Page 27 - TREND REPORT März 2019
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TREND REPORT
März 2019 | Data Science 27
Geschäftsregeln nicht in der Software selbst verankert, sondern ähnlich wie bei Excel mit Anweisungen und Funk- tionen in Formularen hinterlegt. Stau- dinger betonte dabei: „Wenn sich eine Geschäftsregel ändert, sind keine exter- nen IT-Experten notwendig, um die Software für viel Geld anzupassen, son- dern die Mitarbeiter legen ein neues Formular an.“
Fest steht, dass Unternehmen neue Erkenntnisse aus ihren verschiedenen Datenquellen und Datenbanken gene- rieren können. „Die Technologie dazu ist da. Moderne Data-Analytics-Lösun- gen ermöglichen es, Daten aus unter- schiedlichsten Quellen miteinander in Beziehung zu setzen und zu erforschen“, erklärte uns dazu Robert Schmitz von Qlik. Dazu muss jedoch aus den ver- schiedenen Datenbanken eine Datenbank gemacht werden. Jetzt wird es möglich, Finanzdaten mit z. B. operativen Daten zu verknüpfen und daraus neue Ent- scheidungsgrundlagen zu ziehen. Schmitz fährt fort: „Cloud- und Multi- Cloud-Fähigkeiten überwinden Infra- strukturhürden und sorgen für dyna- mische Analysen, wo auch immer die Daten liegen.“ Ziel ist, Menschen durch assoziative Datenanalysen bessere Ent- scheidungsgrundlagen zur Verfügung zu stellen. So wird „Business Intelligence“ zu echter „Augmented Intelligence“.
Ganz neue Möglichkeiten bie- ten sich bei der Datenanalyse durch die Technologien der künstlichen Intelli- genz und schlauen Algorithmen. Ans- gar Eickeler, General Manager Central & Eastern Europe bei Board, betonte in diesem Zusammenhang: „Wir glau- ben, dass Board einzigartig positioniert ist, um das Beste aus KI und Automati- sierung in der Unterstützung von Pla- nung und Entscheidungs ndung her- auszuholen.“ Derzeit ist die Plattform eine der wenigen auf dem Markt über- haupt, die einen durchgängigen Ent- scheidungsprozess unterstützen kann. Die Lösung bietet nicht nur Einblicke und prädiktive Analysen zu bestehen- den Daten, sondern ermöglicht auch die Modellierung von Geschäftsprozes- sen, um die Auswirkungen jeder Ent- scheidung auf das Ergebnis zu bewer- ten, die richtige Vorgehensweise über verschiedene Abteilungen, Regionen, Geschäftseinheiten und Organisations- ebenen hinweg zu de nieren und die Ausführung zu überwachen.
Eickeler ergänzt: „Die Injektion von KI in dieses Schema kann für jeden Entschei- dungsprozess transformativ sein. Wir können von einem heuristischen Mo- dell zu einer algorithmischen Optimie- rung übergehen. Mit anderen Worten, anstatt zu versuchen zu verstehen, was die Auswirkungen einer Entscheidung
Datenschatz selbst heben
Gastbeitrag von Dr.-Ing. Gerd Staudinger, Geschäftsführer Stel- la Systemhaus GmbH
In vielen Unternehmen schlummert ein verborgener Schatz – Kunden- daten. Die Entscheider wissen das und sehen enormen Nachholbedarf, wie aus einer aktuellen Marktstudie des Softwarehauses Uniserv unter 140 Entscheidern in mittleren und großen Firmen im deutschsprachigen Raum hervorgeht. Demnach plagen die Unternehmen unvollständige, veraltete oder auch doppelt und mehrfach vorhandene Daten. In einer ganzen Reihe von Firmen  nden sich zudem Datensilos. Fazit: Fast die Hälfte der Unternehmen stuft die Qualität ihrer Kundendaten als niedrig ein.
