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TREND REPORT April 2018 | Nachhaltige Geldanlagen 3
Der Wert nachhaltiger Investments
Außerordentliche Ren- diten durch Anlagen in einen gesünderen Pla- neten oder ein sozia- leres Miteinander sind keine Seltenheit.
von Andreas Fuhrich a.fuhrich@trendreport.de
M eist liegen die Projekte nicht in der Nähe von internatio- nalen Flughä- fen, sodass die Anreise sehr lang und auch nicht sehr komfortabel ist“, schil- dert Tobias Tretter von Commodity Capital die Strapazen während eines Miningtrips. Die Schweizer Aktienge- sellschaft hat sich auf Anlagen im Roh- sto sektor spezialisiert, stellt dabei aber ökologische und soziale Faktoren in den Vordergrund. Leider viel zu oft fühlt sich das Minenunternehmen als Allein- herrscher und verhält sich respektlos gegenüber den Einwohnern und der Umwelt. Um sich selbst ein ungetrüb- tes Bild zu machen, welches nicht aus einer Hochglanzbroschüre entspringt, führt er vor Ort Gespräche mit der lo- kalen Bevölkerung und den Mitarbei- tern. „Deren unge lterte Meinung zeigt uns“, so Tretter, „welche Probleme da sind beziehungsweise wie sich das Un- ternehmen im Umgang mit der Bevöl- kerung oder aber den eigenen Ange- stellten verhält.“ Insbesondere kleinere Produzenten, die Juniors, stehen dabei
in letzter Zeit im Fokus der Reisepla- nungen. „Große Projekte gibt es nur noch in politisch instabilen Regionen oder schwer zugänglichen Teilen unse- res Planeten, wie etwa dem Kongo oder Alaska“, begründet Tretter. Die Zukunft sieht er daher eher in kleine- ren Projekten und die großen Unter- nehmen, die Majors, sind dazu ge- zwungen, diese von den Juniors aufzu- kaufen, um ihre Marktposition zu „behaupten. „Die Welt braucht Roh- sto e und die großen Unternehmen
Eine nachhaltige- re Wirtschaft ist gut für unseren Planeten.
brauchen neue Projekte. Ideale Voraus- setzungen für Junior-Unternehmen mit guten Managementteams.“
In die Energiewende investieren
Rohsto e spielen auch eine zentrale Rolle bei den für die Energiewende not- wendigen Technologien, sei es für die Generatoren der Windkraftanlagen oder die Beschichtung von Fotovoltaikanla- gen. Windparks und Solarfarmen tau- gen auch als rentable Investitionspro- jekte. So bietet beispielsweise die UDI eine Anlage mit einer Mindestbeteili- gung von 5000 Euro mit einer festen Verzinsung in Abhängigkeit von der Laufzeit von 4 bis 6,5 Prozent p. a. För- derprogramme für Hauseigentümer, Unternehmen oder Kommunen listet in diesem Zusammenhang das Bun- desministerium für Wirtschaft und Energie unter www.deutschland- machts-e zient.de auf.
Vor allem Städte sind darum bemüht, ihren Energiebedarf möglichst Schad- sto arm zu decken. Einer Studie des
Umweltbundesamts zufolge sterben jährlich ca. 6 000 Menschen in Deutsch- land an Herzkreislauferkrankungen, ausgelöst von Sticksto dioxid. Der von der EU festgelegte Grenzwert von 40 Mikrogramm wird in 39 Städten regel- mäßig überschritten. Am stärksten ist die Luft in München belastet, wo der Wert von 78 Mikrogramm im letzten Jahr fast doppelt so hoch war. Erst Ende Januar drohte die EU-Kommissi- on mit einer Klage gegenüber Deutsch- land aufgrund dieser Verstöße vor dem Europäischen Gerichtshof. Ein Verbot von Dieselfahrzeugen, welches seither im Raum steht, kann nur ein erster Schritt sein.
Es gilt, ein Gesamtkonzept einer zukunftsfähigen, nachhaltigen „Smart City“ zu entwickeln, wobei die Prob- leme in deutschen Städten im Ver- gleich zu den Megacitys weltweit noch überschaubar erscheinen. Die UN geht davon aus, dass die Zahl der Einwohner in Städten von derzeit 3,6 Milliarden bis 2025 auf 6 Milli- arden anwachsen wird, was ca. 70 Prozent der Weltbevölkerung ent-
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Bildmotive Copyright SSI Schäfer




















































































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