Page 15 - TREND REPORT März 2019
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TREND REPORT März 2019 | Arbeitswelten 2019 15
Future of Work
Arbeitswelten 2019
Es fällt auf, dass Schlagworte wie digitale Transformation, New Work und künstliche Intelligenz durch die Chefetagen von Organisationen geistern. Es liegt was in de„r Luft, das nach Veränderung schreit und in allen Ebenen spürbar ist.
von Bernhard Haselbauer b.haselbauer@trendreport.de
andere Arbeitsbedingungen einstellen müssen: Unsere Arbeitswelt wird sich schneller und öfter verändern, als das in den letzten Jahrzehnten der Fall war.“
Die Professorin leitet das Institut für Arbeitswissenschaft und Betriebsorga- nisation am KIT und fährt fort: „Für Unternehmen bedeutet das, dass sie  exibler und schlanker werden müssen. Für Arbeitnehmer heißt das, dass sie vielleicht gar nicht mehr fest zu einer Organisation gehören. Sie werden zum Teil ihre Dienstleistung auf Plattfor- men anbieten und zeitlich befristet für den ein oder anderen Auftraggeber tä- tig sein. Das kann unsere Arbeitszeiten massiv beein ussen, unser Verständnis von Unternehmenskultur obsolet ma- chen, und es verlangt von Führungs- kräften ganz andere Managementkom- petenzen. Diese Punkte müssen auch gesellschaftspolitisch adressiert werden und wir müssen zum Beispiel Arbeits- schutz neu denken.“
V iele Unternehmen ändert sich unsere Kommunikation wagen sich derzeit und neue Fähigkeiten sind gefragt. auf neue Wege. Sie Selbstbestimmung und Eigenverant-
experimentieren
mit ihren Organisa- tions- und Führungsstrukturen und gehen dabei viel weiter als in der Ver- gangenheit. Eines ändert sich jedoch nicht – die Wertschätzung für Mitar- beitende und das Vertrauen in die eige-
nen Leute.
Diese beiden Faktoren sind immer noch die Grundlagen für eine stabile und nachhaltige Organisation. Und genau das sind die Pfeiler, auf denen heute agile Methoden aufsetzen und Unternehmen innovativer und  exib- ler machen. Konzerne probieren sich just weltweit an der Gestaltung neuer Arbeitswelten und realisieren die Ver- trauensarbeitszeit und den Vertrau- ensarbeitsplatz. Die Mitarbeiter kön- nen arbeiten, wann und wo sie wol- len. Durch die digitale Transformation
wortung der Mitarbeitenden werden immer wichtiger. Aber Kollaborati- onstools und Smartphones kennen kei- nen Feierabend mehr und die Arbeit gehört immer mehr zum Privatleben und umgekehrt. Die Vermischung von Arbeit und Privatleben wird eindeutig noch zunehmen.
Viele Arbeitnehmer sind heute schon mit dem Tablet oder Computer am Wochenende und auch abends für die Firma am Start. Die Aufgabenpro le wandeln sich durch künstliche Intelli- genz und die Automatisierung im Büro. Smarte Assistenten helfen uns, stupides Arbeiten zu vermeiden. Mensch und Maschine sollten sich er- gänzen. Frau Prof. Deml, die den Be- reich „Arbeit und Menschen“ erforscht, beschreibt das so: „Neben neuen Tech- nologien werden wir uns vor allem auf
Neben neuen Technologien werden wir uns vor allem auf an- dere Arbeitsbe- dingungen ein-
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stellen müssen“
Bildquelle Lizenz: Shridhar Gupta / Unsplash

















































































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