Page 20 - TREND REPORT März 2019
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20 Arbeitswelten 2019 | März 2019
TREND REPORT
Systeme, der Tools und Services – so- wohl der digitalen als auch der analo- gen. Denn ein Digital Workplace hat den Anspruch, alle Services unter ei- nem Dach zu vereinen.“
Man kommt fast nicht mehr vor- bei an Microsoft-Produkten im Hin- blick auf Digital-Workplace-Lösungen. Der Konzern bietet umfassende Lö- sungen, die fast sämtliche Unterneh- mensbereiche und Anforderungen aus einer Hand abdecken. Aber woran liegt der Vormarsch des Konzerns? Mi- crosoft gewinnt in Unternehmen jegli- cher Größe tatsächlich immer mehr an
IndenIdeen-Labsgilt:analogvordigital–wieetwamitmobilen,kabellos höhenverstellbaren Tischen, auf denen Visualisierungen interaktiv erarbeitet und mit hochgeklappter Platte wie mit einem Whiteboard präsentiert werden.
Dominanz – ehemalige vergleichbare Kommunikationslösungen wie Lotus Notes verschwinden vom Markt und werden abgelöst durch Microsoft-Pro- dukte. Einzig Google mit seinen Of-  ce-Lösungen darf sich als Nischen- Player hier noch behaupten. Nach Alex Gruhler gäbe es mehrere Gründe für die Vormachtstellung des Konzerns: „Mi- crosoft hat mit O ce 365 ein Ökosys- tem gescha en, das kein anderer Wett- bewerber in dem Umfeld in dieser Breite anbieten kann: Ein Software-Add-on- Marktplatz,derähnlichfunktioniertwie die Zusatzausstattung beim Auto. Wer für seine Mitarbeiter auf der Suche nach Ideenmanagement-Lösungen ist, nach Urlaubsfreigabe-Tools und vielem mehr sucht,  ndet das passende Add-on und fügt es mehr oder weniger per Plug-and- play in seine Microsoft-Welt ein. Ein Killer-Vorteil! Nicht mehr aufwendiges Programmieren ist gefragt, sondern smartes Shoppen.“
Durch die individuellere Arbeitsweise wird mit einem Digital Workplace auch die Mitarbeiterzufriedenheit ge- fördert und die Motivation gesteigert: Arbeit  ndet zukünftig da statt, wo Menschen sich wohl fühlen und pro- duktiv sind. Für Unternehmen bedeu- tet dies E zienzsteigerungen sowie Vorteile im Wettbewerb um die viel- versprechendsten Talente.
Oliver Bendig, CEO der Mat- rix42 AG, warnt davor, „Future of Work“-Initiativen aus einer reinen IT- Perspektive zu betrachten. Ein weite- res Problem sieht er darin, dass viele Unternehmen mit dem  ema „Fu- ture of Work“ nur eine Mobile-Initia- tive verbinden, was zu einer falschen Herangehensweise führt. „Wenn ich sage, ich möchte modern den Arbeits- platz der Zukunft realisieren, damit meine Mitarbeiter  exibel und agil auf Veränderungen reagieren können, dann muss ich in der Regel auch mei- ne Organisationstruktur verändern. Ich habe dann ein agileres Unterneh- men mit  acheren Hierarchien, die Experimente ermöglichen und eine Build-measure-learn-Kultur etablie- ren – weg von plan-build-run.“ Erst dann kommt – automatisch – auch der Technologieteil samt Homeo ce, dem Einführen mobiler Geräte und Möglichkeiten, mit Zugri  auf Appli- kationen, Daten und E-Mails von überall zu arbeiten.
Überlebenselixier Digital Workplace
Gastbeitrag von Alex Gruhler, CEO sunzinet AG
Die Behauptung, in drei Jahren nicht mehr am Markt zu sein, wenn das ei- gene Unternehmen nicht durchdigi- talisiert wird, stammt nicht von mir, sondern von einem unserer Kunden, der diese Äußerung vor einem Jahr machte.
