Page 32 - TREND REPORT April 2018
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TREND REPORT
April 2018 | Digitale Arbeitswelten 21
halten ändern. In diesem Kontext wünschen sich viele Mitarbeiter mehr Eigenverantwortung. Alle Experten sind sich einig darüber, dass Vertrauen und Verantwortung die Schlüsselfakto- ren dabei sind, dies auch im Hinblick auf Motivation und Stabilität im Un- ternehmen sowie in der Kultur. Was Vertrauen und Verantwortungsüber- nahme betri t, zeigt sich zum Beispiel eindrucksvoll beim  ema Projektma- nagement. Gerade hier sind Menschen am Werk. Um das  ema Nachhaltig- keit und Vertrauen ging es auch auf den diesjährigen Projektmanagement- Tagen der Tiba Managementberatung in München. Hochkarätige Key-Notes von Dr. Antonia Rados und José Reyes zum  ema Sustain.ability im Projekt- management standen auf dem Veran- staltungsprogramm. Tim H. Balser be- tonte dabei in seinem Vortrag: „Mir geht es beim Sustainability-Gedanken darum, dass Projektleiter auch eine Ver- antwortung über das Projektende hin- aus behalten. Ich befasse mich deshalb mit der Frage, wie man diese Verant- wortung stärken und formal regeln kann.“ Ein spannendes  ema, das Bal- ser hier anschneidet, weil Skandale die durch falsche Projektierung entstehen nur sehr schwer juristisch aufklärbar sind. Außerdem rief Tim H. Balser Projektleiter auf, in Zukunft mehr Ver- antwortung zu übernehmen.
Mehr Verantwortung vor allem auch für Teams, die mit agilen Metho- den schneller und kreativer arbeiten und gemeinsam ans Ziel kommen. Die Aufgaben müssen motivieren und der Sinn der Arbeit gegeben sein. „Tue Gu- tes und rede darüber“ reicht nicht mehr, um Mitarbeitenden nachhaltige Ziele zu geben. Das MottoMotto: „Tue Gutes und verdiene Geld“ damit, könnte in Zukunft greifen, um der Unternehmung einen tieferen Sinn zu geben. Hier schießt sich dann der Kreis im Kontext der Einleitung des Zitats von Frithjof Bergmann: „Im Zentrum der Neuen Arbeit“, betont Bergmann immer wieder, „steht die Arbeit, die ein Mensch ‚wirklich, wirklich will‘!“ Bergmann geht es darum, unsere Ar- beit in Zukunft menschlicher und sinnvoller zu gestalten.
#Arbeiten40 #NewWork #DigitaleArbeit
Der Arbeitsplatz als Assistent
Stellen Sie sich vor, auf Ihrem Desktop ö nen sich kurz vor einem wichtigen Telefonat alle hierfür notwendigen Dokumente. Über diese und andere Anwendungsmöglichkeiten künstli- cher Intelligenz (AI) sprach die TREND- REPORT-Redaktion mit Oliver Bendig, CEO der Matrix 42 AG.
