Page 13 - TREND REPORT April 2018
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TREND REPORT
April 2018 | Smart Services & Smart Citys 13
noch bevor eine Datenauswertung stattgefunden hat. Ebenfalls unter dem Aspekt der Erreichbarkeit, sollte der Service für jeden beliebigen Ort nutz- bar sein und belastbare Ergebnisse lie- fern“. Friederike Koch erklärt dazu: „Der Schlüssel zu einer smarten An- wendung liegt natürlich in der Kombi- nation und Auswertung der passenden Datenquellen. Dabei sollte alles be- rücksichtigt werden, dass einen Mehr- wert bietet, jedoch auch auf Quellen verzichtet werden, die keine Relevanz haben oder von minderer Qualität sind. Ziel sollte ein stabiler Service sein, der alle Daten in Echtzeit auswer- tet und  exibel reagiert.“ Das Unter- nehmen bietet alles zum Wetter an je- dem Ort, das Wetter in Deutschland, die aktuelle Wetterlage und das Reise-
Der Schlüssel einer smarten Anwen- dung liegt in der Kombination und Auswertung der passenden Daten.
wetter weltweit. Mit dem RegenRadar lassen sich Wolken, Niederschlag, Ge- witter (Blitze) und Temperaturen in- teraktiv für ganz Mitteleuropa prak- tisch in Echtzeit verfolgen.
Die vorliegenden Beispiele erklären gut, wie sich auch der deutsche Mittelstand durch das Potential der Digitalisierung im Kontext neuer Technologien wei- terentwickeln kann.
Auch das Bundesministeri- um für Wirtschaft und Energie (BMWi) will mit den Förderprogram- men „Smart Service Welt“ und „Smart Service Welt II“ einen Beitrag dazu leisten, dass die deutsche Wirtschaft die Digitalisierung als Chance versteht und gestalterisch nutzt. Das Förder- programm Smart Service Welt II ist am 4. November 2016 gestartet und soll Anwendungsfelder erschließen, die bislang unterrepräsentiert sind. Ge- sucht werden auch Projekte, die ihren Anwendungsschwerpunkt auf der Di- gitalisierung in ländlichen und klein- städtischen Kommunen haben. Das
Blockchain für Nachhaltigkeit
Wie die Blockchain die Arbeitsbedin- gungen der Minenarbeiter in Hochri- sikogebieten verbessert, erklärte Jörg Walden, CEO und Gründer der iPoint- systems gmbh, der TREND-REPORT- Redaktion.
Herr Walden, welche Möglichkeiten und Chancen bietet die Blockchain- Technologie für die Circular Econo- my?
Im Kontext der Circular Economy ist Blockchain eine wichtige Technologie, aber nicht die einzige, die die notwen- dige Digitalisierung der Wertschöp- fungsnetzwerke unterstützt. Als Da- tenbank, die über viele Knotenpunkte in einem verteilten Peer-to-Peer-Netz- werk zur Verfügung steht, ist sie sehr gut geeignet, für eine bessere Rück- verfolgbarkeit und mehr Transparenz, Sicherheit und Vertrauen in der Liefer- kette zu sorgen. Daten, die in einer Blockchain aufgezeichnet sind, lassen sich sofort überprüfen und sind ände- rungsresistent. Jede Transaktion wird aufgezeichnet und der vorangegan- genen hinzugefügt, was eine kontinu- ierlich wachsende Kette von Informa- tionen zur Folge hat. So können die Nutzer den Weg von der Rohmaterial- gewinnung bis zum Verkauf an den Endkunden lückenlos überprüfen. Da- durch wird der Zugang zur Lieferkette für „schwarze Schafe“ und unethische Quellen zunehmend erschwert. Für uns und unsere Kunden geht es dabei um Transparenz unter der gleichzeiti- gen Berücksichtigung und dem Schutz vertraulicher Informationen.
