Page 9 - TREND REPORT November 2018
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TREND REPORT
November 2018 | Wachstum durch KI 9
Da haben wir uns etwas vorgenom- men. Doch die Zahlen und das Poten- zial im Kontext der neuen Technologi- en sprechen für sich. Das zeigt eine de- taillierte Deutschland-Auswertung der globalen PwC-Studie „Sizing the prize. What’s the real value of AI“, derzufolge das weltweite Bruttoinlandsprodukt (BIP) aufgrund von KI bis 2030 um rund 14 Prozent auf 15,7 Billionen US-Dollar steigen dürfte. Digitale As- sistenten, Chatbots und automatisierte Autos: Lösungen auf Basis künstlicher Intelligenz (KI) sind auf dem Vor- marsch. Und dieser Trend wird sich weiter beschleunigen: Bis zum Jahr 2030 dürfte das deutsche Bruttoin- landsprodukt (BIP) allein aufgrund KI-basierter Innovationen um 11,3 Prozent steigen. Das entspricht einer Summe von rund 430 Milliarden Euro. Dabei liegt das Potenzial vor al- lem in der Steigerung der Produktqua- lität sowie der Produktivität.
Außerdem stellte die KPMG in ihrer Befragung, dem „ceo-out- look-2018“, fest, dass 65 % der deut- schen Umfrageteilnehmer damit rech-
„
Bis 2030 dürfte das deutsche Bruttoinlands- produkt aufgrund KI-basierter Inno- vationen um 11,3
n.
nen, dass durch den Einsatz von künst- licher Intelligenz (KI) und Robotik in den kommenden drei Jahren mehr Ar- beitsplätze gescha en als ersetzt werden. In China gehen von dieser Entwicklung sogar72%derCEOsaus–indenUSA hingegen nur 52 %. Der Einsatz von künstlicher Intelligenz sei in Deutsch- land noch nicht sonderlich verbreitet.
Nur 6 % der deutschen CEOs bestäti- gen, dass im eigenen Unternehmen For- men der KI bereits implementiert sind, um ausgewählte Prozesse zu automati- sieren. In den USA geben 31 % der Be- fragten an, bereits damit zu arbeiten.
Die Erwartungen an die Politik sind hoch, was die benötigten Rahmenbe- dingungen für KI betri t, betonte im Hintergrundgespräch mit unserer Re- daktion Ioannis Tsavlakidis von der KPMG AG: „Hierbei sind zwei Dinge gefordert: Schnelligkeit und Entschlos- senheit. Ohne die richtigen Rahmen- bedingungen, auch in rechtlicher Hin- sicht, wird es selbst für ambitionierte Unternehmen schwer, das volle Poten- zial von KI auszuschöpfen. Daneben spielt auch die Förderung junger Un- ternehmen eine große Rolle. Oft stam- men wegweisende Innovationen von Start-ups. Dafür bedarf es eines Um- felds, in dem Gründer ohne bürokrati- sche Hürden ihre Unternehmen auf- bauen können, gut ausgebildete Mitar- beiter  nden und einfachen Zugang zum Markt erhalten.“ Aber wie sieht es mit den Investitionen unseres Staates
Termin
Digital-Gipfel
In diesem Jahr liegt der besondere thematische Schwerpunkt auf künst- licher Intelligenz (KI). Damit grei  der Digital-Gipfel ein Thema auf, das gera- de weltweit stark wachsende Aufmerk- samkeit erlangt und zu einem Mega- thema der Digitalisierung geworden ist. Der nächste Digital-Gipfel findet vom 3. / 4. Dezember 2018 in Nürnberg statt.
Ort:
NürnbergMesse
Prozent steige“
Das Ressourceneffizienzquartier
Wolfgang Renn, Bereichsleiter Immo- bilien der UDI Beratungsgesellschaft mbH, stellte der TREND-REPORT-Re- daktion das auf 12000 Quadratme- tern im Hansapark von Nürnberg entstehende grüne und smarte Bau- projekt vor.
Auf dem Gelände sollen ein Büro- und Verwaltungsgebäude, ein Hotel mit 170 Zimmern, ein Boardinghouse mit 130 Zimmern und ein Parkhaus mit 430 Stellplätzen entstehen. Bei dem Bauvorhaben setzt man voll auf das Thema Nachhaltigkeit und orientiert sich streng an den Standards für das Gold-Gütesiegel der DGNB (Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen). Besonderer Wert liegt daher auf einer hohen Ressourcenschonung in den Bereichen Material, Wasser und Ener- gie. Um Letztere sowohl möglichst ef-  zient zu gewinnen als auch den Ver- brauch zu reduzieren, kommen neue Technologien der Gebäudeautomati- on zum Einsatz. „Das ist das Scharnier zum Erfolg und zur Realisierung nied-
riger Energiekosten“, drückt es Wolf- gang Renn aus.
Gebäude können mit einer Reihe ver- schiedenster Sensoren ausgestattet werden. Temperatur, Luft-Wetter-Da- ten, Licht – nichts, was nicht gemessen und genutzt werden kann. Selbst Sen- soren, die die Anzahl der Personen im Raum zur Wärmeregelung ermitteln, können eingesetzt werden.
Schlaue Algorithmen können auch zu- sätzlichen Input, z. B. Wetterdaten, zur Steuerung des Energiekonzepts nut- zen. Auch wenn der Zweck der Auto- matisierung dem Nachhaltigkeitsge- danken entsprungen ist, geht letzten Endes ein zusätzlicher Komfortgewinn damit einher. „Der Benutzer soll sich wohl fühlen“, fasst es Renn zusammen. „Die Temperatur passt, die Besonnung bzw. Beschattung passt, auch wenn er gar nicht weiß warum.“
Die eigentliche Pionierarbeit des Pro- jekts wird allerdings erst deutlich,
wenn der Blick sich vom einzelnen Ge- bäude loslöst. „Der Begri  Quartierslö- sung ist ganz entscheidend“, beginnt Renn das Energiekonzept des gesam- ten Komplexes vorzustellen. Als Bei-
Wolfgang Renn sieht vor, „dass bereits erzeugte Wärme bzw. Energie zwischen den Gebäu- de verschoben werden kann“.
spiel erläutert er die angedachte Was- serversorgung. Der Bedarf an war- mem Wasser ist natürlich in einem Hotel ein ganz anderer als in einem Bürogebäude, insbesondere während der Hauptduschzeiten morgens und abends.„Wir sehen vor, dass die hierfür bereits erzeugte Wärme bzw. Energie zwischen den einzelnen Gebäuden, je nach Bedarf, verschoben werden kann“, erläutert Renn den innovativen Grundgedanken.
Die Fertigstellung der Gebäude ist für Ende 2019 geplant und bildet den Auf- takt einer Reihe weiterer geplanter smarter und grüner Immobilien. Hier- zu hat der mit Wind-, Solar- und Bioan- lagen groß gewordene Pionier grüner Geldanlagen mittlerweile einen eige- nen Bereich für Immobilienprojekte und plant neben nachhaltigen Gewer- beimmobilien auch energiee ziente Wohnprojekte im Großraum Nürn- berg.
www.udi.de


































































































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