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22 Arbeitswelten 2019 | März 2019
TREND REPORT
motivieren. Immer beliebter wird auch das In uencer- Recruiting, in dessen Rahmen die eigenen Mitarbeiter nach außen als Markenbotschafter wirken, was erfahrungsgemäß mehr bringt als sämtliche Argumente im Bewerbungs- gespräch.“
Das Recruiting der Zukunft lebt von Automatisierung, aber schlaue Al- gorithmen können sich auch negativ auf das Recruiting auswirken, meint Prof. Dr. Uwe Peter Kanning im Ge- spräch mit der Redaktion. „Auch juris- tisch ist der Einsatz der künstlichen In- telligenz keineswegs unproblematisch. Der Gesetzgeber verbietet die wahllose Sammlung von Informationen, die letztlich keinen Bezug zur beru ichen
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Leistung aufweisen. Darüber hinaus ist es nicht zulässig, Auswahlentscheidun- gen allein von einem Computer tre en zu lassen.“ Kanning erklärt weiter: „Erste bislang noch nicht verö entlichte Stu- dien zeigen überdies, dass der Einsatz der künstlichen Intelligenz dem Anse- hen des Unternehmens in den Augen der Bewerber schadet. Dies ist insbesondere in Zeiten des Fachkräftemangels mehr als bedenklich. Viele Unternehmen be- mühen sich heute in besonderer Weise darum, ein positives Bild von sich zu zeichnen. Der Einsatz der künstlichen Intelligenz konterkariert diese Bemühun- gen“, betonte der Professor für Wirt- schaftspsychologie an der Hochschule Osnabrück. Nicht nur neue Mitarbei- ter bringen Know-how ins Unterneh- men, ebenso ist das Wissen der Mitar- beitenden und das Wissen über die Mitarbeiter heute wettbewerbsrelevant.
Der Trend Supervisor Torsten Rehder von Trendone rät dazu: „Küm- mern Sie sich um Ihre Daten! Welche Daten liegen bereits vor und in welcher Form. Damit haben Unternehmen in der Regel schon mal gut zu tun. Und dann erste konkrete Projekte initiieren: Greifen Sie sich ein ganz spezielles Pro- blem oder  ema heraus. Dieses sollte nicht zu groß sein. Ein Beispiel im HR-Bereich könnte sein, die Skills der Mitarbeiter systematisch zu identi zie- ren und zugänglich zu machen. Ein konkretes Projekt wäre dann, die von den Mitarbeitern verfassten Publikati- onen und internen Reports automati- siert nach Schlüsselbegri en zu  ltern und den Mitarbeiterpro len anschlie- ßend ihre Expertisefelder zuzuordnen. Wir merken in Projekten immer wie- der, dass viele Unternehmen gar nicht wissen, was sie schon alles wissen.“
Ob die digitale Personalakte oder Employee-Self-Service-Anwendungen, moderne Cloud-HR-Plattformen de- cken bereits viele Funktionalitäten ab. Wichtig dabei ist es, die rechtlichen Regularien und Anforderungen der EU-DSGVO zu bewältigen. Für die Personalabteilung bedeutet dies ein deut- liches Mehr an Aufwand, der mit der klassischen Personalakte aus Papier kaum noch zu bewältigen sein dürfte. „Digi- tale Personalakten“, emp ehlt Wieland Volkert, „verbessern die Qualität der Personalabteilung, die Zufriedenheit der Mitarbeiter und den Schutz vor Verstößen gegen die EU-DSGVO.“
Mitarbeiter binden
Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeiter fördern
Arbeitsstrukturen flexibilisieren
Neue Mitarbeiter gewinnen
Unternehmenskultur weiterentwickeln
Mitarbeiter auf digitale Transformation vorbereiten
43 % 35 %
32 % 30 %
27 % 23 %
Basis: n = 868 (alle Befragten)
Die Zeichen der Zeit: Mitarbeiter sind kostbar im „War for Talents“ und die Digitalisierung bedingt ihre Förderung, um sie auf Stand zu halten.
