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TREND REPORT
April 2018 | Smart Services & Smart Citys 7
Smart Citys
Mit intelligenten Technologien den wachsenden Anforderungen an Ver- kehr, Lebensstandard und Umwelt- schutz begegnen.
von Bernhard Haselbauer b.haselbauer@trendreport.de
Laut eco und Arthur D. Little wird der Smart- City-Markt in den kom- menden Jahren einer der am schnellsten wachsenden Sektoren weltweit und auch in Deutschland sein. 2017 ver- zeichnete er in Deutschland einen Um- satz von circa 20,4 Mrd. Euro. Bis 2022 soll er sich dann schon auf rund 43,8 Mrd. Euro mehr als verdoppelt haben.
Für Prof. h. c. Dr. Etezadzadeh, Grün- derin und Institutsleiterin des Smart City.institute, ist eine Smart City „eine Stadt, die nicht nur auf ihren Selbster- halt, sondern auch auf den Erhalt ihrer natürlichen Umwelt ausgerichtet ist. Sie stellt die Lebensqualität aller Be- wohner, den Erhalt des Klimas und der lebendigen Umwelt in den Mittel- punkt der Stadtentwicklung. Eine Smart City strebt nach der Festigung ihrer eigenen Identität, nach lebendi- ger Vielfalt, sozialer Kohäsion und um- fassender Resilienz. Sie hat eine integ- rierte Stadtverwaltung, die e ektiv und nach den Kriterien der Urban Gover- nance arbeitet. Sie verfügt über geeig- nete Infrastrukturen und nutzt intero- perable Techniken, die Vernetzung von Systemen sowie die Digitalisierung, um ihre Ziele zu erreichen, ohne sich technischen Innovationen jemals aus- zuliefern.“ Dabei wird die Digitalisie- rung in alle Lebensbereiche eindringen und die Städte werden für dieses Ziel insbesondere ihre urbanen Infrastruk- turen modernisieren müssen.
Und noch etwas ist klar: Ohne Smart Services keine Smart Citys. Die technische Basis dafür sind IoT- und Cloud-Plattformen, über welche die Da- ten gewonnen werden, die dann – ana- lysiert und aufbereitet – in die Smart Services für die Bürger ein- und diesen wieder zu ießen. Dabei können sich die „IT-Plattformen unabhängig von der Größe einer Stadt zu einer Art kom- munales Gehirn entwickeln“, weiß Ete- zadzadeh. Ausgerüstet mit einer VR- Brille und einem 3-D-Drucker könnten z.B. technische Außendienstmitarbei- ter der Stadt die „kleinen grauen Zellen“ dieses kommunalen Gehirns anzapfen, um schneller und besser Wartungen und Reparaturen an der Verkehrsinfra- struktur durchzuführen. Hilfe und Lö- sungen  nden Städte, Kommunen und Gemeinden in diesem Kontext auf der
diesjährigen IFAT. „Erstmalig wird es auf der IFAT 2018 eine Sonderschau für den Straßenbausektor geben. Diese deckt die gesamte Prozesskette des Straßenbaus ab und konzentriert sich dabei auf nachhaltige Verfahren und Bausto e sowie die Digitalisierung von Prozessen“, betonte Stefan Rummel, Geschäftsführer der Messe München, im Gespräch mit der TREND-RE- PORT-Redaktion. Rummel fährt fort: „Smarte Umwelt-Citys verfolgen das Ziel, durch eine Kooperation von Stadtverwaltungen, Bürgern, Wirt- schaft und Wissenschaft de nierte Umweltschutz-Ziele intelligent zu er- reichen. So wird beispielsweise der Städtebau auf extremen Niederschlag angepasst.“
Immer öfter kommen extreme Wetter- situationen auf die Städte und Mega- citys dieser Welt zu. Die damit zu- sammenhängenden Ängste der Bundesbürger verdeutlicht der „IFAT Environment Index 2018“ sehr gut. Laut der in fünf Ländern durchgeführ- ten repräsentativen Umfrage zu Um- welthemen fürchten sich Bundesbür- ger vor extremen Wetter-Ereignissen und drängen darauf, die kritischen Fol- gen mit Umwelt-City-Projekten einzu- grenzen (72 Prozent).
„80 Prozent sehen in solchen smarten Projekten eine wichtige Chan- ce, Zukunftstechnik in der Praxis zum Durchbruch zu verhelfen. Vor diesem Hintergrund werden Plattformen wie die IFAT künftig noch weiter an Be- deutung gewinnen“, sagt IFAT-Chef Stefan Rummel. Auch globale Zusam- menarbeit ist gefragt: Dem „IFAT En- vironment Index“ zufolge plädieren 81 Prozent der Bundesbürger für eine weltweite Kooperation von Forschung und Entwicklung, damit Umwelttech- nologien die negativen Trends aufhal- ten helfen.
Schlaue Städte
Schlaue Städte halten schon heute Smart Services und damit z. B. aktuelle Bürgerinformationen für ihre Einwoh- ner bereit. Wetterdaten z.B., die stän- diger Aktualität unterliegen, helfen in „Echtzeit“ Energie zu sparen oder war- nen vor extremen Wetter-Ereignissen. Friederike Koch von der WetterOnline GmbH aus Bonn erläuterte uns dazu: „Im Kontext ‚Smart City‘ gewinnen






















































































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