Herr Bendig, wie wird AI unsere Ar- beitsweise in Zukunft verändern? Generell wird Arbeiten durch AI einfa- cher werden. Apps, Daten und Doku- mente werden automatisch auf dem gerade genutzten Arbeitsgerät zur richtigen Zeit am richtigen Ort zur Verfügung gestellt. Der digitale Ar- beitsplatz wird somit Fragen zum Sta- tus eines Projekts oder dem nächsten Meeting beantworten, bevor wir diese überhaupt gestellt haben. Darüber hi- naus wird die Arbeitsumgebung stär- ker automatisiert und einfacher wer- den. Denken Sie beispielsweise an die Konferenzraum-Steuerung mittels Smart-O ce-Szenarien: So wird beim Eintritt in einen Besprechungsraum beispielsweise automatisch eine Tele- fonkonferenz gestartet und die ent- sprechenden Teilnehmer schon ange- wählt. Eine AI, die meine Präferenzen kennt, die weiß, wann ich an welchem Ort an welchem Gerät und an welchen Projekten arbeite, kann vorab schon die Dokumente ö nen, die ich benöti- ge. Sie kann Änderungen darin her- vorheben, kann mich an meine Termi- ne erinnern und mir auch dafür schon vorab alle wichtigen Daten zusam- mentragen. Alle wiederkehrenden Prozesse kann die AI schon automati- siert durchführen. So bleibt mehr Zeit für Kreativität, das Entwickeln neuer Ideen und Geschäftsmodelle, die das Unternehmen vorantreiben. Auch bei der Fehlerbehebung erö net AI ganz neue Möglichkeiten. Beispiel: Einem Mitarbeiter wird auf seinem Endgerät eine kryptische Fehlermeldung ange- zeigt. Durch Bilderkennung und Ma- chine-Learning kann ein AI-basiertes Service-Management die Fehlermel- dung selbst erkennen, ggf. sogar selbst beheben. Auch über Chat-Bots oder per Voice-Control können Mitar- beiter ihre Anfragen an die IT-Abtei-
„Alle wiederkehrenden Prozesse kann die AI schon automatisiert durchführen,“ betont Oliver Bendig. „So bleibt mehr Zeit für Kreativi- tät, das Entwickeln neuer Ideen und Geschäftsmodelle.“
lung richten, welche automatisch pas- sende Lösungen sucht und ausführt. Wir stellen solche Lösungen als „Zero Call Resolutions“ zur Verfügung.
Für die geschilderten Prozesse muss das System den Mitarbeiter kennen. Welche Probleme entstehen dadurch im Bereich Datenschutz und im Zuge der EU-DSGVO?
Auf Datenschutz legten wir bei unse- ren Lösungen schon vor der DSGVO einen besonderen Wert im Sinne von „Privacy by Design“. Einerseits bedeu- tet dies, dass unsere Lösungen sehr transparent sind und der Anwender jederzeit weiß, wie seine Daten von der IT genutzt werden. Andererseits kann er diese Daten nach seinem Er- messen einschränken. Stellen Sie sich das wie eine Art Schieberegler vor, den man zwischen Privacy auf der ei- nen Seite und Flexibilität bzw. auto- matisierte Services auf der anderen Seite einstellen kann.
Entstehen durch die zunehmende Digitalisierung des Arbeitsplatzes nicht auch mehr Risiken im Hinblick auf IT-Security?
Tatsächlich ist es so, dass gerade AI beim Thema Security ganz neue Her- ausforderungen, aber auch neue
Möglichkeiten bietet. Wir sprechen bereits über Assistenzsysteme, die das Nutzungsverhalten eines Anwenders und von technischen Prozessen analy- sieren. Genau hier ist auch der Ansatz- punkt für eine moderne Absicherung von digitalen Arbeitsplätzen. Der größ- te Angri svektor für Viren und Erpres- sersoftware ist heutzutage der End- point bzw. der digitale Arbeitsplatz. Damit geht einher, dass das Gerät be- sonders schützenswert ist. Da Viren und Malware sich heute innerhalb von Minuten verändern, sind neue Secu- rity-Konzepte für Unternehmen nötig. Über moderne Endpoint-Security- Lösungen kann z. B. in Echtzeit unty- pisches, verdächtiges Verhalten auf einem PC oder Laptop identi ziert werden und die Security-Lösung kann mittels Machine-Learning selbständig Schutzmaßnahmen ergreifen. Das heißt, es geht nicht mehr darum, noch höhere Sicherheitszäune um die IT zu bauen, sondern zu akzeptieren, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis es ein Eindringling auf mein Endgerät scha t. Sobald die Schadsoftware dann auszubrechen droht, wird sie einfach automatisch isoliert und neut- ralisiert.
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