
Voice Commerce und Audiovermarktung
Audio boomt. Laut einer aktuellen ARD / ZDF-Online-Studie zur Medien- nutzung hat sich der Audio-Konsum seit 2007 bis 2018 von knapp 41 Pro- zent auf 63 Prozent gesteigert. Eng ver-
bunden mit dieser Entwicklung ist die neuer Geräte für den Audio-Konsum. Smart Speaker wie Amazon Alexa, Google Home, Telekom Magenta und Co. und die dahinterliegende Voice- Technologie haben in jüngster Zeit die nächste Welle losgetreten und den Zu- gang zu Audio-Content weiter verein- facht. BVDW-Präsident Matthias Wahl: „Dadurch erhält Audio-Content einen deutlichen Schub, den Unternehmen für sich nutzen müssen.“ Laut einer
Voice Commerce: Nächste Plattform für den Handel
Frank Bachér, Geschäftsleiter digitale Medien bei RMS, im Gespräch mit der Redaktion über Voice Commerce
Herr Bachér, Technologien rund um die Sprachsteuerung sind en vogue, wohin und wie schnell geht die Reise? Sprachsteuerung hat das Potenzial, Ähnliches zu bewirken wie zuletzt das Smartphone. Das Mobilgerät hat unse- ren Alltag digitalisiert und die Touch- Steuerung etabliert. Nun fangen wir an, Geräte mit unserer Stimme zu bedie- nen und nutzen damit die natürlichste aller Kommunikationsformen – das Sprechen – als neuen Eingabekanal. Smart Speaker sind dabei nur der An- fang von Voice – die zunehmende Ver- netzung aller Geräte und auch des Au- tos werden zu hohen Teilen über Voice steuerbar sein und immer weitere Zu- gänge zu Content liefern.
Wie verändert sich in diesem Kontext das Medium und der Kanal „Audio“? Sprachassistenten scha en ein Novum: Audio war bisher ein Passivmedium –
Audio-Interaktion: Frank Bachér berichtet im Gespräch mit der Redaktion über Dynamic Voice Activation.
man hört, muss weder Hand noch Augen bewegen. Durch Sprachassistenten kön- nen Nutzer jetzt mit Audio-Angeboten interagieren und durch das Sprechen eine Handlung auslösen. Content kann interaktiv gestaltet werden. Smart Spea- ker werden vor allem für den Audio- Konsum genutzt – damit steigt die Nut- zung von Audio-on-Demand-Inhalten.
Musikstreaming, Podcasts – auditive Angebote entwickeln sich rasant.
Welche Möglichkeiten bieten sich mit den neuen Formaten?
Durch die Interaktionsfähigkeit können Werbetreibende Spots zukünftig so ge- stalten, dass Hörern zum Beispiel ein Gutschein angeboten wird, den sie über einen Sprachbefehl wie „Jetzt laden“ direkt einfordern können. Die Stimme ersetzt die Funktion des Klicks, durch den wir bisher Interaktion auslösen. Au- dio wird über Sprache zum aktiven Medium und „klickbar“ wie eine Dis- play-Anzeige. Wir nennen das Dyna- mic Voice Activation.
Wie pro tiert der Handel davon?
Mit Voice Commerce werden sich Skills neben Online-Shops und Apps als nächste Plattform für den Handel eta- blieren. Vor allem im FMCG-Bereich kann das schon kurzfristig einen wei- teren Absatzkanal scha en. In Amerika ist es bereits möglich, zu Hause über Alexa einen Ka ee bei Starbucks zu
bestellen und in der Filiale abzuholen. Auch deutsche Einzelhändler begin- nen, Skills zu nutzen, zum Beispiel zum Führen einer Einkaufsliste. Der direkte Kauf über diese Anwendung ist der nächste logische Schritt.
Was empfehlen Sie in puncto einer neuen Voice- und Audiostrategie? Unternehmen müssen Hörern jetzt in sprachgesteuerte Umfelder folgen und auf den Geräten präsent sein. Sie müssen sich  t machen für die sprachgesteuer- te„Google-Suche“, die sich von Desktop und Mobile in Richtung Voice verlagert. Fragt man Alexa derzeit nach „Pampers“, wird der Wikipedia-Eintrag vorgelesen. Hier lässt sich ansetzen, um das Such- Ergebnis auf Verkauf zu optimieren. Die Hauptaufgabe liegt zunächst in der Entwicklung einer eigenständigen Audio-Identität, Unternehmen müssen entscheiden, wie ihre Marke klingt, und festhalten, welche strategischen Ziele Voice für sie verfolgen kann.
www.rms.de
Quelle: Reply.com






































































   4   5   6   7   8