Aus unserer Sicht kommen zwei wei- tere Herausforderungen hinzu. Zum einen hat der Mangel an IT-Fachkräf- ten laut Digitalverband Bitkom einen neuen Höchststand erreicht. 82000 o ene Stellen gibt es derzeit in Deutschland. Zum anderen scheitern große IT-Projekte immer wieder, weil die Belegschaft nicht einbezogen, sondern vor vollendete Tatsachen gestellt wird und sich deshalb gegen die neue Software sträubt.
Dann hebt den Datenschatz doch selber, haben wir uns gedacht und gemeinsam überlegt: Wie müsste eine IT-Lösung aussehen, die nicht nur leistungsfähig und zugleich leicht handhabbar ist, sondern die die Mit- arbeiter in Eigenleistung Schritt für Schritt an ihre Bedürfnisse anpassen und weiterentwickeln können – und zwar, ohne dass sie programmieren müssen? Wie wäre es, haben wir uns schließlich gefragt, wenn wir die Vor-
züge herkömmlicher IT-Lösungen miteinander verbinden?
Wir sind sicher, dass wir die Antwort gefunden haben mit der Technologie G2: Sie ist  exibel wie die generische Lösung Excel. Doch die Daten liegen wohlgeordnet auf einem professio- nellen Datenbankserver – analog ei- ner Branchenlösung. Bei G2 sind die Geschäftsregeln jedoch nicht in der Software selbst verankert, sondern ähnlich wie bei Excel mit Anweisun- gen und Funktionen in Formularen hinterlegt. Auf diese Weise lassen sich beliebig komplexe Prozesse abbilden – von der Verwaltung von Störungs- meldungen bis hin zur Steuerung gan- zer Bescha ungsprozesse, von der Ausschreibung bis zur Inbetriebnah- me. Alle Mitarbeiter im Unternehmen können zeitgleich unabhängig von- einander mit G2 arbeiten. Program- mierkenntnisse benötigen sie nicht. Trotzdem können sie die Software selber schrittweise aufbauen, an aktuel- le Erfordernisse anpassen, Firmenda- ten aus allen möglichen Quellen in- tegrieren, analysieren und bewerten – wann und wie immer sie wollen.
Wir wissen: Sich selbst helfen zu kön- nen, bedeutet Unternehmen sehr viel. Das hat der „BI Trend Monitor 2018“ ergeben, den das Business Applica- tion Research Center (BARC) vorge- legt hat. Die nahezu 3 000 Teilnehmer der weltweit größten Befragung zu Business-Intelligence-Trends hatten das Thema„Self-Service“ auf den dritten Platz der 20 wichtigsten Trends ge- setzt. Den schlummernden Schatz sel- ber zu heben, macht  exibel und un- abhängig. Das sagt ein IT-Fachmann.
www.stella-systemhaus.de
Programmierkennt- nisse nicht erforder- lich: Mithilfe von For- mularen können die Mitarbeiter in Unter- nehmen beliebig kom- plexe Prozesse ab- bilden.
OPEN-CONTENT-WERK
HANDBUCH ARTIFICIAL INTELLIGENCE
Sommer 2019: Die TREND-REPORT-Redaktion veröf- fentlicht ihr Open-Content-Werk zum Thema „künstli- che Intelligenz“. Algorithmisch gesteuerte Prozesse sind auf dem Vormarsch. Humanoide Roboter, intelli- gente Fabrikanlagen oder selbstfahrende Autos durch- brechen die Grenze zwischen Science Fiction und Rea- lität. Auf über 260 Seiten schildern wir in Form von Gastbeiträgen, Interviews und Fallbeispielen, wie sich neue Technologien auf unser zukün iges Arbeitsleben, Unternehmen und die Gesellscha  auswirken. Ge-
meinsam mit Experten aus Wirtscha  und Wissenscha  behandeln wir wichti- ge „Querschnittsthemen“ wie Big Data, digitale Assistenten und „Robotic Pro- cess Automation“ und setzen sie mit Querverweisen ins Verhältnis. Wir vermitteln einen Einblick in das Potenzial schlauer Algorithmen mit einem be- sonderen Fokus auf Disruption und neuen Geschä smodellen.
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