Welche Technologien sind in diesem Zusammenhang noch von Bedeu- tung?
iPoints holistisch-zirkuläre Sichtweise geht von einem kontinuierlichen, digi- talen System-Lifecycle-Management- prozess aus, der sowohl die Gesetzes- konformität als auch die Nachhaltig- keit von Produkten und Systemen unterstützt. Cyber-physical-Systems und Digital Twins spielen dabei eine wich- tige Rolle. Das Industrial Internet of Things (IIoT) und das Wissen um die alles durchdringende Konnektivität als neuer Infrastruktur in Verbindung
mit der Verschmelzung von Technolo- gien, die die Grenzen zwischen physi- scher und digitaler Welt verwischen, sind der Schlüssel zu einer wirklich zir- kulären Kreislaufwirtschaft.
Warum und inwieweit haben Sie Un- terstützung durch die „European Partnership for Responsible Mine- rals“ (EPRM) erfahren?
Die EPRM wurde mit dem Ziel gegrün- det, bessere soziale und wirtschaftliche Bedingungen für Minenarbeiter und lokale Bergbaugemeinschaften zu schaf- fen, indem die Anzahl der Minen erhöht wird, die verantwortungsvolle Berg- baupraktiken in Kon ikt-und Hochrisi- kogebieten anwenden. Unser Projekt- vorschlag wurde vor Kurzem als eines von insgesamt nur vier Projekten aus- gewählt, welches durch die EPRM ge- fördert wird. Ziel des Projekts „Sus- tainBlock“ ist die Scha ung eines Blockchain-basierten Systems zur Rück- verfolgung bestimmter Rohsto e aus Kon ikt- und Hochrisikogebieten – sogenannte „Con ict Minerals“ – über die gesamte Lieferkette hinweg über veri zierte, kryptogra sch gesicherte Transaktionen. Gemeinsam mit unseren Projektpartnern wird iPoint einen Rück- verfolgbarkeitsprozess von der Mine bis zum Laden etablieren und damit die Verantwortlichkeit der Endanwender für den Due-Diligence-Prozess in der vorgelagerten Upstream-Lieferkette de- monstrieren. Dabei werden Blockchain- basierte Rückverfolgbarkeit und Daten- reporting in einem dezentralen Netz- werk genutzt, sodass die Teilnehmer der nachgelagerten Downstream-Lie- ferkette und die Endnutzer Zugang zu zuverlässigen und veri zierten Infor- mationen über alle relevanten Stufen der Lieferkette haben. Das Projekt wird auf Wolfram in Ruanda pilotiert und läuft bis Februar 2019. Mit diesem Projekt können wir unsere langjährige Erfah- rung in der Downstream-Lieferkette, die wir über unsere marktführende Cloud- lösung, die iPoint Con ict Minerals Platform, gewonnen haben, mit der lokalen Expertise und den internatio- nal anerkannten Due-Diligence-Dienst- leistungen unserer Upstream-Pro- jektpartner kombinieren. Diese sind
Jörg Walden freut sich über die Förderung durch die European Partnership for Responsible Minerals für ein „Blockchain-ba- siertes Rückverfolgbarkeits- und Datenberichtssystem in Ruanda“.
auf die Mineralienlieferkette in Kon-  ikt- und Hochrisikogebieten speziali- siert und erheben direkt und in Echt- zeit bei auditierten Minen vor Ort Da- ten, die in die Blockchain eingespeist werden. Unser Partner setzt dabei ein auf Markierungen und Scans basieren- des Rückverfolgungssystem ein, das den Datenabgleich vor dem Export der Rohsto e gewährleistet. Jede Lie- ferung enthält Dashboards mit Daten über die gewonnenen Rohmateriali- en, z. B. Gewicht und Herkunftsmine, sowie soziodemogra sche Daten wie Alter und Geschlecht der Minenar- beiter, Arbeitszeiten, Lohn, Bildung usw. Diese von unseren Partnern zu- sammengetragenen Informationen sind quantitativ und qualitativ einzigartig. Wir gehen davon aus, dass diese Transparenz den Zugang zu interna- tionalem Investitionskapital erleich- tern wird. Dadurch werden die Le- bens- und Arbeitsbedingungen vor Ort kontinuierlich verbessert und die soziale Nachhaltigkeit unterstützt.
www.ipoint-systems.com
















































































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