Page 14 - TREND REPORT November 2018
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14 Wachstum durch KI | November 2018
TREND REPORT
Au älligkeiten notwendig sind, kann durch AI-gestützte Systeme deutlich e zienter als auf traditionellen Wegen realisiert werden.“
Aber auch Hacker nutzen die Automa- tisierung, um ans Ziel zu kommen. Kai Grunwitz fährt fort: Zum Beispiel soll- te das Risiko nicht unterschätzt wer- den, dass Cyber-Kriminelle KI zur Vorbereitung gezielter Angri e nutzen. Sie könnten etwa massive Datenvolu- mina aus sozialen Netzen und anderen Quellen auswerten, um Phishing-An- gri e zu starten – mit einer nie dage- wesenen Möglichkeit zu Massenangrif- fen.“
für Bendig noch nicht alles: „Die letzte Line of Defence – und aus unserer Sicht die wichtigste, ist die sogenannte ‚Post Infection Protection‘. Bei der PIP akzep- tiert man erst einmal den Fakt, dass es irgendjemand irgendwann scha t, auf Ihr Endgerät zu gelangen – also einen Angri  erfolgreich durchführt. Das heißt, ich stelle nicht die Frage: ‚Bist du ein Virus – ja oder nein?‘, sondern stattdes- sen die Frage: ‚Auf was möchtest du auf meinem Endgerät zugreifen?‘ Wenn dieses Verhalten in irgendeiner Weise verdächtig wirkt, dann möchte ich, dass die Maschine dieses Verhalten automa- tisiert isoliert und unterbindet. Wenn Sie diese verschiedenen Verteidigungs- linien aufeinander aufreihen, dann ha- ben Sie einen höchstmöglichen Schutz“, betonte Oliver Bendig und fährt fort: „Um zu beantworten, was davon nun Automation ist: Automation ist es aus unserer Sicht, wenn eine automatisier- te Abwehr selbstständig Entscheidun- gen tre en kann.“
Infrastruktur für KI
HANDBUCH INTERNET OF THINGS
Open-Content-Redaktionskonzept:
Das Internet of Things wird ohne KI nicht funktionieren, da die entstehen- den Datenmengen nicht ohne schlaue Algorithmen ausgewertet werden können. Im November 2018 erscheint unser neues gemeinfreies Werk als Fachbuch und Wegweiser für alle, die sich dem Thema „Internet of Things“ und den spezifischen Treibern und Trends nähern wollen. Unternehmer und Führungskrä e erhalten neue Lö- sungs- und Denkansätze, die sie posi- tiv für sich nutzen können, um die an- stehenden technischen und kulturellen Veränderungen zu realisieren.
In Beiträgen unter anderem vom VDI, Weizenbaum-Institut und DFKI behan- deln wir Themen wie künstliche Intelli- genz, Smart City, die Rolle des Men- schen in automatisierten Prozessen und blicken auf die Arbeitswelt der Zu-
kun . In Form von Gastbeiträgen, Inter- views und Fallbeispielen beschreibt die Autorengemeinscha , wie das IoT un- sere Wirtscha , aber auch unsere Ge- sellscha  in den kommenden Jahren prägen wird. ISBN: 978-3-9818482-4-3
www.handbuch-iot.de
Vor allem unsere Endgeräte wie
Smartphone und Laptop sind Ziele tag-
täglicher Angri e, erklärte uns Oliver
Bendig von Matrix42. Firewalls und
klassische Antiviren (AV) bilden für
ihn nur die erste Verteidigungslinie. Im
nächsten Schritt geht es darum, „Next-
Gen-AVs zu entwickeln“ und „mit Ma-
chine Learning Heuristiken zu erken-
nen. Damit kann man erste Verhal-
tensmuster adressieren.“ Auch das ist    Dass auch das Datenvolumen durch KI