Das Unternehmen, um das es geht, ist ein typisches deutsches Dienstleis- tungsunternehmen. Damals ausge- stattet mit jeder Menge Akten-Me- tern, mit den Informationen zu den Projekten und jeweiligen Bearbei- tungsständen. Das Wissen verschlos- sen, unerreichbar für Menschen mit Notebook und Smartphone.
Warum geht das nicht einfach so wei- ter? Weshalb Digitalisierung, wofür das Ganze?
Als Unternehmer habe ich das Interes- se, dass das eigene Unternehmen ste- tig weiter entwickelt wird – und die Mitarbeiter sich dabei wohl fühlen. Beide Erfolgsfaktoren unterstützen di- gitale Lösungen, oder besser den digi- talen Arbeitsplatz – gemeinhin als Di- gital Workplace bezeichnet. Den Erfolg kann man sogar mittels KPIs (Key-Per- formance-Indikatoren) messen: Höhe- re Produktivität in Form von kürzeren Projektlaufzeiten, zufriedenere Mitar- beiter, weniger Fluktuation und weni- ger interne E-Mails durch den Digital Workplace. Und: Glücklichere Kunden – denn selbst die werden mittlerweile durch mandantenfähige Lösungen an
den Digital Workplace so angedockt, dass sie „mitarbeiten“ können und je- derzeit einen Überblick über ihr Vor- haben haben.
Der Digital Workplace stärkt das eigene Unternehmen und die Ar- beitgebermarke
Der Digital Workplace ist das zentrale Cockpit eines jeden Mitarbeiters, ohne das der Arbeitsalltag gar nicht mehr e zient bewältigt werden kann. Durch hoche ziente Suchfunktionen werden schnelle Problemlösungen er- möglicht, Dokumente und Wissen schneller erschlossen und die Mitar- beiter können ihre Zeit sinnvoller nut- zen. Und nicht nur das: Gemeinsame Arbeit in virtuellen Projekt-Räumen lässt Mitarbeiter abteilungsübergrei-
Alex Gruhler: „‚Wenn wir in drei Jahren nicht digitalisiert haben, sind wir tot.‘ Dieser Befürchtung von einem unserer Kunden wirk- ten wir erfolgreich entgegen.“
fend an Dokumenten zusammenar- beiten. Und wenn ein Experte im Un- ternehmen zu einem speziellen Wis- sensfeld gesucht wird, werden ähnlich wie in Xing oder LinkedIn die Exper- ten über die Suchfunktion gefunden, da jeder Mitarbeiter seine Skills im Di- gital Workplace angeben kann. Das scha t Vernetzung über bekannte Ab- teilungen hinaus und fördert Exzel- lenz im eigenen Unternehmen. Und: Es scha t Wertschätzung – denn Mit- arbeiter können im Digital Workplace durch Kommentarfunktionen ihre Stimme aktiv einbringen und werden damit transparent und wertstiftend.
Der mobile Arbeitsplatz ist 24/7 er- reichbar und richtet sich an alle Mit- arbeiter
Die Anwendungsfälle für den mobilen Digital Workplace sind ganz banal: Krankmeldungen oder Urlaubsanträ- ge können so einfach erledigt werden. Das mobile Anwendungsspektrum ist mannigfaltig und wird individuell auf die Unternehmen zugeschnitten.
Die Digitalisierung verändert die Ar- beitswelt in ihren Grundfesten. Gänz- lich neue Methoden für den künftigen Umgang mit der wertvollen Ressour- ce Wissen sind wichtiger denn je, um auch zukünftig konkurrenzfähig zu bleiben. Genau aus diesem Grund ist das Unternehmen, das von sich aus ohne die Digitalisierung den sicheren Tod vorhergesagt hat, heute gut auf- gestellt.
www.sunzinet.com
Foto: Timetable Lift, Wilkhahn











































































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