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12 Vernetzte Gesellschaft | März 2019 TREND REPORT Expertenpanel
Die TREND-REPORT-Redaktion sprach mit Vordenkern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) über Forschung, Sicherheit, KI sowie Mensch und Maschine im Kontext der digitalen Transformation.
Prof. Dr.-Ing. Holger Hanselka, Präsident des KIT
Herr Prof. Hanselka, die deutschen Investitionen in KI-Technolo- gien, im Vergleich zu den USA und China, fallen eher nüchtern aus. Wie können wir mit der Forschung am Ball bleiben?
In unserer Forschung zu Industrie 4.0, beim autonomen Fahren oder auch im Bereich der Entwicklung von lernenden Systemen für lebensfeindliche Umgebungen nehmen wir in Deutschland bereits einen Spitzenplatz ein. So halten deutsche Unternehmen weltweit die meisten Patente zum autonomen Fahren. Auch in der IT-Sicherheit,
einer wichtigen Voraussetzung für Industrie 4.0, sind wir wissenscha lich weit vorne. Beispielsweise erforschen wir am Karlsruher Institut für Technologie in unserem Kompetenzzentrum für IT-Sicherheit KASTEL, wie sich KI nutzen lässt, um gegen An-
greifer gewappnet zu sein, und wie man sich gegen menschlich und künstlich intelligente Angreifer-Systeme wehrt. Damit die Industrie Vertrauen in KI gewinnt, ist es erforderlich, dass wir die digitale Souveränität wahren können. Die Herausforderung im Zusammenspiel von Wissenscha  und Wirtscha  ist aktuell, dass wir unser Wissen rasch für neue KI-Anwen- dungen und Geschä smodelle nutzen, denn lernende Systeme sind ein zentraler Wettbewerbsfaktor für die Zukun sfähigkeit des Innovations-
standortes Deutschland. Weiterlesen unter http://trendreport.de/KIT
Prof. Dr. Müller-Quade, Leiter der For- schungsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT
Herr Prof. Müller-Quade, gibt es sichere Verschlüsselungsver-
fahren?
Bei Verschlüsselungsverfahren wird der Erfolg der Kryptographie
besonders deutlich. Die Snowden-Enthüllungen haben gezeigt,
dass selbst die NSA moderne Verschlüsselungsverfahren nicht bre-
chen konnte und Hintertürchen benutzen musste. Wie KI-Systeme
die IT-Sicherheit in Zukun  verändern werden, ist eine der Fragen, der
die nationale Plattform Lernende Systeme nachgeht. Bei Verschlüsselungsver-
fahren bin ich aber optimistisch, dass keine Gefahr besteht. Trotzdem gibt es selbst hier noch Forschungsbedarf, etwa an Verfahren, die auch langfristig sicher bleiben, etwa, wenn Quantencomputer möglich werden. Die eigentliche Schwachstelle bei der siche-
ren Kommunikation sind die Endgeräte, mein Rat wäre also verstärkt auch Endgerä- tesicherheit systematisch zu erforschen.
Was meinen Sie mit dem „systemischen Ansatz zur wirksameren Vor- beugung von Cyberangriffen“?
Wenn wir in Zukun  befürchten müssen, dass KI-Systeme oder Mensch- Maschine-Teams völlig neue Angriffe finden, wird es nicht genug sein, un- sere IT-Systeme gegen bekannte Angriffe zu patchen. Wir müssen uns auf
unbekannte Angriffe vorbereiten. Hier könnte die Kryptographie ein Vorbild sein. Dort gibt es die sogenannte beweisbare Sicherheit, dies ist leider eine sehr missverständliche Bezeichnung, denn die Sicherheit realer Systeme lässt sich
nicht beweisen. Weiterlesen unter http://trendreport.de/KIT
Prof. Dr.-Ing. Jürgen Fleischer, Institutslei- tung wbk am KIT
Herr Prof. Fleischer, welche Aufgaben hat die „Karlsru-
her Forschungsfabrik“ im Kontext neuer Technologien?
Das Projekt wird einen wichtigen Beitrag zu der jüngst be-
schlossenen „Strategie Künstliche Intelligenz“ der Bundes-
regierung leisten und gilt als bedeutsam für die Innovations-
kra  des Standorts Deutschland. Die zunehmende
Individualisierung, die hohe Variantenvielfalt von Produkten so-
wie die Forderung nach neuen und komplexen Fertigungsprozessen
stellen eine große Herausforderung an die produzierenden Unternehmen. Ziel der
Karlsruher Forschungsfabrik ist es, neue Produktionstechnologien durch die interdis- ziplinäre Zusammenarbeit des Maschinenbaus und der Informatik schnell in sichere und profitable industrielle Fertigungsprozesse umzusetzen. Hierbei spielt die „Strate-
gie Künstliche Intelligenz“ der Bundesregierung sicherlich eine wichtige Rolle. Al- lerdings kann die KI nur einen effizienten Mehrwert generieren, wenn sie intelli- gent mit dem domänenspezifischen Wissen von Produktionsexperten kombiniert wird. Zusätzlich sind für die Herausforderungen neuartige Produkti- onsanlagen mit automatisierten Lösungen notwendig, sodass individualisierte Produkte mit kleinen Stückzahlen rentabel und flexibel fertigbar sind. Zur Errei- chung dieses Ziels haben wir eine starke Kooperation zwischen dem wbk Institut für Produktionstechnik des KIT und den Fraunhofer Instituten ICT und IOSB etab-
liert. Weiterlesen unter http://trendreport.de/KIT
Prof. Dr.-Ing. Barbara Deml leitet das Institut für Arbeitswissenscha  und Betriebsorgani- sation am KIT
Frau Prof. Deml, Sie bringen gerade Maschinen bei, die körperliche Verfassung sowie die Gemütszustände von Menschen zu erfassen und sich entsprechend zu verhalten. Können Sie uns einige Bei- spiele dazu nennen?
Was machen wir, wenn ein Kollege gestresst ist? Wir verhalten uns ent- sprechend und versuchen nicht noch mehr Stress zu verursachen. Ge- nau das sollten auch Maschinen tun. Wenn ein Roboter erkennt, dass ein
Mensch mental oder körperlich beansprucht ist, sollte er sich anders verhalten und Hilfe anbieten oder unterstützen. Für uns besteht die Herausforderung heute vor al- lem darin, Verhaltensabsichten oder relevante Zustände, wie Müdigkeit oder Emotio- nen, zuverlässig zu erkennen. Menschen tun das ständig, und uns ist o  gar nicht
bewusst, wie wir das machen. Wenn man diese Fähigkeiten für eine Ma- schine beschreiben möchte, müssen wir menschliches Verhalten bes- ser verstehen. Was verändert sich in unserem Verhalten, wenn wir müde oder ratlos sind und eine bestimmte Assistenz benötigen? In unseren Forschungen spielt die Analyse von Körperbewegun- gen, vor allem von Augen- und Blickbewegungen, eine wichtige Rol- le, aber auch physiologische Parameter, wie die Herzaktivität oder die Hautleitfähigkeit, sind relevant. Weiterlesen unter http://
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