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12 Wachstum durch KI | November 2018
TREND REPORT
 ndung der Menschheit.“  elen fährt fort: „KI ist ja kein Selbstzweck, sondern Voraussetzung für die Weiterentwick- lung in vielen anderen Technologiebe- reichen. Sei es die Energieversorgung, Medizintechnik, Mobilitätskonzepte oder auch die Entwicklung neuer Me- dikamente oder Werksto e – all dies sind Bereiche, in denen die deutsche Wirtschaft noch stark ist. Durch den Einsatz von KI stellen wir sicher, dass wir es bleiben.“
KI und die Gesellschaft - Wie verändert uns KI?
Die Digitalisierung führt zu tief grei- fenden Änderungen sowohl im Infor- mations- und Entscheidungsverhalten
lenter, interdisziplinärer und problem- orientierter Grundlagenforschung, die zugleich anwendungsorientierte Vorha- ben antreibt und daraus wiederum Im- pulse für neue Forschungsfragen gewinnt. Um dem Zusammenspiel von Technik und Gesellschaft gerecht zu werden, wird das Prinzip der Interdisziplinarität nicht nur punktuell, sondern in allen For- schungsbereichen und Vorhaben reali- siert. Dabei wird das Institut zum ersten Mal alle relevanten Fachdisziplinen in- tegral in einem Forschungsprogramm vereinen und eine holistische Perspek- tive auf den Prozess der Digitalisierung in der Gesellschaft entwickeln.
Im Privatleben sind künstliche Intelligenz (KI) und Machine Learning
Wie Deep Learning auch bei der Abwehr von Bedrohungs- szenarien unterstützen kann, beschreibt Oliver Bendig im Interview.
Sicherheitsrisiko Endgerät
Die TREND-REPORT-Redaktion sprach mit Oliver Bendig, CEO der Matrix42 AG, über den Schutz vor hoch auto- matisierten Cyber-Angri en.
Herr Bendig, welchen Ein uss ha- ben neue Arbeitsformen auf die Si- cherheit im Unternehmen?
Wir haben kürzlich eine IDC-Studie unterstützt, an der 230 Unterneh- men aus Deutschland teilnahmen. 37 Prozent der Befragten sehen ein Fehlverhalten der Anwender als größtes Sicherheitsrisiko an, gefolgt von 34 Prozent, die unzureichend ge- schützte Endpoints benennen. Zu- sätzlich belegt die Studie, dass über 60 Prozent der Angri e auf dem End- gerät statt nden. Durch die jetzt  e- xibleren Arbeitsformen, die immer häu ger mobil und mittels verschie- dener Endgeräte statt nden, poten- ziert sich ausgerechnet an dieser Stelle das Risiko. Heute haben Sie kei- ne 1:1-Beziehung zwischen Mensch und Maschine mehr. Sie haben heute eher eine 1:2-, 1:3- oder 1:4-Beziehung, also vier Angri svektoren am beson- ders schützenswerten Endpoint.
Wie muss dann heute Endpoint Security gewährleistet werden? Angri e sind heute hoch automati- siert, die Abwehr muss es daher auch sein. Etwa alle zwölf Minuten ent- steht ein neuer Virus oder eine neue Virusvariante. Nur mit traditionellen, manuellen Mitteln haben Sie keine Chance mehr, dieses Hase-Igel-Spiel gegen hoch automatisierte Angri e zu gewinnen. Konkret denke ich beim Thema Endpoint Security an mehrere Abwehrlinien: Zunächst brauchen Sie weiterhin das klassi- sche Firewalling und klassische
Antiviren(AV)-Lösungen mit Muster- erkennung. Allerdings kommen über 60 Prozent der Angri e am klassi- schen AV vorbei. Die nächste Ab- wehrlinie bilden Next-Gen-AV, bei denen Machine-Learning-Heuristi- ken schon erste Verhaltensmuster adressieren. Ist diese Linie durchbro- chen, hat irgendjemand Zugri  auf das Endgerät. Die letzte und wich- tigste Line of Defence ist dann die „Post Infection Protection“. Sie geht von einem erfolgreichen Angri  aus und analysiert das Verhalten. Ist die- ses verdächtig, wird es automatisch unterbunden und isoliert. Diese Ent- scheidung tri t die Maschine mittels Deep Learning selbstständig, basie- rend auf ihren eigenen Erfahrungen.
Wie kann man heute kreativ die Sensibilisierung der Mitarbeiter im Kontext der Sicherheit voranbrin- gen?
Wenn ich Mitarbeitern fünf Doku- mente zum Lesen geben würde, um im Unternehmen sicher zu arbeiten, dann würde vielleicht die Hälfte diese Dokumente lesen. Daher befürwor- ten wir den Aufbau von Gami ca- tion-Szenarien und eines Scoring- Systems. Wenn man besonders sicher arbeitet und sich an gewisse Spielregeln bei der Authenti zierung und der Verwendung der Technolo- gie hält, sammelt man Punkte. Zu- sätzlich sprechen wir uns für interak- tive Lerninhalte aus. Diese erstellen wir selbst oder sie werden von On- line-Akademien, die wir empfehlen, angeboten.
Das komplette Interview mit Oli- ver Bendig finden Sie auf http:// trendreport.de/endpoint-security
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des Einzelnen als auch im menschli- chen Miteinander. In diesem Kontext ist noch lange nicht erforscht, welche Auswirkungen die Vernetzung der Ge- sellschaft noch so mit sich bringen wird. Neue Technologien wie die Blockchain oder „Robotic Process Automation“ und KI verändern uns schnell und in Real- time. Aber wer setzt die Regeln und Handlungsspielräume in Zukunft für KI – im Unternehmen, aber auch in der Gesellschaft?
Um genau deshalb die richtigen Fragen zu stellen, ist im letzten Jahr das Weizenbaum-Institut für die vernetzte Gesellschaft an den Start gegangen. Die Aufgabe des Instituts ist es, aktuelle ge- sellschaftliche Veränderungen, die sich im Zusammenhang mit der Digitalisie- rung abzeichnen, zu untersuchen und künftige politische und wirtschaftliche Handlungsoptionen zu skizzieren. Das Kernziel des Instituts besteht in exzel-
(ML) bereits angekommen. Doch nicht nur im Alltag fungieren neue Techno- logien als digitale Helfer, auch Unter- nehmen können ihr Potenzial nutzen. Der nächste evolutionäre Schritt, der unmittelbar bevorsteht, ist die intelli- gente Sprachsteuerung. Siri, Alexa & Co. zeigen uns, wie es geht.
In diesem Zusammenhang hat die KPS AG z.B. eine Lösung entwickelt, mit der das Einkaufen mit Alexa per Sprachsteuerung möglich wird. Für die Demo-Version de nierte KPS vorgege- bene Sprachmuster, die der Sprecher kennen muss und mit denen er das
Wir haben spannende Interviews zum Thema KI und IoT mit den Vordenkern vom Weizenbaum- Institut geführt. Lesen Sie gerne online unter trendreport.de/ weizenbaum weiter dazu.


































































































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