Herausforderungen digital begegnen
Die TREND-REPORT-Redaktion sprach mitWielandVolkert,CountryMana- ger bei PeopleDoc, über aktuelle Her- ausforderungen der HR-Abteilung und digitale Lösungen.
Agile Projekte bestimmen zunehmend den Unternehmensalltag, geeignete Experten für kurzfristige Aufträge wer- den immer gefragter. Durch die Viel- zahl der Freiberu er wächst entspre- chend der administrative Aufwand in- nerhalb der Personalabteilung, zumal sich die grundlegenden Abläufe vom On- bis zum O boarding nicht wesent- lich von denen eines klassischen Ar- beitsverhältnisses unterscheiden. Nur durch automatisierte Abläufe lässt sich dieser Aufwand noch bewältigen. Do- kumentgenerierungs- und Robotic- Process-Automation-Lösungen verein- fachen Arbeitsabläufe und reduzie- ren die manuellen Schritte, die für zeitintensive HR-Prozesse benötigt werden. Die PeopleDoc-Lösung er- laubt es den verwendeten Program- men im Hintergrund miteinander zu kommunizieren und Prozesse abzu- schließen – ganz ohne menschliche In- tervention. „Dadurch“, fügt Wieland Volkert an,„hat die HR noch Zeit für die wirklich wichtigen Dinge.“
Trotz der Vielzahl an repetitiven Prozessen stellt er fest:„Der Kontext, in dem sich HR-Abteilungen bewegen, ist in den letzten Jahren immer dyna- mischer geworden.“ Er erwartet, „dass
sich das im Zuge der Gig-Economy weiterbeschleunigenwird“.Soändern sich nicht nur ständig die gesetzlichen Gegebenheiten, sondern auch die Art und Weise, wie mit externen Mitarbei- tern umgegangen wird. HR-Prozesse müssen sich kontinuierlich an diese Veränderungen anpassen. „Früher ver- ursachte jede Änderung eines Prozes- ses einen Programmieraufwand“, fährt Volkert fort. „Doch je schneller auf HR- Seite reagiert werden muss, desto wichtiger werden Tools, die keine Pro- grammierung erfordern, sondern eine fachliche Kon guration ermöglichen.“ Durch die moderne Cloud-Lösung von PeopleDoc werden HR-Sachbearbeiter ohne Programmierkenntnisse in die Lage versetzt, Formulare selbstständig anzupassen und auch zusätzliche Work ow-Schritte einzubauen.
Die Zunahme digitaler Anwendungen verändert die Anforderungspro le in-
nerhalb der HR. Einerseits müssen die Sachbearbeiter kontinuierlich ge- schult werden, um die sich stetig weiterentwickelnden Cloud-Lösun- gen mit allen Möglichkeiten e ektiv einzusetzen; andererseits entstehen durch die Automatismen neue Frei- räume, die zunehmend durch stra- tegische Aufgaben besetzt werden können. Die Themen Recruiting, Em- ployee Engagement und Employee Experience rücken dabei zunehmend in den Fokus. „Engagierte Mitarbeiter sind nicht nur länger im Unterneh- men, sondern auch produktiver und innovativer“, betont der HR-Experte. Eine wesentliche Aufgabe von HR wird es in Zukunft sein, Stimmungen im Unternehmen zu messen. „Es gilt zu verstehen, was Mitarbeiter be- schäftigt, um daraus konkrete Maß- nahmen abzuleiten.“
www.people-doc.de
Eine wesentliche Aufga- be von HR wird es in Zu- kunft sein, Stimmungen im Unternehmen zu messen, beschreibt Wie- land Volkert, Country Ma- nager PeopleDoc, einen Zukunftstrend.
Quelle: Hays Report 2019






































































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