steigen wird, ist unbestritten. „Damit KI-Programme in bestehende Prozesse eingegliedert werden können und diese nachhaltig revolutionieren, müssen zu- nächst bestimmte Voraussetzungen er- füllt werden: Sicherheit, Zuverlässigkeit und Schnelligkeit“, fasst Donald Ba- doux, Managing Director Equinix Deutschland zusammen. „Eine der größten Herausforderungen in Bezug auf IoT, KI und VR/AR ist, dass hier nicht nur große Datenvolumina ge- sammelt und verwertet werden, son- dern auch selbst eine große Menge an Daten generiert wird.“ Laut einem Be- richt von Gartner werden im Jahr 2025 25 Milliarden Geräte mit dem Internet verbunden sein, fünfmal mehr als heute. „Diese Daten müssen richtig gespeichert, abgerufen, miteinander verknüpft und analysiert werden“, merkt Badoux an und ergänzt: „Doch nicht nur das: Dies muss zunehmend an jedem Ort, egal ob in Ballungsgebieten oder ländlichen Gegenden, und in Echtzeit funktionie- ren. Das bedeutet, dass die Infrastruk- tur, die im Wesentlichen aus Rechen- zentren besteht, nicht nur  exibel, ska- lierbar und sicher sein muss, sondern auch dezentral aufgebaut. „Denn nur so kann Edge Computing – also die Ver- arbeitung von Daten dort, wo sie ent- stehen – funktionieren.“
Apps in Warp-Geschwindigkeit
Wie Low-Code die Produktivität steigert, verrät Martin Otten, Direc- tor Sales DACH und Continental Eu- rope bei OutSystems, der TREND- REPORT-Redaktion.
Entwickler, die Low-Code nutzen, sind drei- bis viermal produktiver als mit herkömmlichen Technologien. „Dank Low-Code können sie Apps deutlich schneller ausliefern“, ist Mar- tin Otten begeistert.„Und das betri t nicht nur die erste Verö entlichung, sondern auch Änderungen, die an den erstellten Anwendungen durch- zuführen sind.“ Ohne auf Code-Ebe- ne zu programmieren, bieten Low- Code-Plattformen eine gra sche Ent- wicklerober äche mit vorgefertigten Applikationen, die dann nur noch an- gepasst bzw. kon guriert werden müssen. So lösen sie die drängends- ten Probleme der Unternehmen: Große, aber sehr alte IT-Infrastruktu- ren lassen sich schneller modernisie- ren; Innovationen und Geschäftsan- wendungen schneller realisieren.
Auch dem Fachkräftemangel wird be- gegnet, denn Low-Code reduziert die Komplexität im gesamten Entwick- lungsprozess. Er ermöglicht eine schnel- le Auslieferung und Wertschöpfung, wodurch auch die Kosten über den ge- samten Lebenszyklus der Anwendungs- bereitstellung hinweg sinken.
Der Low-Code-Markt ist folgerichtig schon jetzt eines der am schnellsten wachsenden IT-Segmente und zukünf- tig werden künstliche Intelligenz (KI) und Machine Learning (ML) für noch mehr Aufwind sorgen, wie Otten verrät: „In ähnlicher Weise, wie wir die Soft- wareentwicklung durch Automatisie- rung voranbringen, können wir dort auch Leistungsfähigkeit von KI und ML einbringen.“
Zu Beginn des Jahres startete das Pro- jekt Turing und 20 Prozent des gesam- ten Forschungs- und Entwicklungsbud- gets  ossen in ein neues KI-Exzellenz- zentrum in Lissabon. Zusammen mit Branchenexperten, Technologieführern
Martin Otten will die „Leis- tungsfähigkeit von KI“ mit Low-Code verknüpfen.
und Universitäten will OutSystems dort Innovation vorantreiben. „Wir stellen uns vor, dass KI-Assistenten zukünftig dabei helfen, die Software- bereitstellung über den gesamten Lebenszyklus hinweg zu unterstüt- zen.“ So werden Entwickler, die Low- Code nutzen, noch produktiver.
Zum ausführlichen Interview: http://trendreport.de/low-code


































































































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