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TREND REPORT
November 2018 | Wachstum durch KI 15
Neue schlaue Arbeitswelten
Durch KI, Machine Learning und Deep Learning verändert sich zudem unser Arbeitsleben in Gänze. Neue Möglich- keiten durch KI und ML erhält in Zu- kunft zum Beispiel auch die Vertriebs- abteilung. Mit „Sales-Intelligence“ punkten Vertriebsmitarbeiter wesent- lich häu ger, erklärte uns Dr. Matthias Keller von Echobot: „Das Ziel von Sa- les-Intelligence ist, dem Vertrieb aktuelle und auf seine Bedürfnisse zugeschnit- tene Informationen zum richtigen Zeit- punkt zur Verfügung zu stellen. Denn ein erfolgreicher Geschäftsabschluss im B2B verlangt heute mehr als nur Ver- kaufstalent. Das Problem besteht jedoch darin, dass die Daten in den eigenen CRM-Systemen oft lückenhaft, falsch oder veraltet sind.“ Echobot sitzt tat- sächlich auf einem unglaublich großen Datenschatz und indexiert momentan über 100000 Online-Medien, dazu sämtliche relevanten sozialen Netzwerke und mehr als eine Million Firmenweb- seiten. Um hier die Kontrolle zu behal- ten, unterhält der Datenspezialist drei große Forschungsbereiche. Die Craw- ling-Technologie wird benötigt zur Er- fassung der unzähligen Meldungen und Dokumente. Im Anschluss wird jeder Text durch die „Echobot Advanced Se- mantic Engine“ (EASE) geschleust. Diese Technologie analysiert auf Perso- nen, Branchen und Ereignisse und er- kennt, ob Texte im Zusammenhang mit einer Firma aus der Echobot-Firmen- datenbank stehen. Keller fährt fort: „Der letzte der drei Bereiche ist schließlich die Datenfusion, in der wir alle extra- hierten Informationen in logische Be- ziehungen setzen. Auch hierfür helfen Machine-Learning-Verfahren, die Er- gebnisse in praktischen Firmendossiers zusammenzufassen.“
Auch Softwareprogrammierer haben es in Zukunft leichter beim Schreiben ihrer Programme und Mobil- apps. Neue Low-Code-Development- Plattformen sparen durch Automati- sierung wichtige Entwicklungszeit. Au- ßerdem können Mitarbeiter aus den Fachbereichen in die Unternehmens- App-Entwicklung integriert werden. Martin Otten, Director Sales DACH und Continental Europe bei OutSys- tems, ergänzt dazu: „Da Low-Code eine visuelle Modellierungsumgebung für Anwendungen bietet, können Benutzer
Wachstumsmarkt Digital Health
Gastbeitrag von Kai Brüning, Se- nior Portfolio Manager, apo Asset Management
Neue Schlüsseltechnologien im Ge- sundheitswesen be ügeln die Fanta- sie von Marktteilnehmern und Anle- gern. Wo wächst der Markt bisher am stärksten und welche Unternehmen versprechen die größten Chancen?
Es ist Fakt: Deutschland hat bei der Di- gitalisierung des Gesundheitswesens erheblichen Nachholbedarf. Dabei ist angesichts von Kostendruck und de- mogra scher Entwicklung eine stär- kere Digitalisierung der Leistungser- bringung hierzulande gefragter denn je. Weltweit ist Digital Health sehr viel- fältig, von der Telemedizin über Big- Data-Analysen mit künstlicher Intelli- genz bis zum Diabetesmanagement mit dem Smartphone. Großen Zulauf erhält zum Beispiel der Telemedizin- Anbieter Teladoc in den USA. Starkes Umsatzwachstum kommt bisher vor allem durch IT-Systeme, mit denen Krankenhäuser und Arztpraxen ihre Verwaltung optimieren können. Ein Beispiel dafür ist das US-Unterneh- men Cerner, das unter anderem auf di- gitale Patientenakten spezialisiert ist. Warum ist das so?
Nutzen digitaler Therapeutika muss noch bewiesen werden
Der Vorsitzende des Sachverständi- genrats zur Begutachtung der Ent- wicklung im Gesundheitswesen, Prof. Dr. Ferdinand M. Gerlach, weist in die- sem Zusammenhang auf ein Grund- problem hin, das oft verkannt werde. So wisse man in vielen Fällen noch nicht genau, an welcher Stelle die neuen Technologien welchen Nutzen haben können und was das konkret für die Qualität der Versorgung be- deutet. Nur wenn der Nutzen wirklich nachweisbar sei, habe so eine Techno- logie langfristig eine Chance.
In der Tat be nden sich viele Digital- Health-Unternehmen noch in einer frühen Phase und werden erst in eini- gen Jahren die Früchte ernten. Dem stehen große Gesundheitsunterneh-
men, aber auch Technologie-Riesen wie die Google-Mutter Alphabet oder der chinesische Konzern Alibaba ge- genüber, die Milliarden in den digita- len Gesundheitsmarkt investieren. Amazon etwa entwickelt mit Partnern gerade eine eigene Krankenversiche- rung und eigene Kliniken, zunächst für ihre Mitarbeiter in den USA, und könnte mittelfristig auch in den Phar- mavertrieb einsteigen.
Datenanalysten und Assistenzsys- teme können Ärzte entlasten
Ärzte werden mit zunehmender Digi- talisierung mit einer Daten ut kon- frontiert, die sie ad hoc gar nicht ver- arbeiten können. Ein Beispiel sind neue Mobile-Health-Anwendungen, mit denen sich Patienten live im Alltag
3. Expertenzirkel für Gesundheits- investments
Was bedeutet all das für Anleger, die in Digital Health investieren wollen? Vor allem, jedes Unternehmen sehr genau und kritisch anzuschauen. Nur wenn die Innovationskraft und die ökonomische Basis herausragend sind, ist ein Digital-Health-Unterneh- men auch eine gesunde Geldanlage. Die apoBank und ihre Fondstochter apoAsset begleiten und fördern die digitale Entwicklung der Gesund- heitsbranche intensiv: Im Rahmen des Startupbootcamps Digital Health Ber- lin engagiert sich die apoBank als Mentor für junge Unternehmen, die die Digitalisierung im Gesundheitswe- sen vorantreiben. Für private und ins- titutionelle Anleger hat apoAsset mit
„Vor allem, jedes Unternehmen sehr genau und kritisch anzuschauen“, empfiehlt Kai Brüning Anlegern, die in Digital-Health-Unternehmen und in „gesunde Geldanlagen“ investieren wollen.
überwachen können und bei Bedarf sofort ein Arzt informiert wird. Inso- fern brauchen Ärzte künftig Unter- stützung durch Datenanalysten oder digitale Assistenzsysteme, die sie da- bei entlasten. Das börsennotierte US- Unternehmen Tabula Rasa Healthcare etwa bietet eine Software, mit deren Hilfe sich negative Wechselwirkungen mit anderen Medikationen, die der Pa- tient schon zu sich nimmt, schneller und einfacher feststellen lassen. Es sind solche praxisnahen Anwendun- gen, die einen echten Mehrwert scha en.
dem „apo Digital Health“ den ersten Aktienfonds aufgelegt, mit dem Anle- ger weltweit in Digital-Health-Unter- nehmen investieren können.
Am 8. November 2018  ndet in Ham- burg der 3. Expertenzirkel für Gesund- heitsinvestments unter dem Titel „Zukunftsweisende Schlüsseltechno- logien im Gesundheitswesen“ statt. Interessierte Journalisten können sich unter presse@apoasset.de für eine Teilnahme vormerken lassen.
www.apobank.de


































































































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