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TREND REPORT
April 2018 | Smart Services & Smart Citys 11
Smart Services
Big Data und Digitale Ökosysteme verbessern die Kundenbindung und Wettbewerbsfähigkeit
von Bernhard Haselbauer b.haselbauer@trendreport.de
Schon heute werden in- telligente Produkte zu- nehmend durch inter- netbasierte, digitale und physische Dienstleis- tungen erweitert. Physische und digita- le Dienstleistungen werden kombiniert sowie verknüpft und uns Kunden als Service bedarfsgerecht und  exibel zur Verfügung gestellt. Wir bezeichnen diese Verknüpfung bzw. Verschmel- zung von physischen und digitalen Ser- vices dann als Smart Service. Big Data, also große Datenmengen, bilden die Grundlage, um durch die schlaue Ana- lyse der Daten neue Erkenntnisse zu gewinnen. Wie überführt man aber nun die physische Welt in eine digitale Welt und umgekehrt? Dafür hat sich unsere Redaktion mit Experten aus Forschung und Wirtschaft unterhal- ten.
Dr. Mathias Weber vom Arbeitskreis Smart Services, Bitkom e.V. schreibt dazu: „Wesentliche Merkmale von Smart Services sind die Individualisie- rung – und damit die Kontextbindung – sowie der Kundennutzen. Die kon- textspezi schen und kombinierten Ser- vices können z.B. den Bereichen Ar- beit, Freizeit, Gesundheit, Mobilität, Reisen oder Bildung zuzuordnen sein.“
Doch Smart Services benötigen auch eine neue digitale Infrastruktur. Das Internet der Dinge hat in diesem Kon- text seinen Namen verdient. Denn Ziel ist es, Gegenstände und Produkte jegli- cher Art mit dem Internet bzw. unter- einander digital zu vernetzten. Wenn jetzt noch die richtige Sensorik Daten von und aus den Produkten in Echtzeit erfasst, schließt sich der Kreislauf. Di- gitale Serviceplattformen auf Cloud- Servern in Cloud-Zentren, können dann aus den generierten Daten „Smart Services“ zur Verfügung stellen.
Daraus resultieren verschiedene Anforderungen an Anbieter von Re- chenzentrumsdienstleistungen, Do- nald Badoux, Managing Director, Equinix Deutschland erklärte uns dazu: „Auf operativer Ebene spielen Faktoren wie Zuverlässigkeit, Leis- tungsdichte, und natürlich Sicherheit eine enorm wichtige Rolle. Anforde- rungen entstehen zudem besonders in Bezug auf die kontinuierlich steigen- den Datenmengen, die durch die wachsende Anzahl von IoT-Geräten –
vom Smartphone bis hin zu Ferti- gungsmaschinen in der Industrie – entstehen. Diese Daten müssen (an verteilten Orten) gesammelt, übertra- gen, ausgewertet, verknüpft und ge- winnbringend eingesetzt werden.“ Ba- doux betonte dabei: „Rechenzentren machen diese Verbindungen über- haupt erst möglich und garantieren da- bei Flexibilität, Skalierbarkeit und Si- cherheit““
Clever & Smart - Location-Based-Services
Die digitale Infrastruktur um Produkte und Gegenstände jeglicher Art zu ver- netzten, kann unter anderem mit der Beacon-Technologie realisiert werden.
So können zum Beispiel in Ge- bäuden, die über ein Bluetooth Low Energy Mesh-Netzwerk digitalisiert sind und die über die notwendige Sensorik verfügen, die unterschiedlichsten Smart Services realisiert werden. Beispielswei- se die Steuerung der Gebäudetechno- logie wie Heizung oder Klima, Jalousi- en und Licht bis hin zur Erkennung von freien Arbeitsplätzen im Kontext der Auslastung.
Die Technologie wirkt sich auf jeden von uns in Zukunft aus. Zum Beispiel in Einrichtungen des Gesundheitswe- sens wie Krankenhäusern, die nun die Möglichkeit haben, ihren physischen Raum und ihre Geräte mittels Beacon- Technologie zu digitalisieren. Damit können Geräte schnell aufgefunden werden, wenn auf sie im Notfall zuge- gri en werden muss.
Mit dem sogenannten Beacon-Mesh und einer digitalen Serviceplattform kann die Interaktion mit anderen Ge- räten beginnen. Das Asset-Tracking für Krankenhäuser löst damit viele Proble- me in Echtzeit. Der Hauptvorteil von Asset-Tracking-Lösungen sind Kosten- einsparungen durch E zienzsteige- rung und Optimierung des Inventars. Grundlage hierfür ist die Transparenz, wo sich bewegliche Gegenstände wie Betten oder medizinische Geräte zu ei- nem bestimmten Zeitpunkt be nden. Basierend darauf können dann das In- ventar und die Prozesse optimiert wer- den. Dies kommt dann vor allem den Patienten zugute, denn durch die ein- gesparte Zeit kann das Krankenhaus- personal nachhaltig entlastet werden.




















































































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