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TREND REPORT
April 2018 | Smart Services & Smart Citys 9
Verkehrsträger sowie das Mobilitätsver- halten insgesamt verändern“, betont Chirine Etezadzadeh. Dies erfordere u.a. Innovationen im Bereich des mo- torisierten Individualverkehrs, des öf- fentlichen Verkehrs sowie in der urba- nen Logistik. Ihrer Meinung nach „wird der Durchbruch hinsichtlich der Aufrechterhaltung der Mobilität im urbanen Raum durch autonome Fahr- zeuge erreicht werden. Zusätzlich las- sen sich zum Beispiel über o ene Cloud-Plattformen vernetzte Verkehrs- systeme in Echtzeit organisieren. Gera- de für Ballungsgebiete stellt das wach- sende Verkehrsaufkommen eine große Herausforderung dar.
In diesem Zusammenhang ist eine weitere Vision zur digitalen Ver- kehrssteuerung in Darmstadt schnell Wirklichkeit geworden, denn der Stra- ßenverkehr wird in Darmstadt digital und in Echtzeit gesteuert – abhängig vom Verkehrsaufkommen. Eine digita- le Open-Data-Plattform mit Verkehrs- daten bietet die ideale Grundlage, um den urbanen Verkehr in Zukunft noch besser in den Gri  zu bekommen.
Darüber hinaus werden „aus dem Zu- sammenspiel innovativer Mobilitätsfor- men und deren digitaler Vernetzung zahllose Möglichkeiten, Geschäftsmo- delle zu etablieren, resultieren“, so Chi- rine Etezadzadeh weiter. Als einfachste Beispiele nennt sie Apps, die Mobili- tätsmärkte scha en, indem sie Anbieter und Nachfrager miteinander vernetzen, wie beispielsweise Ridesharing- und Carsharing-Dienste oder Travelservices. „Komplexer wird es, wenn verschiede- ne Verkehrsträger und Dienste mitein- ander vernetzt werden müssen, damit verkehrsträgerübergreifend nahtlose Reiseerfahrungen entstehen.“
Aber die Stadt der Zukunft braucht auch Ruhezonen und viel Grün. Zusätzlich wird man sich über die Mischung der Bevölkerung im Kontext der demogra-  schen Entwicklung Gedanken ma- chen müssen.
Wir sprechen von digitalen Öko- systemen aber unsere Städte brauchen auch natürliche Ökosysteme und da- mit nachhaltige Wohnquartiere. Die  emen Green Building und Smart Citys sind unter Architekten, Projekt- entwicklern und Investoren mittler- weile zu Megatrends geworden. In die-
„Die Nutzungsweise der Verkehrs- träger sowie das Mobilitätsver- halten insgesamt werden sich verändern“, betont Chirine Ete- zadzadeh.
Eine Smart City stellt die Lebens- qualität, den Er- halt des Klimas und der leben- digen Umwelt in
kt.
in der Industrie als auch bei Stadt- entwicklung immer um eine durchgängige Datenbasis.
sem Kontext verfolgen Georg Hetz und Stefan Keller als Immobilien-Pro- jektentwickler mit langjähriger Invest- menterfahrung bei UDI das Ziel, aus- schließlich in rentable, nachhaltige und umweltfreundliche Immobilien zu in- vestieren. Stefan Keller und Georg Hetz erklärten im Kontext ihrer neuen Bau- vorhaben dazu: „Komplexe und auch teure Konzepte im Bereich Smart Home sowie Gebäude- und O ce-Au- tomatisierung können heute kostenef-  zient auf diverse Gebäude ausgerollt werden. Die durch z.B. Geothermie erzeugte Energie stellen wir dann als Contractor den Gebäudebetreibern wieder zur Verfügung. Mit diesem nachhaltigen Ansatz scha en wir eine ‚kleine Smart City‘ in der Smart City. Quartierslösungen mit kurzen Wegen, zusätzlichen Servicepaketen und viel integriertem Grün, das ist unser Bei- trag zur Smart City.“
Natur und Hochhausdschun- gel liegen zum Beispiel in Singapur nah beieinander, denn der Inselstaat will die grünste Stadt der Welt werden. Die Symbiose von Technologie und Natur scheint hier gelungen. Außer- dem punktet die Stadt mit dem Projekt „Virtual Singapore“, hier wurde ein di- gitaler Zwilling von Singapur geschaf- fen. Andreas Barth, Managing Direc- tor EuroCentral bei Dassault Systèmes, erklärte uns dazu: „Im Fall Singapur werden Daten von staatlichen Stellen gesammelt, genauso wie Daten aus der natürlichen Umwelt. Danach werden sie von Fachleuten mit Domänen-Wis- sen analysiert, um Rückschlüsse ziehen zu können und die Wenn-dann-Szena- rien simulieren zu können. Dieser Vor- gang lässt sich auch auf die Industrie 4.0 übertragen: Es geht immer um eine durchgängige Datenbasis. Denn um einen digitalen Zwilling zu erstellen, müssen alle relevanten Daten an allen wichtigen Schnittstellen gesammelt und analysiert werden. Eine ganzheitli- che Perspektive und die Fähigkeit, an jeder Stelle des Wertschöpfungsprozes- ses nahtlos zusammenzuarbeiten – das sind die Katalysatoren, die uns alle ins digitale Zeitalter katapultieren kön- nen.“
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Smart City Lab
Smart City-Technologien bilden in Zukun  das Rückgrat der Stadt. Auf Ba- sis intelligenter Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) sowie qualitativ hochwertiger So - warearchitekturen und -systeme helfen sie dabei, Ressourcen sinnvoll zu nut- zen, Risiken einzuschätzen, Katastro- phen verlässlich zu managen und vor allem bestehende Infrastrukturen noch effizienter zu nutzen. Städtische Infra- strukturen werden somit zuverlässig betrieben und die Lebensqualität der Menschen in den Städten wird in vieler- lei Hinsicht verbessert.
den Mittelpun“ Für Andreas Barth geht es sowohl
Für die Industrienationen bedeutet dies Ausbau, für Schwellen- und Ent- wicklungsländer o  grundsätzlichen Aufbau ihrer Infrastrukturen. Intelligen- te Städte zielen darauf ab, knappe Res- sourcen nachhaltig zu nutzen. Energie, Raum, Geld und Zeit werden in Smart Citys dynamisch eingesetzt – so wie es die aktuellen Bedürfnisse gerade erfor- dern. https://www.fokus.fraunhofer. de/go/smart_cities_lab
Bildmotiv Copyright : shutterstock / filip robert















































































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