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14 Vernetzte Gesellschaft | März 2019
TREND REPORT
wir faktenbasierte Projektentscheidun- gen tre en, Projekte priorisieren, Mehr- werte über den gesamten Lebenszyklus eines Projektes verfolgen und messen sowie Ressourcen projektübergreifend e ektiv einsetzen können.“ Die And- ritz AG nutzt die Methode, um Inves- titionen in die Digitalisierung transpa- renter zu machen.
Digitalisierung mitgestalten
Sich solchen Investitionen zu verschlie- ßen, ist längst keine Option mehr, meint auch Digitalisierungsblogger Sa- scha Lobo: „Abstinenz führt dazu, dass man in die Falle tappt. Denn wer sich der digitalen Technik verweigert, ist ir-
Trendbuch
Call for Papers: „Handbuch AI“
Sommer 2019: Die TREND-REPORT- Redaktion schildert in ihrem neuen Open-Content-Buchprojekt – dem Handbuch „Künstliche Intelligenz“ –
„
Aus der Ambi-
valenz des Fort-
schritts ergibt
sich die Verant-
wortung, dass
wir das digitale
Zeitalter mitge“- beitswissenschaften und Betriebsorga- nisation am KIT. „Ich sehe aber gleich-
zeitig wenige, die wirklich mitgestalten wollen, wie eine Arbeitswelt 4.0 ausse- hen soll und wie nicht“, kritisiert sie.
gendwann doch gezwungen, sie anzu- wenden, ohne sich vorher informiert zu haben.“ Eine gewisse Angst vor der Digitalisierung hält er allerdings für eine vernünftige Gefühlsäußerung. Schließ- lich erfordere ihre große Geschwindig- keit eine ziemlich schnelle Anpassung.
Wie viele Menschen beunruhigt auf die vor sich gehenden Veränderun- gen blicken, erlebt auch Prof. Deml in ihren Vorträgen zur Arbeitswelt der Zukunft. Die Mensch-Maschine-Wis- senschaftlerin leitet das Institut für Ar-
„Aus der Ambivalenz des Fortschritts ergibt sich die Verantwortung, dass wir das digitale Zeitalter mitgestalten“, p ichtet ihr Sascha Lobo bei. „Wir müssen sagen, welchen Teil des Fort- schritts wir zulassen wollen und bei welchem wir Nein sagen.“ In diesem Zusammenhang fordert Deml Politik und Wissenschaft auf, andere Möglich- keiten zur Mitbestimmung zu scha en als wir sie heute kennen. „Sollten sich die Betro enen nicht einbringen wol- len oder können, würde mir das echte Sorgen bereiten.“
stalten.
#vernetzteGesellschaft #digitaleÖkosysteme
Agil agieren in der Konstruktion
HANDBUCH
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TREND REPORT
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das Potenzial schlauer Algorithmen. Unterstützt von einer Autorengemein- scha  aus Wissenscha  und Wirtscha  schildert sie Anwendungsfälle und zeigt auf, wie der technologische Fort- schritt unsere Welt verändert.
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Die Redaktion sprach mit Thomas Nagel, Chief Digital O cer (CDO) von Claudius Peters, über „Generati- ve Design“ und agile Konstruktions- prozesse.
„Die digitale Transformation emp n- den wir nicht als Projekt, sondern als innere Haltung“, betonte Thomas Na- gel, CDO von Claudius Peters, zu Be- ginn unseres Gespräches. Der Spezia- list für Maschinen und Anlagen für die Bausto ndustrie steht seit mehr als einem Jahrhundert als Synonym für die Gips- und Zementindustrie welt- weit. Erst im November 2018 wurde
Claudius Peters auf der Autodesk Uni- versity die Auszeichnung „Innovator of the Year“ verliehen. Mit Autodesk Ge- nerative Design geht das Team von Thomas Nagel neue Wege. Anhand von festgelegten Parametern erhielten die Ingenieure zahlreiche, vom Computer generierte Designlösungen für die Kon- struktion eines Bauteils. Diese kombi- nierten sie mit traditionellen Fertigungs- methoden und konnten über 20 Pro- zent Gewicht einsparen.
Dazu wurden abteilungsübergreifen- de agile Teams aus Entwicklung und Fertigung gebildet. Als Cloud-Kon- struktions-Plattform kam BIM 360 von Autodesk zum Einsatz. Die Lösung für teamübergreifendes Arbeiten im Bau- projektmanagement ist speziell auf die Bedürfnisse von Architekten, Inge- nieuren und Projektbeteiligten abge- stimmt. Thomas Nagel erklärt uns dazu: „Für uns bedeutet Agilität die Fähigkeit, in einer sich dynamisch und schnell wandelnden Zeit so zu operie- ren, dass unvorhersehbare bzw. sich verändernde Kundenwünsche erfüllt werden. BIM 360 hilft uns dabei, dass alle Stakeholder permanent an jedem Ort und zu jeder Zeit die 3-D-Kon- struktionen einsehen und sich damit am Konstruktionsprozess aktiv beteili- gen können. Durch diese digitale Transformation können wir Wünsche permanent einbinden und agil sowie serviceorientiert unsere Anlagen pla- nen und konstruieren.“
Aber auch die Mitarbeitenden spielen eine zentrale Rolle im Kontext der Im- plementierung neuer Lösungen und müssen mitgenommen werden. Nagel erklärte uns dazu:„Wir haben die Platt- form 30 Tage getestet. Meine Mitar- beiter meinten danach: ‚Nimm uns das nicht mehr weg.‘ Mit BIM 360 erhält je- der die für ihn relevanten Informatio- nen und Revisionen. Es spielt keine Rolle mehr, ob man ein Mitarbeiter aus dem Vertrieb, der Elektrotechnik, der Abwicklung oder aus der Konst- ruktion ist. Alle haben einfachen Zu- gri  auf die CAD-/3-D-Daten. Wir bau- en jetzt sogar ein Lieferantenportal auf Basis der BIM-360-Plattform auf.“
Die Nutzung der Cloud-Plattform ist außerdem intuitiv und einfach zu er- lernen. Thomas Nagel meinte zum Schluss zu uns: „Wir haben inzwi- schen 200 aktive User sowie über 100 Projekte online. Die Nutzung der Plattform stellt keine Anforderungen an die IT. Es ist eine Cloud-Lösung, welche einen sofortigen Start ermög- licht. Nach einer ‚Onboarding Ses- sion‘ von 90 Minuten haben wir die Nutzung gestartet.“
https://autode.sk/Generative DesignBeispiele
„Etwas völlig Neues musste her. Deshalb haben wir uns ent- schieden, Generative Design zu nutzen“, so Thomas Nagel, CDO von Claudius Peters.
Claudius Peters live auf der Hannover Messe am Stand von Autodesk, Halle 6, Stand H22





























































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