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18 Digitale Arbeitswelten | April 2018
TREND REPORT
aller Manöver hält. Weil Disruption Geschwindigkeit und Wendigkeit braucht, braucht Disruption Agilität. Hinzu kommt, dass agile Führung ein disruptives Führungsmodell ist. Ich ken- ne keinen, der in einer echten agilen Organisation gearbeitet hat, der sich danach wieder eine klassische Organi- sation vorstellen kann.“ Mit den ersten agilen Teams im Unternehmen fängt der Prozess meist an, doch ein paar Inseln reichen nicht aus, um sich in ein agiles Unternehmen zu transformieren. Auf unsere Frage hin, wie agile Teams in die restliche Organisation integriert wer- den, beschrieb Malte Foegen, dass zur Koordination der Teams untereinander ebenfalls agile Techniken bzw. Frame- works eingesetzt werden sollten. Für
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Design-Thinking
Fast immer steht Innovation auf der Liste der langfristigen Unterneh- mensziele ganz oben. Doch o mals sind Unternehmen mit diesem Thema überfordert. Diese Situation wird durch aufstrebende, kapitalkrä ige Unter- nehmen aus dem Silicon Valley zusätz- lich verschär . Roberto Busin von Info- sys Consulting erläutert mögliche Auswege: https://trendreport.de/de- sign-thinking-ein-kreativer-innova- tionsansatz/
Workspace 5.0
In einer Artikelreihe erläutert der Digi- tal-Workspace-Experte Oliver Bendig wie sich der Arbeitsplatz der Zukun  gestaltet und wie er zum persönlichen Assistenten wird. https://trendreport. de/workspace50
Zukun  Personal
Die führende Fachmesse geht mit neuem Konzept an den Start. Auf unse- rer Website erläutern wir die neue Aus- richtung und geben schon einmal ei- nen Vorgeschmack auf das Programm der Zukun  Personal Süd und Zukun  Personal Nord: https://trendreport. de/zukun -personal
Agilität gibt es eine große Auswahl an Methoden wie zum Beispiel Kanban, Lar- ge-Scale-Scrum, oder das Scaled Agile Framework. Foegen fährt fort: „Außer- dem muss die Führungsebene ebenfalls agile Methoden nutzen und selbst den agilen Werten und Prinzipien folgen. Das ist eigentlich logisch, weil ja gera- de die Führung häu g Koordinations- aufgaben zwischen den Teams zur Auf- gabe hat. Agilität im Großen und agile Führung gehen also Hand in Hand.“
Sinn und Zweck der Arbeit
Anschauliche und nachvollziehbare Beispiele zum  ema New Work liefert ganz aktuell der Bene „ e Future of
Work Report 2018“. Er bietet einen Überblick über die Zukunft der Arbeit und wie diese aussehen könnte. „Wir haben mit über 40 internationalen Ex- perten Einzelinterviews sowie Round- Table-Diskussionen geführt“, berichtet Florian Löhle, Geschäftsführer von Bene Deutschland.
In den vier Kapiteln werden die  e- men Digitale Transformation, Füh- rungskultur, Zusammenarbeit sowie der Sinn und Zweck der Arbeit unter- sucht. Wichtige Erkenntnisse aus dem Kapitel zum  ema „Sinn und Zweck der Arbeit“ hat uns Florian Löhle im Hintergrundgespräch erläutert. Löhle betonte dabei: „Die Experten sind sich alle einig, dass die Bedeutung der Ar-
Fluide Führung
In einer unberechenbaren, immer komplexer agie- renden globalen Welt funktionieren die alten Me-
chanismen von Weisung und Kont- rolle nicht mehr. Die zukün ige Ar- beitswelt ist durch unterschiedliche Grenzverschiebungen gekennzeich- net, so dass wir von fluiden Grenzen sprechen können. „Fluid“ steht in diesem Zusammenhang für eine neue Durchlässigkeit der Unternehmens- strukturen, abseits klassischer Kom- munikationswege und Hierarchien.
Was bringt Profit ohne Nachhaltigkeit?
Der bereits durch erlassene Gesetze entstandene Handlungszwang ist der perfekte Anlass, sich dem Thema Nachhaltigkeit nun auch aus Projekt- management-Sicht zu widmen. Was das bedeutet, verrät Till H. Balser im Gespräch.
Im modernen Projektmanagement geht es um Vorgaben, die ein Projektleiter aus Sustainability-Gesichtspunkten be- rücksichtigen sollte. Dabei geht es um die drei P‘s: „people, planet, pro t“. Ein Projektmanager sollte sich den Sus- tainability-Themen verschreiben und menschenschonend, planetenschonend und ökonomisch schonend agieren. Aber wie sieht es im Kontext der Ver- antwortungsübernahme und der nach- haltigen Entwicklung der Projekter- gebnisse aus? Wer übernimmt die Ver- antwortung? Kann ein Projektleiter schon absehen, welche Folgen sein Projekt noch Jahre später auslösen wird? Wie Nachhaltigkeit im Projekt- management verantwortungsvoll ge- dacht werden kann, beleuchteten die diesjährigen Projektmanagement-Ta- ge der Tiba.
Till H. Balser, Geschäftsführer der Tiba, betonte dabei in seiner Erö nungsre- de: „Beim Sustainability-Gedanken geht es mir darum, dass Projektleiter auch eine Verantwortung über das Pro- jektende hinaus behalten. Ich befasse mich deshalb mit der Frage, wie man diese Verantwortung stärken und for-
Till H. Balser betonte: „Dass Pro- jektleiter keine Verantwortung übernehmen, ist eine Schande für unsere Zunft.“
mal regeln kann.“ Ein spannendes The- ma, weil Skandale, die durch falsches Projektmanagement entstehen, nur sehr schwer juristisch aufklärbar sind.
Balser führte weiter aus: „Für Projekt- ergebnisse gibt es eigentlich nur zwei Verantwortliche: den Projektleiter für die Zeit bis zum Projektende und da- nach einen de nitiven Projektauftrag- geber. Wichtig ist: Bei der Projektüber- gabe muss es zwischen beiden eine klare Schnittstelle geben.“ Herr Balser
betonte: „Dabei muss der Projektlei- ter in einem Sustainability-Bericht mitteilen, welche Risiken bestehen. Der Auftraggeber muss diese Risiken wiederum übernehmen oder das Pro- jekt verlängern, bis die Risiken be- seitigt wurden.“ Diese Verantwort- lichkeiten sind laut Till H. Balser kaum geregelt. Dabei bauen heutige Unter- nehmen auf Agilität, die Verantwor- tungsübernahme und Demokratie im Team voraussetzt.
Auf die Nachfrage hin, ob agiles und gleichzeitig nachhaltiges Projektma- nagement vereinbar seien, entgegne- te Till H. Balser: „In Projekten darf es nicht mehr ausschließlich um den Preis gehen, Projektleiter müssen hier mehr Spielraum haben.“ Er fuhr fort: „Doch eigentlich geht es mir um die Zeit danach. Hier möchte ich, dass Projektleiter die Möglichkeit haben, Sustainability-Checks durchzuführen. Sie sollen regelmäßig prüfen, was ein Produkt für die Zeit danach bedeutet. Damit sollen Pannen ausgeschlossen werden, die Konzerne im Zweifel im Nachhinein Milliarden kosten.“
Das komplette Hintergrundgespräch mit Till H. Balser  nden Sie auf dem Tiba- Blog passion-for-projects.com und un- ter trendreport.de/pm-tage-2018-sus- tain-ability
www.tiba.de www.pmtage.de






































































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