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TREND REPORT
November 2018 | Nachhaltige Geldanlagen 3
Nachhaltige Geldanlagen
Mit nachhaltigen Investments können die Kli- maziele unterstützt werden. Doch es bleibt noch viel Potenzial, gerade in der Beratung.
von Andreas Fuhrich
a.fuhrich@trendreport.de
Das Jahr 2018 war ein Jahrhundert- sommer. „Konnte eben die ersten Bil- der von Mitteleu- ropa und Deutschland bei Tag machen, nach mehreren Wochen von Nacht- über ügen. Schockierender Anblick. Alles vertrocknet und braun, was ei- gentlich grün sein sollte“, twitterte am 6. August Alexander Gerst von Bord der ISS. Temperaturrekorde und aus- bleibender Regen ließen die Wiesen verdorren, Bäume warfen ihr vertrock- netes Laub ab oder  elen einem Wald- brand zum Opfer. Die Wassertempera- tur in Flüssen und Seen erreichte teil- weise mehr als 28 Grad, Fische und andere Lebewesen starben, Keime, Bakterien, Blaualgen breiteten sich aus. Die Pegelstände der Flüsse erschweren immer noch die Schi fahrt oder ma- chen sie ganz unmöglich. Der Ausnah- mesommer betraf dabei nicht nur Mit- teleuropa, sondern die gesamte Nord- halbkugel. Die US National Oceanic and Atmospheric Administration hat seit Ende Juni weltweit mehr als 7 700 neue Rekordwerte registriert. Tokyo verzeichnete am 23. Juni mit 41 Grad
einen Allzeitlandesrekord. In Quriat im Oman wurde mit 42,6 Grad der Allzeitweltrekord gebrochen – für eine Tiefsttemperatur bei Nacht.
Damit das Wetter nicht vollends aus dem Ruder läuft, einigten sich die 194 Mitgliedsstaaten der Klimarahmen- konvention der Vereinten Nationen darauf, die globale Erwärmung bis 2100 auf weniger als zwei Grad Celsius ge- genüber dem Niveau vor Beginn der Industrialisierung zu begrenzen. Bei mehr als zwei Grad gilt es als zu wahr- scheinlich, dass wichtige Bestandteile des globalen Klimasystems unverän- derbar kippen, was zu extremen Ereig- nissen führen könnte. In diesem Kon- text verp ichtete die EU sich, im Rah- men des Pariser Abkommens von 2015 ihre Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 40% gegenüber 1990 zu reduzieren.
180 Mrd. Euro, so eine EU-Schät- zung, müssen hierfür in den Klima- und Energiebereich investiert werden. Ohne eine wesentliche Neuausrichtung privater Kapitalströme eine kaum auf- zubringende Summe. Die Änderungs-
vorschläge der Europäischen Kommis- sion an den Richtlinien MiFID II für Banken bzw. IDD für Versicherungen sollen genau das bewerkstelligen und das  ema Nachhaltigkeit zum ver- p ichtenden Bestandteil des Beratungs- gesprächs machen. „Mehrere Studien belegen,dassdieprivateNachfragenach nachhaltigen Anlageprodukten steigt, dieses Potenzial aber in der Beratung bislang nur unzureichend genutzt wird“, bemerkt Angela McClellan, Geschäfts- führerin des Forums Nachhaltige Geld- anlagen e.V. für Deutschland, Öster- reich und die Schweiz (FNG), in die- sem Zusammenhang und erwartet jetzt „ein entsprechendes Marktwachstum sowie eine qualitativ bessere und be- dürfnisorientierte Beratung“.
„Nachhaltige Investments boomen“, bestätigt auch Florian Hauer, Fonds- manager bei Kepler Fonds. „Allein zwi- schen 2012 und 2017 stieg das in Ös- terreich veranlagte nachhaltige Volu- men laut Marktbericht des FNG von 5 auf 15 Milliarden Euro. Das entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von über 20 Prozent.“ Die Erfolgsgeschichte grüner Invest-
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Nachhaltige Immobilien
Immobilien spielen im Zusammen- hang mit einer nachhaltigen Entwick- lung eine zentrale Rolle, sowohl mit Blick auf ökologische – etwa den Kli- mawandel betreffende – Aspekte wie auch in sozialer Hinsicht. Investoren, die ihr Vermögen sozialverantwortlich und ökologisch zukun sfähig anlegen wollen, sind damit auch und gerade mit Blick auf diese Anlageklasse gefordert. Ein Gastbeitrag von Gesa Vögele, Mitglied der Geschä sführung bei CRIC e.V.
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